• 15.10.2009, 15:28:06
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Pirklhuber: "Niedrige Milchpreise sind kein Schicksal"

Österreich unter den größten Überlieferern in der EU

Wien (OTS) - "Österreich ist unter den fünf Mitgliedstaaten, die
ihre Milchquote am stärksten überschritten haben. Unter anderem haben
auch diese Überschreitungen dazu beigetragen, dass trotz eines
allgemeinen Lieferrückgangs noch immer viel zu viel Milch auf dem
Markt ist und die Preise verfallen. Möglich wurde und wird diese
Untugend der Überlieferung durch die sogenannte Saldierung, die auf
Betreiben der ÖVP trotz ruinöser Preise nicht abgeschafft wurde",
kritisiert der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang
Pirklhuber.

Wie aus vorläufigen Berechnungen der Kommission auf Grundlage der
Meldungen der Mitgliedstaaten hervorgeht, haben die fünf
Mitgliedstaaten Österreich, Zypern, Italien, Luxemburg und die
Niederlande ihre Quote für Lieferungen überschritten. Insgesamt
belaufen sich die Überschreitungen auf 348.400 Tonnen. Österreich hat
seine Quote um 1,2 Prozent überschritten. Die fünf Mitgliedstaaten
müssen jetzt Abgaben in Höhe von 99 Mio. Euro zahlen.

"Die Abgaben, die jetzt von den Überlieferer-Ländern in Höhe von 99
Mio. Euro zu zahlen sind, wären besser bei den Milchbäuerinnen und
Bauern aufgehoben gewesen. Dazu hätte die EU-Kommission allerdings
rechtzeitig die richtigen Signale setzen müssen, nämlich eine
Reduktion der Milchquoten, die eine Stabilisierung der
Milcherzeugerpreise nach sich ziehen würde. Derzeit kämpfen aufgrund
einer Serie von Fehlentscheidungen der Agrarminister und der
Kommission EU-weit zig-tausende Betriebe um ihre Existenz. Zu einer
der maßgeblichsten Fehlentscheidungen gehörte die EU-weite Anhebung
der Milchquote im letzten Jahr um +2,4 Prozent, denn das bedeutet 3,4
Mio. zusätzliche Tonnen auf dem Milchmarkt und damit ein Preisdebakel
der Sonderklasse", erläutert Pirklhuber.
Der Agrarministerrat kommenden Montag in Luxemburg muss zu Anlass
genommen werden, mit diesem Überschuss-Spektakel Schluss zu machen.
"Ich fordere Landwirtschaftsminister Berlakovich auf, endlich in
Österreich die Saldierung abzuschaffen und auf EU-Ebene für eine
flexible Mengensteuerung einzutreten."

Rückfragehinweis:
Die Grünen, Tel.: +43-1 40110-6697, [email protected]

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