• 01.10.2009, 11:18:23
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  • OTS0135 OTW0135

Illegaler Gentech-Leinsamen in Österreichs Backwaren

Greenpeace fordert lückenlose Aufklärung von Gesundheitsminister Stöger

Wien (OTS) - Recherchen von Greenpeace haben ergeben, dass aus
Kanada stammende Lieferungen von mit Gentechnik verunreinigtem
Leinsamen auch in Österreich auf den Markt gelangt sind. Dieser
Leinsamen ist in Europa nicht zugelassen und somit illegal im
Verkauf. Er kann zum Beispiel in Backwaren oder auch in Müsli
enthalten sein. Das Gesundheitsministerium nimmt derzeit zwar Proben,
hat aber angekündigt, die betroffenen Produktnamen nicht publik zu
machen.

"Über neunzig Prozent der österreichischen Bevölkerung lehnen
Gentechnik in Lebensmitteln ab", ruft Greenpeace-Sprecher Philipp
Strohm in Erinnerung. "Wenn das Ministerium also illegale Gentechnik
in Lebensmitteln findet, haben die Menschen das Recht zu erfahren, in
welchen Produkten genau. Und deshalb verlangen wir von
Gesundheitsminister Stöger auch, die vorliegenden Testergebnisse zu
veröffentlichen - alle Produktnamen inklusive", lautet die Forderung
von Greenpeace.

Der aus Kanada stammende Leinsamen - mit dem offiziellen Namen
"CDC Triffid" - ist im gesamten EU-Raum nicht zugelassen. Sogar in
Kanada selbst wurde der betroffenen Sorte bereits 2001 die Zulassung
entzogen. Wie es nun dazu kommen konnte, dass er acht Jahre später
Lieferungen nach Europa verunreinigt, ist bislang noch völlig unklar.
"Dieser Fall zeigt vor allem eines: Wird Gentechnik einmal in die
Natur ausgebracht, kann sie einfach nicht mehr kontrolliert werden",
kommentiert Greenpeace-Sprecher Strohm den Vorfall.

Ursprung des Gentech-Leinsamens dürften die Versuchsfelder der
Universität von Saskatchewan in Kanada sein. Dort wurde der Pflanze
mittels Gentechnologie eine Resistenz gegen ein Spritzmittel von
"DuPont" eingebaut und anschließend wurde sie auf Testfeldern
ausgebracht. Der Grund dafür war, dass viele Böden bereits mit dem
Spritzmittel von "DuPont" verunreinigt waren und somit ein Anbau von
Leinsamen unmöglich wurde. Die eingebaute Resistenz gegen das
Spritzmittel sollte das Problem lösen und den Anbau wieder möglich
machen.

"Die Gentech-Industrie versuchte ganz offensichtlich, den Teufel
mit dem Beelzebub auszutreiben. Und die Rechnung dafür sollen jetzt
die Konsumenten zahlen", protestiert Strohm. "Das Gebot der Stunde
muss hingegen Transparenz heißen: Nimmt das Gesundheitsministerium
nämlich schon einmal Steuergelder für Tests in die Hand, dann haben
wir Konsumenten auch das Recht, über diese Ergebnisse informiert zu
werden", so Strohms abschließende Forderung.

Rückfragehinweis:
Mag. Philipp Strohm, Greenpeace CEE
Tel.: 0664-6126721

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