- 17.10.2009, 12:18:01
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Bayr: "Die Welt hat sich unsozial globalisiert"
"Global Governance" statt Diktat der Konzerne
Wien (OTS/SK) - "Auf der Börse mit Grundnahrungsmittel zu handeln
und die Preise in die Höhe zu treiben, ist irrsinnig", kritisierte
SPÖ-Entwicklungssprecherin, Nationalratsabgeordnete Petra Bayr, bei
einer Podiumsdiskussion zum Thema "Entwicklungszusammenarbeit -
Entstehen solidarischer Wege zur Weiterentwicklung" am Freitagabend
in der Österreichischen Forschungsstiftung für Internationale
Entwicklung. Spekulationen mit Nahrungsmitteln gehöre ein Riegel
vorgeschoben. Zudem forderte Bayr globale Regeln - oder "Global
Governance", denn derzeit würden multinationale Konzerne die Linie
vorgeben: "Die Welt hat sich unsozial globalisiert." ****
"Wir müssen global und gemeinsam die Treibhausgase eindämmen",
forderte Bayr ein vorbildhaftes klimapolitisches Auftreten der
europäischen Union ein. "Die EU muss mit gutem Beispiel vorangehen,
damit auch die Schwellenländer nachziehen." Ein Wirtschaften nach der
Logik der Profitmaximierung würde Nachteile für Menschen und Umwelt
mit sich bringen. Bayr forderte daher auch ein vehementes Vorgehen
gegen an Rodungen beteiligte Großkonzerne.
Harte Kritik äußerte Bayr außerdem an der europäischen Agrarpolitik:
"Im Durchschnitt wird eine europäische Kuh mit 2,5 Euro am Tag
gefördert, während beinahe eine Milliarde Menschen mit weniger als
einem US-Dollar am Tag leben müssen". Die "horrenden Agrarförderungen
der Europäischen Union" habe sie schon mehrfach thematisiert, die
führende Rolle großer Staaten wie Frankreich im
Landwirtschaftsbereich auf europäischer Ebene, sowie die
Lobby-Politik des konservativen Koalitionspartners erschwere hier
Verbesserungen.
Weitere TeilnehmerInnen der Diskusssion waren unter anderen Ruth
Picker vom Dachverband für Entwicklungspolitik in Österreich, Manfred
Schnitzer vom Außenministerium, sowie Professor Ulrich Brand von der
Universität Wien. (Schluss) ab
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