- 25.10.2009, 04:00:12
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ÖSTERREICH: Grasser im Interview: "Habe Brief an Justizministerin geschrieben"
Ex-Finanzminister bestreitet Vorwürfe und kritisiert "dubiose Anzeige der Grünen"
Wien. (OTS) - Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser nimmt im
Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntag-Ausgabe) zur
Buwog-Affäre und den aktuellen Vorwürfen Stellung. "Ganz ehrlich, ich
versteh die Welt wirklich nimma. Ich weiß, dass ich nichts Illegales
getan habe, ich weiß deshalb, dass bei allen Ermittlungen genau nix
herauskommen kann, weil diese Privatisierung von A bis Z korrekt und
sauber gelaufen ist. Aber ich bin jeden Tag auf allen Titelseiten
aller österreichischen Tageszeitungen und erlebe das Intrigantentum
und die Neidgenossenschaft mancher österreichischen Journalisten in
einer bisher selbst bei mir noch nicht gekannten Brutalität", so
Grasser.
Grasser kann auch nicht nachvollziehen, nun als Beschuldigter zu
gelten: "Entschuldigung bitte, es gibt nichts, was das rechtfertigen
würde - außer einer dubiosen Anzeige der Grünen, die diese Anzeige
aus reinen politischen Rachegelüsten eingebracht haben."
An Justizministerin Claudia Bandion-Ortner hat der
Ex-Finanzminister nun einen Brief geschrieben. "Das Ganze geht mir
ungeheuer auf die Nerven. Ich habe jetzt der Frau Justizministerin
einen Brief geschrieben, in dem ich sie bitte, endlich Recht walten
zu lassen. Ich werde in der Causa Meinl seit zwei Jahren aufgrund von
einer dubiosen anonymen Anzeige durch den Medien-Fleischwolf gedreht,
habe aber keine Chance, mich zu rechtfertigen. Ich habe dem
Staatsanwalt in diesen zwei Jahren zehnmal angeboten, absolut
kooperativ zu sein, alles auszusagen, was ich weiß, alles auf den
Tisch zu legen. Der Staatsanwalt sagt, das interessiert ihn nicht, er
hat Wichtigeres zu tun", erläutert Grasser im ÖSTERREICH-Interview.
Er stellt auch klar: "Ich kann beschwören, dass in der Causa der
Buwog-Privatisierung alles korrekt war, dass von mir kein Wort zu
dieser Privatisierung an irgendwelche Freunde gegangen ist, dass ich
unter Garantie keinen Cent kassiert habe." Auch über seine (früheren)
Freunde Peter Hochegger und Walter Meischberger, sein Trauzeuge, sei
er verärgert: "Natürlich bin ich mehr als sauer auf die. Ich komm' zu
der ganzen Geschichte wie die Jungfrau zum Kind. Die haben mich da
komplett hineingeritten."
Rückfragehinweis:
ÖSTERREICH, Chefredaktion
Tel.: (01) 588 11 / 1010
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