• 03.10.2009, 10:46:30
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Caritas begrüßt Vorstoß für ein Staatssekretariat für Integration

Binnenstein-Bachstein: Das Integrationsthema ist im Innenministerium falsch und schlecht aufgehoben

Wien (OTS) - Die langjährige Caritas- Forderung nach einer
Auslagerung der Integrations- und Flüchtlingsschutz- Materie in ein
eigenes Ressort wird endlich gehört. "Gelungene Integration braucht
ein Gesamtkonzept", bekräftigt Werner Binnenstein-Bachstein,
Generalsekretär der Caritas der Erzdiözese Wien, der den Vorstoß des
Wiener Bürgermeisters für ein eigenes Ressort für Integration sehr
begrüßt: "Recht auf Familie, Zugang zum Arbeitsmarkt, faire soziale
Absicherung, Zugang zur Bildung, vertretbare Wohnverhältnisse,
Möglichkeit der Teilnahme zumindest an der Kommunalpolitik.
Integration ist eine Querschnittmaterie. Da ist das Thema Sicherheit
nur eines von vielen. Das wird im Innenministerium leider
offensichtlich immer wieder vergessen! Deshalb ist das
Integrationsthema im Innenministerium schlecht und falsch
aufgehoben!" Als logische Konsequenz sei die Schaffung eines eigenen
Staatssekretariats für Integration dringend erforderlich. Zusätzlich
fordert die Caritas einen grundsätzlichen Neustart der Asyl- und
Migrationsdebatte. "Österreich braucht ein eigenes Staatssekretariat
für Integration, das in seine Entscheidungen alle relevanten Bereiche
wie Bildung, Arbeitsmarkt, Soziales und das Flüchtlingswesen mit
einbezieht. Das Migrationsthema darf nicht länger nur unter dem
Sicherheitsaspekt abgehandelt werden. Migration und Integration sind
Querschnittsthemen, die alle Gesellschaftsbereiche berühren!" so
Binnenstein-Bachstein.

Binnenstein-Bachstein bekräftigt, dass von ernsthafter Integration
nur dann die Rede sein könne, wenn diese auch rechtliche
Gleichstellung, soziale Chancengleichheit und die Wahrung und
Förderung kultureller Vielfalt bedeute. Denn Integration heißt,
gleichberechtigt am Leben teilzuhaben. Die Bemühungen müssten dahin
gehen, dass MigrantInnen in Zukunft in ihrem Job auch
Aufstiegschancen haben und nicht mehr an eine gläserne Decke stoßen,
die sie nicht durchbrechen könnten. "Österreich braucht einen fairen
Umgang mit seinen MigrantInnen und einen menschenrechtskonformen
Umgang mit Schutzsuchenden. Geordnete Zuwanderung ist eine Chance und
eine Bereicherung für unser Land und nicht eine Bedrohung", ergänzt
Binnenstein-Bachstein. Dennoch sei klar, dass Integration immer ein
wechselseitiger Prozess ist, bei dem alle Beteiligten Schritte
aufeinander zugehen müssen. Konkret bedeutet dies Anstrengungen für
beide Seiten.

Caritas-Projekt Tanz-die-Toleranz zeigt: Gelungene Integration ist
für alle ein Gewinn

Binnenstein-Bachstein: "Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, dass
Integration möglich ist, und gelungene Integration für alle
Beteiligten ein Gewinn ist. Wer sich davon selbst überzeugen will,
den lade ich sehr herzlich zu unserer Tanz die Toleranz Veranstaltung
EXIL am 9. und 10. Oktober ins Wiener Gasometer ein." Das Caritas
Tanzprojekt verbindet junge Menschen unterschiedlichster Herkunft.
Rund 100 junge Tanzbegeisterte haben sich vier Wochen lang gemeinsam
mit dem bekannten Choreografen Royston Maldoom in einen intensiven
Probenprozess begeben. "Tanz die Toleranz" richtet sich in seinem
kulturellen und ästhetischen Anspruch an die Gesellschaft in ihrer
gesamten Vielfalt. "Man muss nicht miteinander sprechen können, um
miteinander zu leben; wenn man aber zusammen getanzt hat, kann man
auch miteinander leben", so der Choreograf Royston Maldoom. Im Fokus
steht der Moment der Aufführung, das gemeinsame Erlebnis auf der
Bühne. "Viele fragen sich vielleicht: Warum organisiert die Caritas
ein Tanzprojekt? Unsere Erfahrungen zeigen: Beim Tanzen entstehen
manche Barrieren, aufgrund von Sprache, Herkunft oder Bildung erst
gar nicht - Freundschaften allerdings entstehen wie "nebenbei", so
Binnenstein-Bachstein abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag.(FH) Klaus Schwertner
Pressesprecher Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: +43 (0)1/878 12-221, Mobil: +43 (0)664/848 26 18
mailto:[email protected]
www.caritas-wien.at

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