- 13.10.2009, 16:16:37
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Einladung zum Symposium "Joseph Haydn im 21. Jahrhundert" - 14. bis 17. Oktober 2009
Symposium Schlussveranstaltung, Sa., 17. Oktober 2009, 10.00 Uhr Schloss Esterházy, Eisenstadt
Eisenstadt (OTS) - Im Rahmen des ersten Esterházy Streichquartett
Festivals findet am 17. Oktober 2009 von 10.00 bis 12.30 Uhr im
Schloss Esterházy die Schlussveranstaltung des Symposiums "Joseph
Haydn im 21. Jahrhundert" statt, bei der die Erkenntnisse des
vorangegangenen drei tägigen Symposiums der Öffentlichkeit
präsentiert werden.
Das u.a. von der Akademie der Wissenschaften, der Internationalen
Stiftung Joseph Haydn Eisenstadt, sowie von der Esterházy
Privatstiftung veranstaltete Symposium, das von 14.-16. Oktober in
Wien tagt, beschäftigt sich mit der Bedeutung des großen Komponisten
Joseph Haydn im 21. Jahrhundert.
International renommierte Haydnforscher versuchen, in einer von Peter
Gülke geleiteten Schlussdiskussion, möglichst klare Konturen eines
"anderen" Haydn-Bildes zu formulieren. Umrahmt werden die
Diskussionen durch eine Podiumsdiskussion von Künstlern und
Opernfachleuten über das spannende Thema der "aktuellen Präsenz von
Haydns Opern". Zum Schluß wird Barbara Rett mit dem Dirigenten René
Jacobs ein Künstlergespräch führen.
Die Tagung ist öffentlich zugänglich und kostenlos.
- Mi., 14. bis Fr., 16. Oktober in der Österr. Akademie der
Wissenschaften in Wien
- Sa., 17. Oktober Abschlussveranstaltung im Schloss Esterházy in
Eisenstadt
Detaillierte Tagungsinformationen unter www.haydn-explosiv.at
sowie unter www.oeaw.ac.at/kmf und www.haydnfestival.at
Wie sollte ein aktuelles Haydnbild konturiert sein? Was gibt uns
Haydns Musik heute?
Falsche, zu einseitige oder unzeitgemäße Bilder großer Komponisten
sind schwer zu überwinden. Sie sind nur durch 'neue' Bilder zu
ersetzen. Im Falle Mozarts ist das in den letzten Jahrzehnten
geglückt. "Amadeus" als ein Popstar des 18. Jahrhunderts wurde zu
einer vertrauten Gestalt, ja zu einem Zeitgenossen, mit dem man auch
außerhalb von Konzertsaal und Oper umgeht. Bei Haydn ist das anders.
An die alten Verniedlichungen zum "Papa Haydn" (Richard Wagner nannte
seine Musik gar die "eines geborenen Greises") glaubt heute keine
mehr - aber wir haben kein scharf gezeichnetes 'besseres' Bild von
ihm, Haydn ist uns merkwürdig unanschaulich. Dagegen opponiert die
Eisenstädter Ausstellung "Haydn explosiv" - mit viel nachhaltigem
Erfolg. Musiker von Rang begeistern sich heute für Haydns
anspruchsvolle Werke. Der aktuelle Haydn ist in der musikalischen
Praxis einer, der herausfordert und dann fasziniert: Musiker wie
Hörer, oder wie Alfred Brendel es sagt, es sei Musik "for
sophisticated listener".
Wissenschaft kann kein griffiges Bild entwerfen, aber sie kann und
muß eine Richtung weisen: das ist das Ziel unseres Symposiums "Joseph
Haydn im 21. Jahrhundert".
Stichworte zu Haydn, die Tradition haben, müssen nicht rundweg
falsch sein, wie: Fürstendiener, Geschäftsmann oder Philister, Bauer
oder honette homme. Von Übel ist die verallgemeinernde
Vereinseitigung, die Attitüde einen 'wahren' Haydn mit ihrer Hilfe
aufdecken zu können und sein Wesen 'auf den Punkt zu bringen'. Dann
wird schnell aus dem Fürstendiener ein berechnender Schmeichler in
Musik, aus dem Geschäftsmann ein skrupelloser Geschäftemacher, aus
dem Philister ein banausischer Nur-Musiker usw. Der dänische
Haydnforscher Jens Peter Larsen mahnte schon vor vielen Jahren:
"Haydn ist eher eine komplizierte als eine simple Natur gewesen."
Diese komplizierte Natur lebte in offenkundigen und verborgenen
Spannungen, auch in moralischen Spannungen - aber manches an
Wesenszügen dürfte auch ohne Angespanntheit nebeneinander
hergelaufen sein.
Ein aktueller Haydn ist ein "vielgesichtiger". Seine "komplizierte
Natur" erfordert ein abwägendes Differenzieren. Als perspektivischen
Einstieg wählen wir offenkundige Unterschiede und Gegensätze im
Phänomen Haydn. Einerseits wenden wir uns dem Persönlichkeitsbild zu,
stellen Stichwörter wie "Fürstendiener" und "souveräner Künstler"
gegenüber und entwerfen - sehr im Gegensatz zur herkömmlichen Meinung
- die gar nicht einseitig bloß auf Musik ausgerichtete "Welt" Haydns,
seinen Horizont, wie er in Briefen, persönlichen Notizen vom Leben im
London der frühen 1790er Jahre und in seinen ausgeprägten Interessen
für Literatur und bildende Kunst zum Ausdruck kommt.
Andererseits untersuchen wir die Musik ebenfalls unter der
Perspektive idealtypischer Antinomien wie:
Traditionelles/Konventionelles versus Innovatives/Individuelles,
Ernst/Erhabenes versus Witz/Humor/Heiteres, expressives Pathos versus
Ideal der popularen Simplizität, Einheit der Werke versus
aufbrechender Bizarrerie.
Bild(er) finden Sie nach Ende der Veranstaltung
im AOM/Original Bild Service sowie im OTS Bildarchiv unter
http://bild.ots.at, www.pressefotos.at und www.picturedesk.com.
Rückfragehinweis:
Österreichische Akademie der Wissenschaften Angelika Roch Postgasse 7-9/4/3, 1010 Wien Tel.: (+43) (1) / 515 81 - 3701 Fax: (+43) (1) / 515 81 - 3700 mailto:[email protected] www.oeaw.ac.at/kmf Esterházy Privatstiftung Edeltraud Werschlein Esterházyplatz 5, 7000 Eisenstadt Tel.: (+43) (0) 2682 / 63004 / 410 Mobil: (+43) (0) 664 620 71 10 Fax: (+43) (0) 2682 / 63004 / 499 mailto:[email protected] www.esterhazy.at www.haydn-explosiv.at Internationale Joseph Haydn Privatstiftung Eisenstadt Mag. Kathrin Steiner Schloss Esterházy, 7000 Eisenstadt Tel.: (+43) (0) 2682 / 61 866 Fax: (+43) (0) 2682 / 61 805 mailto:[email protected] www.haydnfestival.at
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