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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Sandkastenspiele" (Von Kurt Horwitz)
Ausgabe vom 19.10.2009
Wien (OTS) - Werner Faymann ist das Dauerlächeln vergangen. Jetzt
besorgt er mit weinerlicher Miene die Geschäfte von EU-Präsident
Barroso: Der wünsche sich Frauen in der Kommission und deshalb sei
Wilhelm Molterer die falsche Wahl, lässt uns der Kanzler wissen.
Besonders schlau ist das nicht. Am Ende steht Faymann auf jeden Fall
als Verlierer da. Wird seine Favoritin Benita Ferrero-Waldner nicht
Kommissarin, ist das eine weitere Niederlage des SP-Chefs.
Schafft sie es, muss Faymann sich vorwerfen lassen, einen
einflussreichen Posten wie den des Agrarkommissars gegen einen
vergleichsweise unwichtigen geopfert zu haben, um Molterer zu
verhindern.
Noch einen Verlierer gibt es. Der Kanzler stellt Österreich als
Operettenstaat hin. Persönliche Eitelkeiten sind wichtiger als
Sachfragen.
Was solche Sandkastenspiele für unseren Ruf und für die
Durchsetzbarkeit unserer Wünsche in Brüssel bedeuten, sollte sich
Faymann ausrechnen können.
Rückfragehinweis:
Vorarlberger Nachrichten, Chefredaktion, Tel.: 0664/80588382
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