- 24.09.2009, 12:48:16
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Presseerklärung IG-Milch: Europäische Milchbauernproteste erzwingen Sonderagrarministerrat zum Thema "Milchmarkt"
Gesellschaft hat Problem erkannt. Proteste bis 5. Oktober ausgesetzt.
Bad Leonfelden (OTS) - Im Laufe des gestrigen Tages wurde nach
intensiven Gesprächen des EMB auf nationaler aber auch europäischer
Ebene von führenden Stellen der Ernst der Lage erkannt und für 5.
Oktober ein Sonderagrarministerrat zum Thema "Milch" einberufen.
Im Vorfeld werden die aus Sicht der Milcherzeugerorganisationen
notwendigen Änderungen mit der EU-Kommission diskutiert. Gleichzeitig
finden in allen Ländern, die sich bei den Protestaktionen beteiligt
haben, Gespräche auf Regierungsebene statt.
"Das Treffen mit Bundeskanzler Werner Faymann und die von ihm
zugesagten weiteren Schritte sind für uns ein großer Erfolg. Für uns
Bäuerinnen und Bauern war von Anfang an klar, dass nur ein
gesellschaftliches Bündnis die bäuerliche Milchwirtschaft in
Österreich retten kann, aber auch die Politik die notwendigen
Marktregeln dafür schaffen muss. Eine gesetzliche Mengensteuerung und
ein transparenter Markt mit entsprechender Lebensmittelkennzeichnung
sind dabei unumgänglich", so Ewald Grünzweil, Obmann der IG-Milch.
Thomas Schmidthaler, Vertreter Österreichs auf europäischer Ebene
während des europäischen Bauernaufstandes weiter: "Seit die
französischen Organisationen am 12. September in Paris zu einem
europäischen Milchlieferboykott aufgerufen haben, wurden ca. 500 Mio.
Liter Milch europaweit vom Markt genommen. Mit dem Einsatz tausender
Bäuerinnen und Bauern und mit spektakulären Aktionen ist es gelungen,
die Absurdität einer weiteren Milchmarktliberalisierung und gewollten
Überproduktion drastisch darzustellen. Mit den einprägsamen Bildern
von den Aktionen verzweifelter Bäuerinnen und Bauern steigt nun auch
der gesellschaftliche Druck auf die politisch falsch gestellten
Weichen."
Abschließend resümiert Ewald Grünzweil: "Der von der Agrarpolitik
eingeschlagene Weg durch Überschussproduktion die Preise ins
Bodenlose fallen zu lassen und mit Kreditstundungen die Liquidität
vorübergehend aufrecht zu erhalten, ist eine Entwertung und
Verhöhnung der bäuerlichen Arbeit. Resignation und Existenzängste
sind die Folge.
In der Zuversicht, die auf europäischer und nationaler Ebene
zugesagten Verhandlungen erfolgreich weiterführen zu können, setzen
wir die Proteste bis zum EU-Sonderagrarministerrat am 5. Oktober aus,
und fordern Bäuerinnen und Bauern in Österreich auf, den
Milchlieferboykott zu beenden".
Rückfragehinweis:
Ewald Grünzweil, Mobil: 0664 2023869
Thomas Schmidthaler, Mobil: 0664 3112747
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