- 28.10.2009, 12:01:55
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Frauen im Ehrenamt fördern und anerkennen
Samariterbund lud zu ExpertInnengespräch ein
Wien (OTS) - Die Statistik zeigt ein klares Bild: Frauen sind in
der Freiwilligenarbeit in der Minderzahl. Den Gründen dafür sind am
27. Oktober 2009 Expertinnen und Experten im Rahmen der
Podiumsdiskussion "Frauen und Ehrenamt" in der Wiener Urania
nachgegangen. Dazu eingeladen hatten der Arbeiter-Samariter-Bund
Österreichs und Frau Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek.
Einleitend beschrieb die Moderatorin des Gesprächs, Job-Coach und
Autorin Elfriede V. Gerdenits, die unglaubliche Leistung der
Ehrenamtlichen Österreichs: "Jede Woche werden in Österreich 14,7
Millionen Stunden Freiwilligenarbeit geleistet. Umgerechnet sind das
etwa 425.000 Vollzeitstellen. Das wäre, als würden alle Mitarbeiter
der Firma Siemens weltweit ehrenamtlich arbeiten."
Doch woran liegt es, dass der größere Teil dieser ehrenamtlichen
Arbeit von Männern geleistet wird? In ihrer Ansprache stellte
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek fest: "Viele Frauen wollen
ehrenamtlich tätig sein, aber können sie es überhaupt? Frauen
arbeiten, wenn man alles zusammenzählt, wesentlich mehr als Männer.
Gerade wenn die Kinder noch klein sind, bleibt kaum Zeit."
Gleichzeitig dürften die formellen Vereinsstrukturen vieler
Ehrenamts-Organisationen für Frauen eher abschreckend sein. Selma
Sprajcer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des NPO-Instituts der WU
und Mitautorin des ersten Freiwilligenberichts: "Frauen sind eher in
Organisationen zu finden, die nicht hierarchisch organisiert sind."
ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser stellte fest, warum gerade in
den Funktionärspositionen dieser Vereine die Frauen fehlen: "Die
Ideen und das Engagement kommen oft den Frauen. Wenn das Projekt dann
ins Laufen kommt, überholen sehr oft die Männer und übernehmen die
Führungspositionen."
Wenn man die Frauen allerdings bewusst in die Gestaltung von
Freiwilligenprojekten mit einbezieht, kann das auch anders aussehen.
Nicole Sonnleitner vom Unabhängigen LandesFreiwilligenzentrum
Oberösterreich (ULF) berichtete von 20 aktuellen Modellprojekten; 16
von ihnen werden von Frauen geleitet. "Wir müssen weg vom Helfen und
Dienen, hin zum aktiven Mitgestalten", so Nicole Sonnleitner.
Eine, die diesen Schritt längst getan hat, ist Andrea
Fleischhacker. Sie engagiert sich neben ihrem anspruchsvollen
Vollzeitjob ehrenamtlich im Wiener Samariterbund. "Ich wollte etwas
geben, was mir wichtig ist: Zeit", erklärte sie ihre persönliche
Motivation. Gleichzeitig betonte sie aber auch, dass sie selbst sehr
viel vom Ehrenamt profitiere: "Ich gebe nicht nur, ich bekomme auch
sehr viel zurück. Einerseits eine Ausbildung, andererseits sehr viel
Respekt, Anerkennung und Dankbarkeit." Fleischhacker forderte die
Unternehmen auf, ein ehrenamtliches Engagement ihrer Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter mehr zu fördern und anzuerkennen: "Die Unternehmen
geben die Leute nicht in den Hobbybereich weg, sondern profitieren
enorm von den Erfahrungen im Ehrenamt."
Diese Sensibilisierung nicht nur der Unternehmen, sondern auch der
gesamten Öffentlichkeit, war einer der Beweggründe der
Podiumsdiskussion. Samariterbund-Präsident Franz Schnabl: "Es ist
eines unserer größten Ziele, in der Gesellschaft ein Bewusstsein für
das Grundrecht und die Pflicht der Solidarität zu fördern."
Zur Podiumsdiskussion:
Begrüßung:
Gabriele Heinisch-Hosek, Bundesministerin für Frauen und
öffentlichen Dienst
Moderation:
Elfriede V. Gerdenits, Karriere-Coach und Autorin
Es diskutierten:
- Dr. Sabine Oberhauser, Vizepräsidentin des ÖGB - Mag.a Nicole Sonnleitner, Projektleiterin des Unabhängigen Landes-Freiwilligenzentrums Oberösterreich - Mag.a Selma Sprajcer, wissenschaftliche Mitarbeiterin des NPO- Instituts der WU Wien - Mag.a (FH) Andrea Fleischhacker, ehrenamtliche Mitarbeiterin des ASBÖ - Dir. Franz Schnabl, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Rückfragehinweis:
Markus Widmer
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Tel.: 01 89 145-309 oder 0664 844 60 19
mailto:[email protected]
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