- 02.11.2009, 12:34:43
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Uni-Proteste: Der Aufstand der "normalen" Studierenden
Institut für Jugendkulturforschung veröffentlicht top-aktuelle Umfrage
Wien (OTS) - Anlässlich der aktuellen Studierenden-Proteste hat
das Institut für Jugendkulturforschung eine Blitz-Umfrage unter 213
Studierenden der Universität Wien durchgeführt. Die Ergebnisse der
Studie zeigen, dass die Proteste zu Dreiviertel von Studierenden
getragen werden, die keiner hochschul- oder parteipolitischen
Organisation angehören. Es ist offensichtlich, dass die ÖH und die
StudentInnenorganisationen kaum einen Einfluss auf das Geschehen im
Audimax der Universität Wien haben. Wir haben es also mit einer
spontanen Bewegung von Betroffenen zu tun, die ohne auf ihre
Interessensvertretung zu warten, selbst das Heft des Handelns in die
Hand genommen haben. Die Enttäuschung durch die Institutionenpolitik
und die neuen Kommunikationsmöglichkeiten, die die
Selbstorganisationsfähigkeit von spontanen Bewegungen steigern, sind
die wesentlichen Faktoren, die zur Emanzipation der StudentInnen von
traditionellen Organisationen wie der ÖH und den
Studierendenorganisationen geführt haben.
Studierende gegen EU-Bildungspolitik
"Bildung statt Ausbildung" heißt die Forderung der
Studentenbewegung, die für die studentische Basis am wichtigsten ist.
Im Zentrum der Kritik steht damit die Bildungspolitik der
Europäischen Union, die das Studium in erster Linie den
Verwertungsinteressen der Wirtschaft unterordnet und auf die
persönlichen Bildungsinteressen und Bildungsziele des Einzelnen
vergisst. Auch der Drittmittelforschung steht die große Mehrheit der
Protestierenden ablehnend gegenüber. Verlangt wird eine vom Staat
ausfinanzierte und damit von der Wirtschaft unabhängige Universität.
Daneben sind das Verhindern von Zugangsbeschränkungen und die
langfristige Verhinderung von Studiengebühren die wichtigsten
Forderungen der Basis der Bewegung.
Für ein Studium ohne Behinderung durch Ausstattungsmängel
Trotzdem sind die protestierenden Studierenden nicht im
traditionellen Sinn "politisch". Allgemeine gesellschaftspolitische
Forderungen spielen in der Bewegung kaum eine Rolle. Am wichtigsten
ist es für die aktiv protestierenden Studierenden, die
Ausstattungsmängel an den Universitäten zu beseitigen sowie die
Schaffung eines ausreichenden Lehrveranstaltungsangebotes. In diesem
Zusammenhang werden folgende Problembereiche als die größten Mängel
der Universitäten gesehen:
- zu wenig breites Lehrveranstaltungsangebot,
- überfüllte Hörsäle,
- fehlende Aufenthaltsräume,
- schlechtes Betreuungsverhältnis und zu teure Skripten.
Wenig überzeugt sind die protestierenden Studierenden von der
Universitätspolitik der politischen Parteien. Zweidrittel von ihnen
sind der Auffassung, dass gegenwärtig keine Partei gute
universitätspolitische Konzepte anbieten kann. Offenbar haben die
Studierenden auch deshalb ihre Geschicke mit den Protesten selbst in
die Hand genommen.
Die Eigenstudie "Uni-Proteste 2009" ist gegen eine Schutzgebühr
von Euro 70.- (zzgl. 20% USt.) erhältlich.
Rückfragehinweis:
Institut für Jugendkulturforschung - jugendkultur.at
Alserbachstraße 18/7. OG, 1090 Wien
Tel: 01/ 532 67 95
Internet: www.jugendkultur.at
E-Mail: [email protected]
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