Wien (OTS/SK) - Der Verband sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) fordert die Uni-Senate heute in einem offenen Brief auf, Zugangsbeschränkungen zu verhindern. Der Brief wird heute an die Senate der Universitäten Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt, so wie an die Wirtschaftsuniversität Wien, die Technische Universitäten Wien und Graz, die Universität für Bodenkultur Wien, die Karl-Franzens-Universität Graz, die Johannes-Kepler Universität Linz und an die Montanuni Leoben verschickt. ****
"Je mehr Menschen eine hohe Ausbildung haben, desto besser ist es für die Gesellschaft. Was die österreichischen Universitäten brauchen, ist mehr Geld für bessere Studienbedingungen und weiter reichende Studienförderung. Ein Wissenschaftsminister, der möglichst wenig Studierende will, ist eine Fehlbesetzung", ergänzt Wollner.
Der offene Brief im Wortlaut:
Sehr geehrte Senatsvorsitzenden und Senatsmitglieder,
mit der Universitätsgesetznovelle im Juli 2009 wurden Zugangsbeschränkungen in Master- und allen PhD-Studien ermöglicht. Auch eine verschärfte Studieneingangsphase mit starken Sequenzierungen kann dadurch eingeführt werden.
Die Entscheidungskompetenz, ob Zugangsbeschränkungen in den einzelnen Studien eingeführt werden, liegt bei den Senaten: Sie, als Stimmberechtigte in den Senaten, können Zugangsbeschränkungen verhindern. Der Verband sozialistischer StudentInnen fordert Sie deshalb auf, Ihre Stimme gegen noch mehr Ungerechtigkeiten im Bildungssystem zu erheben und keine Zugangsbeschränkungen zu implementieren.
Zahlreiche Studien und wissenschaftliche Arbeiten bestätigen: Zugangsbeschränkungen wirken höchst sozial selektiv. Vor allem Studierenden aus bildungsfernen Schichten, arbeitenden Studierende und Frauen werden so Steine in den Weg gelegt. Wissenschaftsminister Hahn versucht durch das Verdrängen möglichst vieler Studierenden eine vermeintlich einfache Lösung für die finanzielle Misere der Unis zu erfinden und bezeichnet es als fatal, dass über 80 Prozent der Studierenden planen, ein Master-Studium abzuschließen. Das Ziel einer Universität muss aber sein, allen Studierenden, egal welcher Herkunft oder Geschlecht, einen möglichst hohen Bildungsabschluss zu ermöglichen. Auch im Bereich der Studieneingangsphase rufen verschiedene Stimmen nach möglichst harten Sequenzierungen, um gleich zu Beginn des Studiums Menschen aus der Uni zu drängen.
Die Senate können es den Studierenden in den Studienplänen allerdings ermöglichen, Stunden in die Studieneingangsphase vorzuziehen, damit keine Wartesemester, die zu Beihilfenverlusten führen, entstehen. Außerdem kann mit Senatsbeschlüssen gewährleistet werden, dass keine versteckten Knock-Out-Prüfungen in die Eingangsphasen eingebaut werden. Schließlich sollten Eingangsphasen zur Orientierung dienen und nicht zur Abschreckung benutzt werden.
Wir fordern alle Mitglieder auf, an diesem bildungspolitischen Wendepunkt nicht gegen die Studierenden zu stimmen und Zugangsbeschränkungen auf allen Ebenen zu verhindern und den Elite-Uni-Plan des Wissenschaftsministers zu vereiteln!
Sophie Wollner VSStÖ-Bundesvorsitzende
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OTS0050 2009-10-12/10:10
121010 Okt 09
NSK0001 0410
09.02.2010 / 13:15:57 / Bauernbund Österreich (BBÖ)
08.02.2010 / 13:05:44 / YPD Challenge
07.02.2010 / 10:32:49 / SPÖ Pressedienst
06.02.2010 / 10:48:42 / ÖAMTC-Informationszentrale