- 16.10.2009, 09:58:35
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Oberkirchenrat Schiefermair: Thema Zwangsprostitution enttabuisieren
Zum "EU-Anti-Trafficking-Tag"fordert der evangelische Oberkirchenrat entschiedenere Maßnahmen gegen Zwangsprostitution
Wien (OTS/epdÖ) - "Noch immer findet in Österreich im
Verborgenen Menschenhandel statt. Kriminelle Organisationen verdienen
Riesensummen an ausgebeuteten Frauen und Kindern, die in
sklavenähnlichen Zuständen leben müssen." Anlässlich des
"EU-Anti-Trafficking-Tags" am 18. Oktober hat der
evangelisch-lutherische Oberkirchenrat Karl Schiefermair
entschiedenere Maßnahmen gegen Zwangsprostitution gefordert.
Besonders dramatisch sei die Situation in der
österreichisch-tschechischen Grenzregion: "Immer noch werden hier
Frauen misshandelt, vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen",
sagt Schiefermair im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd
Ö). Täter und Profiteure seien vor allem Männer "bis in die höchsten
Schichten der Gesellschaft". Schiefermair, Mitglied der
evangelisch-lutherischen Kirchenleitung, erinnert an die Resolution
der Generalsynode vom November 2008. Darin haben die
österreichischen, deutschen und tschechischen evangelischen Kirchen
auf das "Elend der Frauen und Kinder, die vom organisierten
Verbrechen in die Sex-Industrie geschleust werden", hingewiesen. Der
zweite nationale Aktionsplan zur Bekämpfung des Menschenhandels, den
die Bundesregierung am 26. Mai angenommen hat, wird von Schiefermair
begrüßt, dennoch werde "viel zu wenig" getan. So habe es im
vergangenen Jahr "nur zwei Verurteilungen gegen Menschenhandel"
gegeben.
Dringend notwendig sei eine weitere Sensibilisierung der Gesellschaft
und auch der Pfarrgemeinden an der Grenze zu Tschechien und der
Slowakei. Das Thema Zwangsprostitution gehöre in den Kirchen
"enttabuisiert", meint Schiefermair. Die evangelische Kirche bemühe
sich, in ihren Gremien, Bildungsinstitutionen und der Frauenarbeit um
verstärkte Information und Sensibilisierung. Durch
Gemeindepartnerschaften nach Tschechien und der Slowakei soll auch
"vertrauensvolle Zusammenarbeit" erprobt werden, kündigt der
Oberkirchenrat an.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Dr. Thomas Dasek
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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