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OTS0144   27. Okt. 2009, 12:29

Bildungsbudget durch Uni-Scheck-System entlasten

LHStv. Scheuch zu Studentenprotesten: Österreichs Universitäten sind Zufluchtsort für "Numerus-Clausus-Flüchtlinge"


Seit Tagen protestieren Studenten in ganz
Österreich gegen die Schieflage der österreichischen Bildungspolitik.
In Teilbereichen zeigt Bildungsreferent LHStv. Uwe Scheuch
Verständnis für die Forderungen der Studenten. Die große Zahl
ausländischer Studenten führt zu einer Überlastung der
Lehrveranstaltungen und Prüfungen, so der Bildungsreferent. Das
österreichische Bildungssystem werde es auf Dauer nicht aushalten,
Zufluchtsort für "Numerus-Clausus-Flüchtlinge" aus Deutschland zu
sein. Einzige Lösung für die Platz- und Budgetnot sei daher die
Wiedereinführung der Studiengebühren bei gleichzeitiger Gewährung
eines Uni-Schecks für österreichische Maturanten.

"Jeder, der in Österreich erfolgreich die Matura oder die
Studienreifeprüfung ablegt, soll einen Uni-Scheck in der Höhe von
4.620 Euro bekommen", forderte Scheuch. Gleichzeitig müsse man im
ersten Semester Studiengebühren von 5.000 Euro einführen. Damit würde
man 90 Millionen Euro zur Entlastung des Bildungsbudgets einheben,
schließlich würden 18.000 Deutsche an Österreichs Unis studieren.
"Außerdem könnte man durch die Wiedereinführung von Studiengebühren
der Platznot in den Hörsälen entgegenwirken", erinnerte Scheuch an
die weitgehend besseren Bedingungen an den österreichischen
Universitäten zu Zeiten der Studiengebühren. Unter dem Strich blieben
für einheimische Studenten beim Uni-Scheck-System 380 Euro
Uni-Beitrag, was im Gegenzug für bessere Studienbedingungen und einer
Entlastung der Lehrveranstaltungen durchaus angemessen erscheine, so
der Bildungsreferent.

Die aktuelle Situation verlange Lösungen, mit denen vorrangig den
österreichischen Studenten geholfen werde. Generelle
Zugangsbeschränkungen würden nur insgesamt die Zahl der Studierenden
verringern. Ausgleichszahlungen Deutschlands seien ebenso fraglich,
weil hinter dem "Numerus-Clausus" die Absicht der deutschen Politik
stünde, die Zahl der Studierenden in einem bestimmten Fach auf die
Nachfrage am Arbeitsmarkt zu limitieren. "Die Deutschen beschränken
ja bewusst und werden daher auch nicht für jene zahlen wollen, die
diese Ausbildungsbeschränkung umgehen", sagte Scheuch, der
gleichzeitig betonte, den Unmut der Studierenden, die sich um
Uni-Plätze streiten müssen, zu verstehen. "Wir Österreicher bezahlen
unsere Unis, daher sollten auch vornehmlich unsere Kinder darin
studieren können. Wie kommt der österreichische Steuerzahler dazu,
Deutschlands Akademikerrate zu subventionieren", so Scheuch.

Der Anteil deutscher Studenten an den österreichischen
Universitäten ist seit dem Jahr 2000 von 2,6 auf 7,3 Prozent im
vergangenen Studienjahr gestiegen. Nächstes Jahr dürfte die Zahl
wegen doppelter Maturajahrgänge in Bayern nochmals stark zunehmen.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0144 2009-10-27 12:29 271229 Okt 09 NKL0001 0369



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