- 28.09.2009, 10:00:00
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Mut und Gewissen: Die Nominierten für den Sacharow-Preis 2009
Menschenrechtspreis des Europäischen Parlaments für geistige Freiheit
Wien (OTS) - Am 30. September werden im Europaparlament offiziell
die 10 Nominierungen für den alljährlich vergebenen Sacharow-Preis
für geistige Freiheit vorgestellt und begründet. Die Sitzung kann auf
www.europarl.europa.eu unter EP Live via Webstreaming direkt
mitverfolgt werden.
Der Sacharow-Preis wird seit 1988 alljährlich vom Europäischen
Parlament an außergewöhnliche Persönlichkeiten verliehen, die sich
mutig - und nicht selten zum eigenen Nachteil - gegen Intoleranz,
Unfreiheit und Unrecht einsetzen. Im vergangenen Jahr wurde der
inhaftierte chinesische Dissident Hu Jia ausgezeichnet.
Am 6. Oktober werden die drei Finalisten per Abstimmung ermittelt,
aus denen am 22. Oktober die Fraktionschefs und der Präsident des
Europäischen Parlaments über den diesjährige Preisträger entscheiden.
Am 16. Dezember findet dann die feierliche Preisverleihung im Rahmen
der Plenartagung in Straßburg statt.
Die 10 Nominierungen:
Izzeldin Abuelaish: der palästinensische Frauenarzt wurde von der
belgischen Sozialistin Véronique de Keyser, Hans-Gert Pöttering (CDU)
und der britischen Grünen Caroline Lucas sowie 52 weiteren
Abgeordneten nominiert. Er verlor seine drei Töchter durch die
israelischen Bombardements des Gaza-Streifens im Jänmer. Dennoch
setzt er sich für Frieden und Versöhnung zwischen beiden Seiten ein.
Die Stiftung Vicente Ferrer wurde von dem spanischen Sozialisten
Andres Perreló Rodriguez und 39 weiteren Europa-Abgeordneten
nominiert. Die Stiftung setzt sich in der indischen Region Anantapur
für die Rechte der Dalit (die "Unberührbaren" des indischen
Kastensystems) und für ethnische Minderheiten ein.
Dawit Isaak, schwedisch-eriträischer Journalist und Dramatiker und
seit 2001 politischer Häftling wurde von der schwedischen
Europa-Abgeordneten Eva-Britt Svensson im Namen der Fraktion
Vereinigte Europäische Linke nominiert.
Mariam Lamizana, Gesundheitsministerin von Burkina Faso, wurde von
dem italienschen Ko-Vorsitzenden der Fraktion Europa der Freiheit und
der Demokratie für ihren Einsatz gegen die Gentialverstümmelung bei
afrikanischen Frauen nominiert.
Rebecca Harms und Daniel Cohn-Bendit haben für die Fraktion der
Grünen/ EFA Lyumila Alexayeva, Oleg Orlov und Sergei Kovalev -
stellvertretend für die Organisation Memorial und alle russischen
Menschenrechtsverteidiger nominiert.
Der polnische Europa-Abgeordnete Saryusz-Wolski und 59 weitere
Abgeordnete nominierten Memorial. Die Organisation setzt sich für die
Opfer des Stalinismus ein und kämpft für Demokratie, Menschenrechte
und Rechtsstaatlichkeit in den ehemaligen Staaten der Sowjetunion.
Denis Mukwege wurde für seinen Einsatz als Arzt und Gründer eines
Krankenhauses in Bukavu (D.R. Kongo) für Vergewaltigungsopfer von
Fraktionschef Guy Verhofstadt im Namen der Allianz der Liberalen und
Demokraten für Europa nominiert.
Der vietnamesische Priester Thaddeus Nguyen Van Ly wurde von dem
hessischen CDU-Abgeordneten Michael Gahler und weiteren 44
Abgeordneten nominiert. Der prominente Dissident, der sich seit den
1970er Jahren gewaltfrei für Demokratie in Vietnam einsetzt, sitzt
sei nahezu 15 Jahren in Haft.
Die Iranerin Shadi Sadr wurde von der deutschen Grünen-Abgeordneten
Barbara Lochbihler und der Niederländerin Marietje Schaake (Allianz
der Liberalen und Demokraten für Europa) sowie 38 weiteren
Abgeordneten stellvertretend für alle Iraner nominiert, die sich in
ihrem Land für die Menschenrechte einsetzen. Sadr hat sich als
Anwältin u.a. für Frauen eingesetzt, denen die Steinigung drohte.
Roberto Saviano, Journalist und Schriftsteller aus Neapel, wurde von
Sonia Alfano (Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa) und 39
weiteren EU-Parlamentariern für seinen Einsatz gegen das organisierte
Verbrechen nominiert. Savianos Buch "Gomorra" wurde ein
internationaler Besteller und verfilmt. Seit Oktober 2006 ist er
gezwungen seinen Aufenthaltsort geheim zu halten.
Rückfragehinweis:
Informationsbüro des Europäischen Parlaments für Österreich Mag. Georg Pfeifer Presse-Attaché Tel.: (++43-1) 516 17/206 mailto:[email protected] http://www.europarl.at
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