• 30.09.2009, 10:00:01
  • /
  • OTS0064 OTW0064

Jugendkriminalität: Grenzerfahrung in der Entwicklung

Bei den meisten straffälligen Jugendlichen endet die kriminelle Karriere mit dem Erwachsenwerden. Jugendkriminalität ist Thema der KfV-Präventionsfachtagung.

Wien (OTS) - Insgesamt wurden im Jahr 2008 laut Kriminalstatistik
240.554 Personen aufgrund gerichtlich strafbarer Handlungen angezeigt
- mehr als ein Viertel der Tatverdächtigen waren Jugendliche im Alter
von 14 bis 20 Jahren. Umgelegt auf die Bevölkerungszahl bedeutet
dies, dass im vergangenen Jahr in Österreich etwa jeder zehnte
Jugendliche mindestens einmal angezeigt wurde. "Die Zahlen zeigen:
Jugendkriminalität ist kein Problem einzelner, auffälliger
Jugendlicher. Vielmehr kann man von einem weitverbreiteten
entwicklungsbedingten Phänomen sprechen", sagt Mag. Birgit Zetinigg,
Leiterin des Bereichs Eigentum & Feuer im Kuratorium für
Verkehrssicherheit (KfV). Das Jugendalter ist eine sensible Phase,
geprägt von Unsicherheit, Ängsten und Einflüssen durch Gleichaltrige.
"Jugendliche sind nicht generell kriminell, sondern auf der Suche
nach Orientierung. Mehrere Risikofaktoren wie z.B. eine
problematische familiäre Situation oder schulische oder materielle
Probleme, tragen dazu bei, dass Jugendliche beim Austesten von
Grenzen straffällig werden", erklärt Zetinigg.

Häufige Delikte Jugendlicher: Vandalismus, Einbruchs- und
Handydiebstahl

Delikte, bei denen häufig Jugendliche angezeigt werden, sind
Sachbeschädigung durch Vandalismus: 61 Prozent der ermittelten
Tatverdächtigen bei diesen Delikten waren im Jahr 2008 14- bis
20-Jährige. Bei Einbruchsdiebstahl sowie Handydiebstahl war jeder
Zweite, der angezeigt wurde, 14 bis 20 Jahre alt. "Bei den meisten
Jugendlichen, die kriminelle Handlungen begehen, ist die
Straffälligkeit entwicklungsbedingt und daher auf den Prozess des
Erwachsenwerdens beschränkt. Nur selten folgen auf Straftaten im
Jugendalter langfristige kriminelle Karrieren", weiß Zetinigg. Aus
einer KfV-Studie, bei der biographische Interviews mit Straftätern
geführt wurden, geht hervor, dass vor allem das soziale Netz, ein
Arbeitsplatz oder eine Partnerschaft Abbruchkriterien für
delinquentes Verhalten sind. "Jugendliche brauchen andere Angebote
als kriminelles Handeln, um Grenzerfahrungen machen zu können. Nicht
immer können Familie, Arbeitsmarkt oder die Wohnumgebung das bieten.
Nicht Jugendliche sind das Problem, sondern ein Mangel an
Perspektiven und Orientierungsmöglichkeiten", betont Zetinigg.

KfV-Präventionsfachtagung: Jugendkriminalität - Jugend im Fokus des
öffentlichen Blicks

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit veranstaltet diese Woche
bereits die zweite Präventionsfachtagung, bei der das Thema
Jugendkriminalität von Referenten aus den Bereichen Justiz,
Strafvollzug, Polizei, Wissenschaft, sowie Sozial- und Jugendarbeit
aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet wird. Im Mittelpunkt
steht nicht nur der Status quo von Jugendkriminalität in Österreich,
sondern auch die Möglichkeiten und Grenzen von Jugendarbeit, Polizei
und Justiz. Auch die Bedeutung und Verantwortung von Politik,
Gesellschaft und Medien wird diskutiert.

Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit , Marketing & Kommunikation
Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Tel.: 05 77 0 77-1906
mailto:[email protected]
www.kfv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KVS

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel