Wien (OTS/PWK812) - "Sicherheit, Stabilität und Vertrauen in die Finanzwirtschaft sind der Schlüssel, um Österreich und Europa rasch wieder auf Kurs in Richtung eines echten und nachhaltigen Aufschwungs zu bringen", betont Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zum morgigen Weltspartag. Dass die Österreicherinnen und Österreicher Vertrauen in die Banken haben - "und das völlig zu Recht" - zeige die nach wie vor steigende Sparquote, die im internationalen Vergleich traditionell sehr hoch ist. Sie betrug im Vorjahr 12 Prozent und wird selbst im Krisenjahr 2009 weiter steigen.
Nun hätten die Banken freilich die Pflicht, das ihnen entgegen gebrachte Vertrauen zurückzugeben - etwa indem sie den Kredithahn für die Betriebe aufdrehen. Trotz der sich abzeichnenden Konjunkturerholung sei die Gefahr einer Kreditklemme nämlich noch lange nicht gebannt, warnt Leitl. "Es geht nicht darum, auf Teufel komm' raus Geld ins Feld zu werfen, aber die Banken müssen ihrer Kernaufgabe, nämlich Kredite zu vergeben, wieder stärker nachkommen. Sinnvolle Projekte - ob sie von unseren Leitbetrieben, den vielen mittelständischen Playern oder Klein- und Kleinstbetrieben sind - dürfen nicht an der Finanzierung scheitern."
Der Staat sei den Betrieben mit Haftungsprogrammen und Kreditförderungen zur Seite gesprungen. Nun liege es an den Banken, noch stärker als bisher ihre gesamtwirtschaftliche Verantwortung wahrzunehmen und einen Beitrag zur Sicherung von Wachstum und Beschäftigung zu leisten.
Leitl appelliert insbesondere, die durch die aws vergebenen ERP-Kleinkredite für Kleinstunternehmen noch stärker zu propagieren. Dabei handelt es sich um Kredite von 10.000 bis 30.000 Euro (ab. 1.1.2010 bis 50.000 Euro) mit einem Zinssatz von 1,5 Prozent p.a. und einer Laufzeit von sechs Jahren, wovon das erste tilgungsfrei ist. Die Genehmigungsdauer beträgt in der Regel nur 2 bis 3 Wochen. "Hier müssen die Banken - nachdem sie selbst durch das Bankenpaket gestützt wurden - auch das Funktionieren der Gesamtwirtschaft im Auge behalten. Kleinere Gewinnspannen dürfen in diesem Fall kein Grund für Zurückhaltung sein."
Aufgabe der Politik sei es, bei der Reform der Finanzmärkte aufs Gaspedal zu steigen. "Von Washington über Brüssel bis Wien wurden - zumindest theoretisch - die richtig Lehren aus der Finanzkrise gezogen. Deren Umsetzung in die Praxis verläuft leider nach wie vor schleppend." Nach den in Österreich bereits vereinbarten Maßnahmen zur Abfederung der prozyklischen Wirkungen von Basel II sieht Leitl auf der Ebene der EU und der G20 dringenden Handlungsbedarf. "Wer hier nicht oder zu langsam handelt, handelt fahrlässig."
Zudem fordert der WKÖ-Präsident einmal mehr die Einführung der internationalen Finanztransaktionssteuer: "Als weltweit größte Wirtschaftsmacht könnte Europa hier ohne weiteres eine Vorreiterrolle einnehmen." In Österreich sei die "längst überfällige" Abschaffung der Kreditvertragsgebühren" endlich umzusetzen. "Insbesondere junge und kleine Unternehmen kämpfen damit, an frisches und günstiges Kapital zu kommen. Der Wegfall dieser Gebühren würde ihre Finanzierungen günstiger machen und auch den Konsumenten nützen", so Leitl abschließend. (SR)
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OTS0153 2009-10-29/11:57
291157 Okt 09
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10.03.2010 / 17:04:39 / Wirtschaftskammer Österreich
10.03.2010 / 12:20:41 / Verlagsgruppe News
10.03.2010 / 12:18:30 / Wirtschaftskammer Österreich
09.03.2010 / 19:49:59 / Parlamentsdirektion