- 03.11.2009, 12:18:54
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Wien: Caritas-Hilferuf wegen des plötzlichen Kälteeinbruchs
Spenden zur Anschaffung von Wolldecken für Wohnungslose werden dringend benötigt
Wien, 03.11.2009 (KAP) Bei der Caritas der Erzdiözese Wien ist der
plötzliche Kälteeinbruch deutlich spürbar: Temperaturen um den
Gefrierpunkt und Schneefälle kündigen die härteste Zeit des Jahres
für wohnungslose Menschen an. Das Deckenlager für Obdachlose ist
bereits fast leer. Bis zu 250 Menschen warten Tag für Tag zur selben
Zeit an verschiedenen Standorten in Wien auf den "Canisibus" der
Caritas. Der Bus versorgt wohnungslose Menschen mit heißer Suppe,
Tee und Brot. Insgesamt wurden im Vorjahr 62.000 Teller warme Suppe
an Bedürftige ausgegeben.
Vor allem sind auch die robusten und wärmenden Wolldecken sehr
begehrt, die ein Mal pro Woche an die Suppenbus-Gäste verteilt
werden. Seit einigen Tagen auch an einem neuen Standort, denn seit
19. Oktober wird der Bahnhof Floridsdorf im 21. Bezirk angefahren.
Dort macht der "Canisibus" täglich von 20.25 bis 20.50 Uhr bei der
S-Bahnunterführung Franklinstraße Halt.
"Die Nachfrage nach den Wolldecken ist auf Grund der Kälte stark
gestiegen. Leider ist unser Deckenlager jedoch schon leer", so
Michael Zikeli, der Leiter der Aktion "Canisibus". Ähnlich die
Situation im Caritas-Betreuungszentrum "Gruft": Auch dort sind
wärmende Decken derzeit Mangelware. Wegen des Kälteeinbruchs suchen
dort aktuell rund 100 Menschen pro Nacht Zuflucht und einen warmen
Schlafplatz, denn die Lage in den Notquartieren in Wien ist
insgesamt sehr angespannt. "Wir brauchen rasch Hilfe, denn insgesamt
werden rund 700 strapazfähige Wolldecken für obdachlose Menschen
benötigt. Um Wolldecken anschaffen und an Menschen draußen auf der
Straße ausgeben zu können, sind dringend Spenden nötig", appellierte
Zikeli am Dienstag.
Laut Schätzungen der Caritas-Streetworker schlafen aktuell einige
hundert Obdachlose in Wien trotz Wind und Kälte im Freien, unter
Brücken, in WC-Anlagen oder auf der Parkbank. Akute Obdachlosigkeit
ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Eine Million Menschen in
Österreich leben laut Statistik Austria an bzw. unter der
Armutsgrenze.
"Als Caritas sehen wir täglich beim 'Canisibus' und in anderen
Obdachloseneinrichtungen, in unseren Sozialberatungsstellen oder
auch Beschäftigungsprojekten: Für immer mehr Menschen sind ein
warmes Essen, ein geheiztes Zimmer, ein schützendes Dach über dem
Kopf nicht selbstverständlich. Die Menschen in Not brauchen dringend
unsere Hilfe", betonte der Wiener Caritasdirektor Msgr. Michael
Landau.
Gerade in der Wirtschaftskrise sei der Bedarf nach Hilfe stark
gestiegen, gleichzeitig gelte: Schon kleine Spenden machen einen
großen Unterschied. "15 Euro für eine wärmende Wolldecke können das
Leben auf der Straße zumindest ein wenig erträglicher machen. Wir
können gemeinsam etwas ändern, wenn wir aufeinander achten und ein
Zeichen gegen soziale Kälte setzen", so Michael Landau. (Spenden:
Kto. Nr. PSK 7.700.004, BLZ 60.000, Kennwort: "Wolldecken").
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