• 30.10.2009, 13:24:04
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"Aktion Leben": Sexualerziehung statt rezeptfreier "Pille danach"

"Stiehlt sich der Gesundheitsminister aus seiner Verantwortung für die körperliche und seelische Gesundheit vor allem junger Menschen?"

Wien, 30.10.2009 (KAP) Anlässlich der Debatte um die rezeptfreie
Abgabe der "Pille danach" hat die "Aktion Leben" am Freitag eine
umfassende Sexualerziehung an Schulen gefordert. Die "Pille danach"
sei mit gutem Grund rezeptpflichtig; wer sich dafür entscheidet,
sollte genau wissen, wie sie wirkt. Die "Aktion
Leben"-Generalsekretärin betonte: "Wer ungewollte Schwangerschaften
vermeiden will, muss alles daransetzen, dass dies rechtzeitig
geschieht". Auch Überlegungen, wie Menschen zu helfen ist, ein
"ungeplantes" Kind anzunehmen, seien wichtig, sagte Martina
Kronthaler: "Wir fordern daher eine umfassende wertorientierte
Sexualerziehung, die den liebenden und Beziehung suchenden Menschen
in den Mittelpunkt stellt und individuelle Hilfen für jene, die sich
auch zu einem 'ungeplanten' Kind bekennen".

Mit der rezeptfreien Abgabe der "Pille danach" würden junge Menschen
mit ihren Fragen zu Liebe und Sexualität weiter allein gelassen:
"Wir betrachten den Vorstoß als billige Antwort auf die Versäumnisse
der schulischen Sexualerziehung", so die "Aktion
Leben"-Generalsekretärin: "Tiefer gehende Lösungen sind gefragt".

Die "Pille danach" sei keine Bagatelle, sondern ein Hormonpräparat
mit erheblicher Dosierung, das unter ärztliche Aufsicht gehört,
erinnerte Martina Kronthaler. Das Präparat könne den Hormonhaushalt
vor allem junger Mädchen durcheinander bringen, daher sei ärztliche
Beratung unabdingbar.

Dringend nötig sei zudem eine umfassende und korrekte Information
über die Wirkweise des Präparats: Kommt sie vor dem Eisprung zum
Einsatz, verzögert oder unterdrückt sie die Ovulation, die Frau kann
bei einem neuerlichen ungeschützten Verkehr dann wieder schwanger
werden. Wenn die "Pille danach" nach dem Eisprung genommen wird,
verhindere sie die Einnistung der befruchteten Eizelle. Somit
verliere der Embryo die Möglichkeit zum Weiterleben.

"Die ethische Frage muss sich jede Frau, jedes Paar selbst stellen",
betonte Martina Kronthaler. Der Gesundheitsminister aber müsse sich
die Frage stellen lassen, ob er sich nicht aus seiner Verantwortung
für die körperliche und seelische Gesundheit vor allem junger
Menschen stehle. Denn durch die rezeptfreie Abgabe werde ein
mechanistisches Weltbild vermittelt, das jungen Menschen nichts
bietet, damit sie Sexualität in Liebe und Beziehung leben lernen.
Die rezeptfreie Abgabe könne den Druck auf Mädchen erhöhen, sexuelle
Wünsche umgehend zu erfüllen und untergrabe die Bemühungen um eine
partnerschaftliche Gestaltung der Beziehung.

(ende)
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