• 14.10.2009, 08:28:27
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Lieber freie Wahl statt keine Wahl

Aufgezwungenes Medikamenten-Hopping

Wien (OTS) - Die geplante Medikamentenverschreibung der Salzburger
Gebietskrankenkasse (SGKK) entpuppt sich bei genauerer Betrachtung
als nicht patientenorientiert, warnt der Österreichische
Generikaverband. Patienten müssen sich auf einen monatlichen Wechsel
ihrer Medikamente gefasst machen, auch wenn sie bereits auf ein
günstiges Generikum eingestellt wurden. Kleinliche
Verordnungsvorgaben verunsichern Patientinnen und Patienten unnötig.

Was theoretisch gut klingt, scheitert oft in der Praxis: Die SGKK
verpflichtete vertraglich die Salzburger Ärzte, dass nur das jeweils
monatlich günstigste Medikament verschrieben werden darf. Da jedoch
die Preise von Generika laufend gesenkt werden, führt diese
Restriktion der ärztlichen Verordnung zu einem aufgezwungenen
monatlichen Medikamentenwechsel für den Patienten. Eine von der SGKK
erstellte Liste schreibt den Ärztinnen und Ärzten die Verordnungen
vor. Das heißt, chronisch Kranke müssen in Hinkunft ständig
wechselnde Präparate hinnehmen, auch wenn sie bereits auf ein sehr
günstiges Medikament eingestellt sind. Es kommt zur absurden
Situation, dass günstige Generika untereinander ausgetauscht werden.
Selbst bei einem Preisunterschied von fünf Cent unterliegt der Arzt
diesem Verordnungszwang.

Kleinliche Verordnungsvorgaben

"Wir befürchten eine extreme Verunsicherung der Patientinnen und
Patienten! Besonders bei chronisch Kranken besteht die Gefahr von
falschen oder doppelten Einnahmen, wenn Medikamente monatlich
gewechselt werden müssen", warnt Otmar Peischl, Obmann des
Österreichischen Generikaverbands. Ein Austausch von günstig gegen
günstig ist von niemandem nachvollziehbar. Diese kleinlichen
Verordnungsvorgaben werden auf dem Rücken der Patienten ausgetragen
und sind nicht praxistauglich. Ein völlig unnötiges
Medikamenten-Hopping stellt eine gravierende Fehlentwicklung im
Gesundheitswesen dar.

Keine Wahl

Ärzte haben mit dieser neuen Verpflichtung nicht nur keine Wahl,
sondern es entsteht gegenüber den Patienten auch eine schiefe Optik.
"Die freie Wahl bei ohnehin preisgünstigen Medikamenten muss
gewährleistet sein", fordert Peischl. Nur auf dieser Basis ist eine
nachhaltige Versorgung der Bevölkerung mit den erforderlichen
Medikamenten gewährleistet. Schließlich haben sich die Kassen mit der
Unterzeichnung des Kassenstrukturfonds verpflichtet, dass es zu
keinen Beeinträchtigungen für die Versorgung der Versicherten kommen
darf.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Generikaverband
Ansprechperson: Mag.(FH) Waltraud Janisch-Lang MAS
Tel.: 0650 544 92 92
mailto: [email protected]
http://www.generikaverband.at

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