- 25.09.2009, 14:48:02
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AGES zu Welt-Tollwuttag am 28. September 2009
Seit 30 Jahren keine Ansteckung mehr in Österreich
Wien (OTS) - Anlässlich des zweiten Welttollwuttages im Vorjahr
hat sich Österreich als frei von Tollwut erklärt. Der letzte
Todesfall, bei dem die Ansteckung in Österreich erfolgte (Fuchsbiss),
wurde 1979 in Kärnten verzeichnet. Weltweit infizieren sich aber
immer noch rund 55.000 Menschen pro Jahr, meist durch den Biss eines
Hundes. Nach dem Auftreten der ersten Symptome führt diese
Viruserkrankung fast immer innerhalb von zehn Tagen zum Koma oder zum
Tod.
Erhöhte Vorsicht ist bei Fernreisen in Länder mit einem erhöhten
Tollwutrisiko geboten. Die AGES, die Österreichische Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, berät daher die 28
benannten Impfstellen in Österreich, die eine postexpositionelle
Tollwutbehandlung, das heißt eine Behandlung mit Immunglobulin nach
einem Biss durch ein tollwutverdächtiges Tier, durchführen dürfen.
Überwachung: 20.000 Untersuchungen pro Jahr
Überwacht wird das Auftreten der Tollwut in Österreich durch das
AGES-Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen in Mödling,
das zugleich nationales Referenzlabor für Tollwut ist. Pro Jahr
werden hier rund 20.000 Proben von Tieren und vereinzelt von humanen
Verdachtsfällen analysiert.
Die Tollwutviren gehören zur Familie der Rhabdoviridae, Gattung
Lyssavirus an. Insgesamt werden derzeit 7 verschiedene
Tollwutvirus-Stämme (Genotypen) unterschieden. Der Erreger wird über
große Mengen über den Speichel infizierter Tiere ausgeschieden. Die
Übertragung erfolgt in der Regel durch den Biss infizierter Tiere.
Die intakte Haut stellt eine Barriere dar. Ein Eindringen über
Schleimhäute ist auch möglich.
Die Tollwut kann je nach Wirtstieren in drei unterschiedlichen
Formen auftreten:
- Urbane Tollwut: Hunde bilden das Hauptreservoir und übertragen
das Tollwutvirus auf andere Tiere und Menschen.
- Silvatische Wut: Die durch Wildkarnivoren übertragene Tollwut.
Hauptreservoir in Europa ist der Rotfuchs, in Osteuropa zusätzlich der Marderhund. - Fledermaustollwut: Ein eigenständiges Infektionsgeschehen, steht nicht mit der silvatischen Wut in Zusammenhang. Bei Fledermäusen wurde das Tollwut-Virus in Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Polen, der Schweiz und in den Niederlanden schon wiederholt nachgewiesen. In Österreich wurde die Fledermaustollwut bislang weder beim Menschen noch beim Tier festgestellt. In den Jahren 2006 bis 2008 wurden von der AGES 115 Fledermäuse auf Tollwut untersucht. Umfangreiche Informationen bietet der AGES-Folder "Tollwut-Vorbeugung: Vorsicht beim Umgang mit Fledermäusen" (Download unter www.ages.at).
Fachberatung für Ärzte
Die Inkubationszeit der Tollwut liegt im Schnitt bei zwei bis drei
Monaten, kann aber auch zwei Wochen bis sechs Jahre betragen. Schutz
bieten die aktive und passive Immunisierung; die neuen Impfstoffe
sind gut verträglich. Die Tollwut-Beratungsstelle der AGES bietet
fachliche Informationen für Ärzte und Patienten zur Tollwutsituation
in Österreich und im Ausland, führt die österreichische
Tollwut-Biss-Statistik und berät die vom Bundesministerium für
Gesundheit benannten 28 Tollwut-Impfstellen zu Indikationen zur
Tollwutimpfung nach Bissverletzungen durch ein wutverdächtiges Tier.
Die Beratung am AGES-Institut für medizinische Mikrobiologie und
Hygiene Wien (Währingerstraße 25a, 1090 Wien) erfolgt an 365 Tagen im
Jahr durch Human-/Veterinärmediziner (Montag bis Donnerstag 8 bis
16.30 Uhr; Freitag 8 bis 14 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertag 8 bis
12 Uhr, Tel.: 050 555-37111 aus ganz Österreich). In der restlichen
Zeit besteht eine telefonische Notfallnummer (Portierloge mit
Weiterleitung an Arzt): Tel: 050555-38112.
AGES: Schutz für Mensch, Tier und Pflanze
Die AGES nimmt im Auftrag der Republik Österreich vielfältige
Aufgaben auf dem Gebiet der Gesundheit und Ernährungssicherheit wahr.
Ihr Ziel: weniger Menschen, Tiere und Pflanzen werden krank. Dazu
arbeiten sieben strategische Bereiche - Landwirtschaft,
Lebensmitteluntersuchung, Veterinärmedizin, Humanmedizin, PharmMed,
Kompetenzzentren und Risikobewertung - interdisziplinär zusammen. In
42 Instituten und Kompetenzzentren untersuchen, begutachten und
kontrollieren 1400 ExpertInnen u. a. Saatgut, Lebensmittel,
Arzneimittel, Tierseuchen und Infektionskrankheiten.
Aktuelle Informationen können sie auch über den AGES-Newsticker
beziehen.
Rückfragehinweis:
AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH Unternehmenskommunikation: Univ.-Doz. Dr. Ingrid Kiefer Tel: 050 555-25000 E-Mail: [email protected] www.ages.at Fachlich: Univ.-Prof. Dr. Franz Allerberger Tel: 050 555-35500 E-Mail: [email protected]
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