- 26.09.2009, 09:27:40
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LH Dörfler: Streichkonzept für ÖBB-Nebenbahnen basiert auf alten und unrichtigen Daten
ÖBB treibt mit Ländern böses Spiel - Verländerung des Schienenverkehrs nicht akzeptierbar - Protest-Resolution wird eingebracht
Klagenfurt (LPD) - Völlig aus der Luft gegriffen ist das
Streichkonzept für Nebenbahnen der ÖBB, das vom Beratungsinstitut
Roland Berger in dieser Woche mit breiter medialer Aufmerksamkeit
kommuniziert wurde. "Berger sollte, bevor er solche falschen Angaben
macht, an Ort und Stelle einmal die Daten erheben und dann ein
Konzept erstellen", reagiert Verkehrsreferent Landeshauptmann Gerhard
Dörfler auf die vorgelegten Einsparmöglichkeiten bzw. Reduktionen bei
Nebenbahnen in Kärnten. Das Konzept basiere auf durchgängig falschem
Datenmaterial, das Berger anscheinend von der ÖBB-Konzernzentrale
erhalten habe. "Es muss davon ausgegangen werden, dass die ÖBB mit
veraltetem Datenmaterial arbeitet oder bewusst altes Material zur
Verfügung gestellt hat", wettert der Kärntner Landeshauptmann.
Der Berger-Vorschlag, beispielsweise die Verbindung zwischen
Wietersdorf und Hüttenberg still zu legen, sei geradezu ein Witz.
"Seit Jahren verkehrt auf dieser Strecke kein ÖBB-Zug mehr. Die Natur
hat sich in diesem Bereich bereits wieder angesiedelt", so Dörfler.
Falsch seien die Angaben ebenfalls für die Rosentalbahn zwischen
Feistritz und Rosenbach. Diese sollte laut Betriebseinstellungsplan
stillgelegt werden. Tatsächlich werden zur Attraktivierung des
Nahverkehrs auf dieser Strecke jetzt von der ÖBB selbst mit
Millionenaufwand Langsamfahrstellen behoben. Mit den Bauarbeiten
wurde schon begonnen.
Außerdem würden die Streichungspläne für die Verbindung Villach,
Ossiacher See, St. Veit einem Kuriosum gleichen. "Wo soll denn dann
die Bahn umgeleitet werden, wenn die Südbahn gebaut wird", fragt
Dörfler in Richtung ÖBB. Diese Ausweichroute bzw.
Umleitungsmöglichkeit ist für die ÖBB, wie sie stets selbst betont,
aus betriebstechnischer Sicht unverzichtbar und in den Notfallplänen
und Betriebsstörungskonzepten des Unternehmens enthalten, um den
Schienenverkehr in Bereich der Südbahn aufrecht zu erhalten.
Die Vorschläge, die Gailtalbahn von Arnoldsein über Hermagor bis
nach Kötschach-Mauthen zu schließen, sind für Dörfler völlig absurd:
"Die Gailtalbahn ist bis zum Jahr 2020 vertraglich gesichert. Der
Streichungsplan von Berger ist demnach vertraglich gar nicht
möglich." Der Landeshauptmann wird sich für die Beibehaltung und
Sicherstellung der Nebenbahnen im Kärntner Gebiet einsetzen. "Die ÖBB
will mit diesem Konzept die Verländerung der Strecken vorantreiben
und uns die Kosten für den Erhalt der Zugverbindungen aufbürden", so
der Landeshauptmann, der bei diesem von der ÖBB getriebenen Spiel
nicht mitmachen will. "Ich werde alles dafür unternehmen, dass die
ÖBB die Strecken, die gerade für das ländliche öffentliche
Verkehrsnetz ausgesprochen wichtig sind, weiter betreibt und aufrecht
erhält - und zwar ohne, dass das Land Unsummen an Euro zuschießen
muss", zeigt sich Dörfler kämpferisch.
Bei der nächsten Regierungssitzung am kommenden Dienstag wird
Dörfler deshalb auch eine Protestresolution zu den geplanten
Einsparungen bei den Nebenbahnen der ÖBB einbringen.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung
Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at
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