- 21.10.2009, 13:31:25
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Schwentner: Opfer von Zwangsverheiratung brauchen sofortigen Schutz
Grüne fordern Umsetzung statt Ankündigung
Wien (OTS) - In Reaktion auf die heutige Ankündigung von
Frauenministerin Heinisch-Hosek, eine eigene Interventionsstelle und
eine Notwohnung für Betroffene von Zwangsverheiratung nur dann
errichten zu wollen, falls sich auch Innenministerin Fekter
finanziell daran beteiligt, meint Judith Schwentner, Frauensprecherin
der Grünen: "Den Schutz der von Zwangsverheiratung bedrohten Frauen
von der bekannt unnachgiebigen Innenministerin abhängig zu machen,
wird allmählich unglaubwürdig. Die SPÖ verhandelt schon seit Jahren
erfolglos mit der ÖVP über die Finanzierung einer einzigen
Notwohnung. Da wird wohl nie etwas dabei herauskommen." Es müssen
daher rasch andere alternative Finanzierungsmöglichkeiten gefunden
werden. "Wenn Geld für riesige PR-Kampagnen da ist, dann muss auch
das Geld für eine Notwohnung aufzutreiben sein. Den Opfern von
Zwangsverheiratung, die oft größter Gefahr und Gewalt ausgesetzt
sind, anstelle des dringend benötigten Schutzes nur leere
Versprechungen anzubieten, ist ein Armutszeugnis", so Schwentner.
Die Forderung nach bundesweiten Schutzzentren und einer betreuten
Notwohnung für Betroffene von Zwangsverheiratung wird von den Grünen
voll unterstützt. Deren Umsetzung von der Mitfinanzierung durch das
Innenministerium abhängig zu machen, bedeutet jedoch, dass das
Projekt keine Chance auf Realisierung hat. Derzeit müssen viele Opfer
in anderen Einrichtungen Zuflucht suchen: "Die Frauenhäuser sind
nicht der richtige Ort für von Zwangsverheiratung betroffene Frauen.
Denn diese sind nicht auf Zwangsverheiratung spezialisiert und können
den Frauen daher auch nicht ausreichend Schutz bieten", so
Schwentner. Es brauche unbedingt eigene Wohnprojekte für Frauen
zwischen 14 und 26 Jahren. Viele andere europäische Länder hätten
bereits eigene Schutzzentren für Opfer von Zwangsverheiratung.
Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]
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