OTS0050 / 12.10.2009 / 10:10 / Channel: Politik / Aussender: SPÖ Pressedienst
Stichworte: Offener Brief / SPÖ / Universität / VSStÖ / Zugangsbeschränkungen


VSStÖ: Offener Brief an Uni-Senate

Utl.: Senate können Zugangsbeschränkungen verhindern =


   Wien (OTS/SK) - Der Verband sozialistischer StudentInnen (VSStÖ)
fordert die Uni-Senate heute in einem offenen Brief auf,
Zugangsbeschränkungen zu verhindern. Der Brief wird heute an die
Senate der Universitäten Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt, so
wie an die Wirtschaftsuniversität Wien, die Technische Universitäten
Wien und Graz, die Universität für Bodenkultur Wien, die
Karl-Franzens-Universität Graz, die Johannes-Kepler Universität Linz
und an die Montanuni Leoben verschickt. ****
 "Je mehr Menschen eine hohe Ausbildung haben, desto besser ist es
für die Gesellschaft. Was die österreichischen Universitäten
brauchen, ist mehr Geld für bessere Studienbedingungen und weiter
reichende Studienförderung. Ein Wissenschaftsminister, der möglichst
wenig Studierende will, ist eine Fehlbesetzung", ergänzt Wollner.
Der offene Brief im Wortlaut:
Sehr geehrte Senatsvorsitzenden und Senatsmitglieder, 
mit der Universitätsgesetznovelle im Juli 2009 wurden
Zugangsbeschränkungen in Master- und allen PhD-Studien ermöglicht.
Auch eine verschärfte Studieneingangsphase mit starken
Sequenzierungen kann dadurch eingeführt werden.  
Die Entscheidungskompetenz, ob Zugangsbeschränkungen in den einzelnen
Studien eingeführt werden, liegt bei den Senaten: Sie, als
Stimmberechtigte in den Senaten, können Zugangsbeschränkungen
verhindern. Der Verband sozialistischer StudentInnen fordert Sie
deshalb auf, Ihre Stimme gegen noch mehr Ungerechtigkeiten im
Bildungssystem zu erheben und keine Zugangsbeschränkungen zu
implementieren. 
Zahlreiche Studien und wissenschaftliche Arbeiten bestätigen:
Zugangsbeschränkungen wirken höchst sozial selektiv. Vor allem
Studierenden aus bildungsfernen Schichten, arbeitenden Studierende
und Frauen werden so Steine in den Weg gelegt. Wissenschaftsminister
Hahn versucht durch das Verdrängen möglichst vieler Studierenden eine
vermeintlich einfache Lösung für die finanzielle Misere der Unis zu
erfinden und bezeichnet es als fatal, dass über 80 Prozent der
Studierenden planen, ein Master-Studium abzuschließen. Das Ziel einer
Universität muss aber sein, allen Studierenden, egal welcher Herkunft
oder Geschlecht, einen möglichst hohen Bildungsabschluss zu
ermöglichen. Auch im Bereich der Studieneingangsphase rufen
verschiedene Stimmen nach möglichst harten Sequenzierungen, um gleich
zu Beginn des Studiums Menschen aus der Uni zu drängen.  
Die Senate können es den Studierenden in den Studienplänen allerdings
ermöglichen, Stunden in die Studieneingangsphase vorzuziehen, damit
keine Wartesemester, die zu Beihilfenverlusten führen, entstehen.
Außerdem kann mit Senatsbeschlüssen gewährleistet werden, dass keine
versteckten Knock-Out-Prüfungen in die Eingangsphasen eingebaut
werden. Schließlich sollten Eingangsphasen zur Orientierung dienen
und nicht zur Abschreckung benutzt werden. 
Wir fordern alle Mitglieder auf, an diesem bildungspolitischen
Wendepunkt nicht gegen die Studierenden zu stimmen und
Zugangsbeschränkungen auf allen Ebenen zu verhindern und den
Elite-Uni-Plan des Wissenschaftsministers zu vereiteln! 
Sophie Wollner 
VSStÖ-Bundesvorsitzende
Rückfragehinweis: Stefanie Grubich, VSStÖ-Pressesprecherin, 0676/38
58 81 3
Rückfragehinweis:
   SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien 
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