- 02.11.2009, 09:52:55
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"Msgr. Otto Mauer-Preis" für Siggi Hofer
Jury entschied sich für den in Südtirol geborenen und in Wien lebenden Künstler - Überreichung durch Bischof Kapellari am 17. November im Wiener Erzbischöflichen Palais
Wien, 01.11.2009 (KAP) Der in Südtirol geborene und in Wien lebende
Künstler Siggi Hofer wird mit dem diesjährigen "Msgr. Otto
Mauer-Preis" ausgezeichnet. Der vom "Otto Mauer-Fonds" vergebene
Preis ist mit 11.000 Euro dotiert; prämiiert wird jeweils das
Gesamtwerk eines Künstlers unter 40. Der Preis wird vom Grazer
Diözesanbischof Egon Kapellari - der in der Österreichischen
Bischofskonferenz für Fragen von Kunst und Kultur zuständig ist) am
Dienstag, 17. November, um 19.30 Uhr in den Festräumen des Wiener
Erzbischöflichen Palais an Siggi Hofer übergeben.
Vom 20. November bis 20. Dezember präsentiert Siggi Hofer im
JesuitenFoyer (Bäckerstraße 18, 1010 Wien) ausgewählte Arbeiten. Die
Eröffnung findet am Donnerstag, 19. November, um 19.30 Uhr statt.
Der Eintritt ist frei (die Ausstellung ist Mittwoch bis Samstag von
13 bis 18 Uhr, am Sonntag von 10.30 bis 13 Uhr geöffnet).
Die Jury des "Msgr. Otto Mauer-Preises 2009" - Gunter Damisch,
Rainer Fuchs, Ursula Hübner, P. Gustav Schörghofer SJ und Johanna
Schwanberg - wollte mit ihrer Wahl sowohl die inhaltlichen als auch
die formalen Qualitäten der Arbeit von Siggi Hofer würdigen und
nachdrücklich darauf aufmerksam machen. In der Begründung der Jury
für die Preisvergabe an Siggi Hofer heißt es wörtlich:
"Großformatige Papierarbeiten, Zeichnungen und Malerei, Skulpturen
und Installationen zeigen eine vom Menschen durch und durch
gestaltete Welt. Die Spannung zwischen Individuum und dem
Überindividuellen einer Stadt, durchziehen diese Welt. Im Modell
wird das Wohlgeordnete einer von oben betrachteten Musterstadt
vorgeführt. Diese penible Ordnung wird aber durch Brüche, monströse
Architekturen, wie vom Himmel gestürzte Objekte oder Löcher inmitten
der bebauten Welt, immer wieder zu Fall gebracht. Sehnsüchte des
Individuums nach Behausung und freier Entfaltung klingen immer
wieder an, werden aber gebrochen. Die Kunst Siggi Hofers wird von
einem Hauch des Kindlichen durchweht, einem im Spielerischen
durchgehaltenen Ernst. So heiter die Arbeiten auf den ersten Blick
wirken, so sehr wird diese Heiterkeit bei genauerem Hinsehen in
Frage gestellt". Das in allem durchgehaltene Schweben zwischen ernst
und heiter, schwer und leicht, oberflächlich und abgründig mache die
besondere Qualität der Kunst von Siggi Hofer aus.
Seit 1981 verleiht der "Otto Mauer-Fonds" der Erzdiözese Wien den
"Msgr. Otto Mauer Preis für bildende Kunst". Der "Otto Mauer-Fonds"
wurde von Kardinal Franz König und dem Erben Msgr. Otto Mauers,
Prälat Karl Strobl, gegründet. Aufgabe des Fonds ist es, im Sinn des
besonderen Anliegens von Otto Mauer den Dialog zwischen Kirche,
Kunst und Wissenschaft lebendig zu halten und weiterzuführen.
Folgende KünstlerInnen haben den Msgr. Otto Mauer Preis für bildende
Kunst erhalten: Alfred Klinkan (1981), Gottfried Mairwöger (1982),
Erwin Bohatsch (1983), Erwin Wurm (1984), Gunter Damisch (1985),
Franz West (1986), Gustav Troger (1987), Peter Kogler (1988),
Brigitte Kowanz (1989), Christoph Luger (1990), Martin Walde (1991),
Lois Renner (1992), Heimo Zobernig (1993), Tobias Pils (1994), Maria
Hahnenkamp (1995), Otto Zitko (1996), Aglaia Konrad (1997), Gregor
Zivic (1998), Manfred Erjautz (1999), Florian Pumhösl (2000),
Michael Kienzer (2001), Dorit Margreiter (2002), Simon Wachsmuth
(2003), Esther Stocker (2004), Jun Yang (2005), Bernhard Fruehwirth
(2006), Ursula Mayer (2007) und Isa Rosenberger (2008).
Neben der jährlichen Vergabe des "Msgr. Otto Mauer-Preises" fließt
der weitaus größte Teil der Mittel des "Otto Mauer-Fonds" in die
Förderung aktueller Projekte in den Bereichen bildende Kunst, Musik,
Theater, Wissenschaft, Erziehung und Erwachsenenbildung. Unter den
geförderten Projekten waren u.a. die vom "Kunstraum Kirche" in der
Innsbrucker Dompfarre initiierte Installation "Freiheit zwischen
Selbstbehauptung und Verblendung" und das internationale integrative
Kulturfestival "Sicht:Wechsel", das alle zwei Jahre in Linz
stattfindet.
Dem Salzburger Nachwuchskomponisten Marios Joannou Elia wurde die
Möglichkeit gegeben, an Neukompositionen für ein Gitarrenquartett
und einen Kinderchor zu arbeiten. Ein anderes unterstütztes Projekt
widmet sich der Erforschung eines bereits bestehenden
kompositorischen Werks: Prof. Roman Summereder untersucht und
sichtet die Orgelkompositionen Anton Heillers. Das Ziel ist die
Produktion einer CD mit ausgewählten Orgelwerken des Komponisten,
die höchsten Qualitätsansprüchen gerecht wird. Der "Otto
Mauer-Fonds" unterstützte aber auch das Stationstheaterstück "komA",
mit dem sich Schüler des Linzer Bundesrealgymnasiums Fadinger Straße
der Vorgeschichte von Gewalttaten an Schulen annähern. Gefördert
wurde auch die dokumentarische Arbeit "Liebe Geschichte" des
Künstlerduos "Klub Zwei", in der analysiert wird, wie die Nachfahren
von nationalsozialistischen Tätern mit ihrer Familiengeschichte
umgehen.
Mit "Wenn ich die Kamera öffne" unterstützte der "Otto Mauer-Fonds"
die zweite eigenständige Katalogsproduktion der (u.a. durch ihre
Zusammenarbeit mit Prof. Kurt Lüthi) bekannten österreichischen
Künstlerin Linda Christanell. Darüber hinaus wurden die Publikation
"Brut" von Paul Kranzler und ein Künstlerbuch von Claudia
Märzendorfer durch den "Otto Mauer- Fonds" unterstützt.
(Informationen: Christina Werner, Tel. 01/ 524.96.46/22, E-Mail:
[email protected]; Christian Schneider, Tel. 01/317.61.65/42,
E-Mail: [email protected]).
(forts mgl)
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