• 03.11.2009, 15:23:26
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  • OTS0258 OTW0258

AK Wien Vollversammlung: Österreichisches Sozialsystem weiterentwickeln 2

Wien (OTS) - Die bisherigen Erfahrungen zeigen eindeutig, Länder
mit hohen Sozialstandards sind den Konjunktureinbrüchen besser
gewachsen als andere Länder. Pensionen, Familienleistungen,
Arbeitslosengeld, Notstands-, Sozialhilfe und andere wichtige
Sozialausgaben tragen ganz wesentlich dazu bei, dass die
Konsumausgaben der privaten Haushalte trotz Wirtschaftskrise
stabilisiert werden. Die Wiener AK Vollversammlung fordert daher eine
Weiterentwicklung des Sozialsystems.

Österreich zählt im EU-Vergleich mit einer Sozialquote von 28
Prozent (2007) am BIP zu den besser entwickelten Sozialstaaten. Das
erweist sich in der aktuellen Situation erneut als Vorteil und dieser
muss geschützt und ausgebaut werden, sagt die AK Vollversammlung.
Dennoch ist in einigen Bereichen ein Paradigmenwechsel notwendig und
eine Weiterentwicklung in Richtung der skandinavischen Vorzeigeländer
ist geboten.

Sozialleistungen sind für den Schutz der Menschen wichtig. In
vielen Fällen sind sie die einzige Stütze, um ein Abgleiten in die
Armut zu verhindern. Gerade Menschen mit niedrigen Einkommen oder
geringen Verdienstchancen sind oft auf öffentliche Transfers
angewiesen. Leistungen wie Arbeitslosengeld, Notstandshilfe,
Sozialhilfe, Familienleistungen oder Pensionen tragen ganz wesentlich
dazu bei, dass die Konsumausgaben der privaten Haushalte gerade in
der Wirtschaftskrise stabil bleiben. Während Exporte und
Investitionen aktuell im 2-stelligen Bereich wegbrechen, verhindern
die Konsumausgaben eine noch drastischere Wirtschaftskrise.

Um das österreichische Sozialsystem weiterzuentwickeln, fordert
die Vollversammlung der AK Wien:
+ Etablierung hoher sozialstaatlicher Standards im Bereich der
sozialen Infrastruktur und Leistungsstandards zur
Konjunkturstabilisierung und Armutsvermeidung nach skandinavischem
Vorbild mit einer neuen Angebotsbalance zwischen Sach- und
Geldleistungen (etwa Ausbau des Kleinkindbetreuungsangebots, rasche
Umsetzung der bedarfsorientierten Mindestsicherung).

+ Nachhaltige Finanzierungssicherheit der öffentlichen
Sicherungssysteme durch Schaffung einer breiteren Finanzierungsbasis
(zum Beispiel Einbeziehung von Besitzeinkünften und der gesamten
Wertschöpfung in die Beitragsgrundlagen).

+ Verbesserung der sozialen Absicherung durch eine höhere
Erwerbsbeteiligung in einer in zunehmendem Maße wissensbasierten
Arbeitswelt.

+ Verstärkte Investitionen in soziale Infrastruktur zur besseren
Vereinbarkeit von Beruf und Familie (bringt zusätzlich direkte
Beschäftigungseffekte in der Kinderbetreuung sowie Betreuung und
Pflege).
(Forts.)

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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