• 08.10.2009, 13:08:14
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Seniorenrat (2) - Blecha: Politik für und mit den SeniorInnen

"Wir kämpfen mit den Jungen für ein sozial gerechtes Österreich"

Wien (OTS/SK) - Der Präsident des Pensionistenverbands Österreich,
Karl Blecha, rief am Donnerstag im Rahmen der Vollversammlung des
Seniorenrats zur Verwirklichung einer "SeniorInnenpolitik des 21.
Jahrhunderts" auf. Dabei müsse es darum gehen, Politik nicht nur für
die SeniorInnen zu betreiben, sondern mit den SeniorInnen. Im
Interesse einer solidarischen Gesellschaft müssten Kompetenzen der
älteren Generationen genutzt und ihre Potentiale abgerufen werden.
Blecha wandte sich gegen jegliche Form der Altersdiskriminierung, und
stellte klar: "Wir verschließen nicht die Augen vor der
demografischen Entwicklung und ihren Auswirkungen, aber wir stellen
uns gegen die Behauptungen, das Pensionssystem und der Sozialstaat
seien unfinanzierbar." ****

Nicht so sehr die Zahl der über 60-Jährigen sei im Steigen
begriffen, sondern eher jene der über 80-Jährigen. Damit wachse in
erster Linie der Bedarf an Pflege und Betreuung. "Das wirkliche
Problem ist nicht die Finanzierung der Pensionen, sondern der Pflege
und Betreuung. Das wird uns zwingen, Teile des Sozialstaats auf
Steuerfinanzierung umzustellen", so Blecha.

Die Grundlage für ein funktionierendes Zusammenleben sei ein
"Miteinander der Generationen, um auch die Voraussetzung für ein
späteres Füreinander zu schaffen", betonte Blecha. Die "Hetze" gegen
die ältere Generation, die in den letzten Wochen im Zuge der Debatte
um die Pensionserhöhungen in der Diffamierung der Älteren als "graue
Gefahr" oder "gierig und maßlos" gegipfelt habe, bezeichnete Blecha
als "Ungeheuerlichkeit" und einen "Anschlag auf den Zusammenhalt und
den sozialen Frieden". Die Forderung der PenionistInnen sei lediglich
die Abgeltung der Teuerung im zweiten Halbjahr 2008 und im ersten
Halbjahr 2009. Eine Wertminderung der Pensionen wirke sich nicht nur
auf die gegenwärtigen PensionsbezieherInnen aus, sondern "trifft auch
die Jungen, weil sie das Vertrauen der Jugend in das System
erschüttert". "Wer uns auseinanderdividieren will, beißt auf Granit.
Jung und Alt sitzen im gleichen Boot, wir kämpfen mit den Jungen für
ein sozial gerechtes Österreich", bekräftigte Blecha.

Einen besonderen Verdienst bei der Pflege älterer Menschen würden
Frauen erbringen. Gerade erwerbstätige Frauen seien nicht nur mit
schlechterer Bezahlung konfrontiert, sondern müssten auch nach dem
Beruf noch zu Hause Pflegedienste verrichten. Angesichts dieser
Ungerechtigkeit brauche es auch einen fairen Geschlechtervertrag,
forderte Blecha. (Forts.) bg

Rückfragehinweis:
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Tel.: 01/53427-275
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