- 21.10.2009, 09:00:12
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Ordensspitäler investieren kräftig
Hohe Eigenmittel-Anteile aufgewendet - Gleichbehandlung mit den öffentlich-rechtlichen Krankenhäusern erforderlich - Investitionen in Ordensspitäler rechnen sich
Wien (OTS) - Hohe Summen investieren die österreichischen
Ordensspitäler in die Modernisierung und den sinnvollen Ausbau ihrer
Krankenhäuser: Im Jahre 2008 wurden von den 24 heimischen
katholischen Ordensspitälern rund 160 Millionen Euro für solche
Investitionen ausgegeben. Davon wurde jedoch in einigen Bundesländern
nicht der gesamte Mittelbedarf von der öffentlichen Hand vergütet.
Insgesamt mussten 2008 rund 18 Millionen Euro von den
Spitalserhaltern selbst aufgebracht werden.
Die Ordensspitäler sind so wie die öffentlich-rechtlichen
Krankenhäuser gemeinnützig und erfüllen den öffentlichen
Versorgungsauftrag. Sie betreuen also in gleicher Weise wie die
Krankenhäuser der Länder und Gemeinden Krankenkassen-Patienten.
Dafür erhalten sie aber in einigen Bundesländern nicht die
gleichen Vergütungen wie die öffentlich-rechtlichen Spitäler. Die
öffentlichen Zuschüsse für Investitionen sind in jedem Bundesland
anders geregelt. Langfristige Planungen sind schwierig, da die
Finanzierungszusagen meist projektbezogen gegeben werden.
Österreichweit erbringen die Ordensspitäler rund 20 Prozent aller
Krankenhausleistungen, sind also zusammengenommen der größte
Spitalsbetreiber in Österreich.
"Von 1999 bis 2008 haben die Ordensspitäler mehr als eine
Milliarde Euro in ihre Häuser investiert. Davon mussten sie aber rund
150 Millionen Euro aus der eigenen Tasche aufbringen", erklärte Pater
Leonhard Gregotsch, Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler
Österreichs, am 21. Oktober 2009 in einem Pressegespräch in Wien.
"Dies kann auf Dauer nicht durchgehalten werden, da die Orden auf
ihre Reserven und andere Einnahmen zurückgreifen müssen. Sie erhalten
auch keinen Cent aus den Kirchenbeiträgen", so Gregotsch.
Finanzierung mit eigenen Mitteln wird schwieriger
Da die Ordensgemeinschaften im Laufe der Jahrzehnte immer kleiner
geworden sind und die Finanzierungskraft durch die Leistungen der
Brüder und Schwester immer geringer wird, führe dies zu einer
Substanzaushöhlung bei den Orden, die Spitäler betreiben. "Die
Finanzierung sinnvoller Investitionen wird daher immer schwieriger",
betont Pater Gregotsch.
Es sei daher recht und billig, die mit den Gesundheitsplanungen
des Bundes und der Länder abgestimmten Investitionen der
Ordensspitäler in gleicher Weise zu finanzieren wie jene der Landes-
und Gemeindespitäler.
"Erstens sind Investitionen wichtig für die Wirtschaftsankurbelung
und das Erhalten von Arbeitsplätzen. Zweitens wird dadurch die
Qualität des Leistungsangebots für die Patienten auf höchstem Niveau
gehalten. Und drittens ist nicht einzusehen, dass die Ordensspitäler
mit ihrem Versorgungsauftrag für die Bevölkerung schlechter behandelt
werden als jene Krankenhäuser, die im Eigentum der Länder stehen und
wo mit Steuermitteln die gesamten Kosten abgedeckt werden",
argumentiert Pater Gregotsch für eine Gleichbehandlung auch bei den
Investitionen.
Hohe Effizienz und Leistungsqualität
Pater Gregotsch wies in der Pressekonferenz auch darauf hin, dass
unabhängige Untersuchungen - u. a. des Instituts für Höhere Studien -
immer wieder beweisen, dass die Leistungsqualität und die
wirtschaftliche Effizienz der Ordensspitäler jener anderer
Krankenhäuser in nichts nachstehen. Auch eine Studie des
Rechnungshofes habe erst vor kurzem gezeigt, dass Investitionen in
Ordensspitälern sinnvoll sind. "Investitionen in Ordensspitälern
rechnen sich", so Gregotsch.
Forderung nach finanzieller Gleichbehandlung
Bekanntlich erhalten die Ordensspitäler auch bei den
Betriebsabgängen in einigen Bundesländern weniger Mittel als die
vergleichbaren Krankenhäuser der Länder. Hier mussten die Erhalter
der Ordensspitäler in den vergangenen zehn Jahren mehr als 130
Millionen Euro zuschießen. Dies ergibt mit den Eigenmitteln für die
Investitionen insgesamt einen Betrag von nahezu 300 Millionen Euro in
zehn Jahren.
Pater Gregotsch: "Wir hoffen, dass spätestens mit der nächsten
Vereinbarung zwischen Bund und Ländern unsere langjährige Bitte um
Gleichbehandlung unserer Leistungen mit jenen der
öffentlich-rechtlichen Spitäler erhört wird. Denn langfristig geht es
um den Bestand eines wesentlichen, sehr effizienten Teils des
österreichischen Gesundheitswesens".
Rückfragehinweis:
P. Leonhard Gregotsch
1010 Wien, Freyung 6/1/2/3
Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs
Telefon: 01/535 12 87/13
E-Mail: [email protected]
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