• 20.10.2009, 17:03:55
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Neue Bioethikkommission beim Bundeskanzleramt bestellt

Vorsitzende Druml will bioethische Fragen verstärkt in Gesellschaft tragen

Wien, 20.10.2009 (KAP) Die neu zusammengesetzte Bioethikkommission
beim Bundeskanzleramt ist am Dienstag mit einem Festakt bestellt
worden. Der Vorsitz der 5. Amtsperiode von 2009 bis 2011 bleibt bei
der Wiener Medizinethikerin Christiane Druml, der Genetiker Markus
Hengstschläger und der Philosoph Peter Kampits wurden als deren
Stellvertreter bestellt.

Aufgabe der Bioethikkommission ist es, den Bundeskanzler in
gesellschaftlichen und rechtlichen Fragen aus ethischer Sicht zu
beraten. Diese stellen sich vor allem im Zusammenhang mit der
Entwicklung der Wissenschaften auf dem Gebiet der Humanmedizin und
-biologie.

Im Gespräch mit "Kathpress" am Rande des Festakts im
Bundeskanzleramt in Wien kündigte Druml an, dass die Kommission über
ihre Funktion als Beratungsorgan der politisch Verantwortlichen
hinaus bioethische Fragen in die Gesellschaft hineintragen wolle.
Sie verwies in diesem Zusammenhang auf ein Schulprojekt, das bereits
seit Jahren erfolgreich laufe; die Bioethikkommission werde sich
auch im Rahmen der "Langen Nacht der Forschung" engagieren.

Der Kommission gehören u.a. auch der Wiener Philosoph Prof. Günther
Pöltner, der Grazer Moraltheologe Walter Schaupp, Prof. Johannes
Meran vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien, der Wiener
Rechtsphilosoph Prof. Gerhard Luf und der evangelische Theologe
Prof. Ulrich Körtner an.

Prof. Pöltner bilanzierte im "Kathpress"-Gespräch am Dienstag
grundsätzlich positiv über die vorangegangene Amtsperiode. Die
Kommission habe gute Arbeit geleistet, in vielen Fragen habe es auch
Konsens gegeben. Bei einigen Themen wünsche er sich jedoch eine
weitere Vertiefung der Debatte.

Differenzen über Stammzellforschung

Brisant war zuletzt im März 2009 der Bericht der Kommission zur
Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen. 17 der 25
Mitglieder (bei drei Enthaltungen) sprachen sich für eine weitere
Liberalisierung der Forschung in diesem Bereich aus. Fünf
Wissenschaftler, darunter der damals stellvertretende Vorsitzende
Pöltner, waren dagegen.

Prof. Pöltner erläuterte im "Kathpress"-Gespräch nochmals seinen
Standpunkt, dass es grundsätzlich nicht möglich sei, exakt den
Anfang individuellen menschlichen Lebens zu bestimmen. Deshalb müsse
man Vorsicht walten lassen und den sicheren Weg wählen.

Die Bioethikkommission wurde im Jahr 2001 erstmals eingerichtet und
wird jeweils für die Dauer von zwei Jahren bestellt.

O-Töne von Prof. Druml und Prof. Pöltner sind in Kürze unter
www.katholisch.at/o-toene abrufbar.

(ende)
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