• 02.10.2009, 12:36:57
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Vana/ Grüne Wien: Equal Pay für Frauen in Wien noch in weiter Ferne

Vana: "Wien soll Musterstadt für Einkommensgerechtigkeit werden"

Wien (OTS) - Frauen in Wien müssen 88 Tage länger arbeiten um auf
das gleiche Salär zu kommen wie Männer. Ab Montag 5. Oktober - dem
Wiener Equal Pay Day - haben Männer bereits das verdient, was Frauen
erst am Jahresende am Konto haben. Monika Vana, Stadträtin und
Frauensprecherin der Grünen Wien: "Equal Pay ist in Wien noch in
weiter Ferne. Wien soll Musterstadt in Sachen Einkommensgerechtigkeit
zwischen Frauen und Männern werden. Die Stadt Wien soll endlich das
umsetzen, was sie im Bund fordert."

Vana fordert, dass für die 75.000 Beschäftigten der Stadt Wien
endlich "gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" gelten muss. "Die
Offenlegung der Gehälter und aller Zulagen im Magistrat sowie neue
Arbeitsbewertungsverfahren sind dazu ein wichtiger Schritt. Der
Anteil an Frauen in Spitzenfunktionen muss angehoben werden. Die
Förderung der Väterkarenz und Einführung des "Papa-Monats" - die
Stadt Wien hat lediglich 1% Männer in Elternkarenz" - wie auch die
Koppelung Wirtschaftsförderung und der öffentlichen Auftragsvergabe
an betriebliche Gleichstellung könnten schon längst umgesetzt sein,
wenn den Worten endlich Taten folgen würden", so Vana

Dass es massiven Handlungsbedarf gibt, zeigen die Zahlen. Im
Magistrat verdienen Frauen um 15 % weniger. Weibliche Angestellte
erhalten in Wien mit 37%, Arbeiterinnen um 35% und Pensionistinnen um
36% weniger als Männer. Schon bei den Lehrlingen ist die Kluft
immens: 19% beträgt die Differenz nach 3 Lehrjahren, wenn man die
Lehrlingsentschädigung der 10 beliebtesten Lehrberufe von Mädchen mit
den 10 beliebtesten Lehrberufen von Burschen vergleicht. Dass in Wien
die Einkommensschere im Vergleich zu den anderen Bundesländern
geringer ausfällt, liegt nur zu einem Teil am besseren Verdienst der
Frauen. Zum anderen liegt es am niedrigen Einkommen der Wiener im
Vergleich zu Restösterreich.

Die Einkommensdifferenz liegt vor allem daran, dass traditionell
frauendominierte Arbeitsbereiche generell schlechter bezahlt werden,
weniger Frauen innerbetrieblich Karriere machen, Zuschläge und
Sonderzahlungen eher Männern zu gute kommen. In 15 % der Fälle liegt
klassische Lohndiskriminierung vor. Da nur ganzjährig
Vollzeitbeschäftigte Arbeit in der Statistik zum Equal Pay Day
verglichen wird, spielt Teilzeitarbeit nur indirekt eine Rolle;
Teilzeitjobs sind oft Sackgassenjobs und damit bleibt vielen Frauen
eine Karriere versperrt. Qualifizierte Teilzeit gibt es in Österreich
praktisch nicht. Die Stadt Wien könnte auch hier innovative Akzente
setzen, um qualitative Teilzeit zu fördern, so Vana abschließend.

Rückfragehinweis:
Pressereferat, Tel.: (++43-1) 4000 - 81814, [email protected]

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