- 01.10.2009, 13:32:30
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Inhaftierte Journalisten für Standfestigkeit und Mut ausgezeichnet
Wien (OTS) - Pressefreiheit und das Recht auf freie
Meinungsäußerung muss in manchen Ländern noch beträchtlich gestärkt
werden. Immer wieder werden kritische und investigative Reporter
bedroht, verfolgt und verurteilt. Um diese Missstände aufzuzeigen,
zeichnete Reporter ohne Grenzen Österreich in diesem Jahr erstmals
zwei inhaftierte Journalisten mit dem Presse Freedom Award aus.
Anerkennungen gibt es für eine armenische Journalistin und die
Zeitung "Batumelebi" aus Georgien.
Mutiger und unabhängiger Journalismus ist die Grundlage für
Freiheit und Demokratie. Um den unabhängigen Journalismus in Ost- und
Südosteuropa zu fördern, verleiht Reporter ohne Grenzen Jahr für Jahr
den "Press Freedom Award - Signal für Europa" an kritische und
investigative Journalisten. "Der Pressefreiheitspreis dient als
Aufbauarbeit in Sachen Demokratiebewusstsein und soll Journalisten
ermutigen, ihre aufrechte Gangart im Sinne der Menschenrechte und
Pressefreiheit beizubehalten", erklärt Rubina Möhring, Präsidentin
von Reporter ohne Grenzen, die Ziele des Pressefreiheitspreises. "Der
mit insgesamt 12.000 Euro dotierte Award soll den Journalisten aber
nicht nur Mut machen, sondern auch eine finanzielle Hilfestellung für
sie und ihre Familie sein".
Die Preisträger wurden auch heuer nach drei Kriterien ermittelt.
"Die Jury bewertet zum einen die journalistische Qualität der
Beiträge, die Relevanz der behandelten Themen für die Gesellschaft
und den persönlichen Mut der Journalisten", führt Albert Rohan,
Sprecher der Jury und früherer Generalsekretär des österreichischen
Außenministeriums aus.
Kriminalisierung von Journalisten kein Einzelfall
In diesem Jahr wurde von Reporter ohne Grenzen erstmals zwei
inhaftierte Journalisten mit dem Press Freedom Award ausgezeichnet.
Auf Vorschlag des OSCE-Medienbeauftragten Miklos Haraszti wählte die
internationale Jury die Journalisten Eynulla Fatullayev und Ganimat
Zahidov, beide aus Aserbaidschan, zu den diesjährigen Gewinnern.
Haraszti begründet die Entscheidung der Jury: "Die beiden Reporter
aus Aserbaidschan wurden für ihre Standhaftigkeit und ihren Mut als
kritische und investigative Journalisten ausgezeichnet." Beide
Journalisten wurden bereits mehrmals von der Regierung verfolgt und
angeklagt. Nun wurden die beiden Männer zum einen wegen Anstiftung zu
Terror und Steuerhinterziehung und zum anderen wegen Hooliganismus
verurteilt. Haraszti: "Immer öfter sind wir damit konfrontiert, dass
Journalisten offiziell nicht aufgrund ihrer journalistischen
Tätigkeit verurteilt werden, sondern dass sonstige Anklagepunkte
konstruiert werden. So verhält es sich auch mit den beiden
Preisträgern. Damit versucht man Journalisten sozusagen auf Umwegen
zu kriminalisieren, um formal nicht mit dem Gebot der Pressefreiheit
in Konflikt zu geraten."
Kritische Armenien-Analyse
Neben den beiden Auszeichnungen wurden 2009 auch zwei
Anerkennungen vergeben. Die erste ging an die junge Journalistin
Marianna Grigoryan aus Armenien. Sie konnte die Jury mit ihrer
mutigen Analyse ihres Heimatlandes überzeugen. Die Armenierin, eine
erfahrene Reporterin, arbeitet seit Jahren im Journalismus und hat
sich auf die Themen Umweltpolitik, Gesundheit und Soziales
spezialisiert.
Anerkennung für Gerichtsreportagen in Georgien
Die zweite Anerkennung erhielt das georgische Medium Batumelebi.
Batumelebi (übersetzt: Menschen von Batumi) ist eine unabhängige und
innovative Wochenzeitung. Innerhalb von zwei Jahren entwickelte sie
sich von einer regionalen Zeitung zu einem nationalen Medium, die
einen wichtigen und überaus professionellen Beitrag für die
georgische Medienlandschaft leistet und ein Musterbeispiel für
Pressefreiheit, journalistische Grundsätze und Mut ist. "Die Zeitung
wurde für die Veröffentlichung detaillierter Gerichtsreportagen über
Verbrechen an Frauen und Folterung von heimkehrenden Soldaten
ausgezeichnet", so Rohan.
Über Reporter ohne Grenzen Österreich (ROG)
Reporter ohne Grenzen Österreich setzt sich weltweit für die
Medienfreiheit und Freiheit der Reporter ein und unterstützt bei
Inhaftierung und Ermordung deren Familien. Die unabhängige
Organisation mit Sitz in Paris, Niederlassung in Österreich und mehr
als hundert Korrespondenten in aller Welt fordert aktiv den Respekt
vor den Menschenrechten und beruft sich auf den Artikel 19 der
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Die Freiheit zu informieren
und informiert zu werden. 2007 erhielt Reporter ohne Grenzen den Dr.
Karl Renner-Preis.
Rückfragehinweis:
Pressestelle Reporter ohne Grenzen Österreich Dr. Peter Hörschinger ikp Wien PR und Lobbying GmbH T: +43 1 524 77 90 E: [email protected] Büroleitung Reporter ohne Grenzen Österreich Mag. Hanna Ronzheimer Reporter ohne Grenzen Österreich T.: +43 1 581 00 11 E.: [email protected]
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