- 23.09.2009, 09:54:11
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Equal Pay Day: Frauengehälter endlich auf Männerniveau bringen
Gerechte Gehälter werden nicht auf Basis von Freiwilligkeit und gutem Willen geschaffen: AK fordert Gleichstellungsberichte von Betrieben
Wien (OTS) - Frauen verdienen um ein Viertel weniger als Männer:
selbst dann, wenn sie das ganze Jahr über Vollzeit arbeiten. "Das ist
eine bodenlose Ungerechtigkeit", sagt Herbert Tumpel, Präsident der
Arbeiterkammer (AK). Schuld sind die unterschiedliche Berufswahl
zwischen Männern und Frauen, längere Berufsunterbrechungen durch
Kinderbetreuung und die geringere Bewertung der von Frauen
verrichteten Arbeit. "Dazu kommt, dass Frauen bei der Entlohnung
grundsätzlich benachteiligt werden: Sie werden oft schon beim
Einstieg niedriger eingestuft und bekommen außerdem seltener
Überzahlungen, Prämien oder Zulagen", kritisiert Tumpel. "Es reicht
nicht, zu appellieren und auf freiwillige Fairness in den Betrieben
zu hoffen." Die AK fordert konkrete Maßnahmen gegen Lohnunterschiede
in den Betrieben. "Wir brauchen Einkommenstransparenz und eine aktive
Mitwirkung der Betriebe, etwa durch Gleichstellungsberichte", so
Tumpel. "Wer einen bestimmten Auftrag bekommen will, muss gelebte
Gleichstellung in seinem Betrieb vorweisen", verlangt der AK
Präsident.
Im Schnitt haben ganzjährig vollbeschäftigte Frauen ein
Jahreseinkommen von 30.861 Euro, Männer von 41.841 Euro. Das ist ein
Einkommensnachteil für Frauen von einem Viertel (26 Prozent).
Innerhalb von Österreich gibt es beachtliche Unterschiede bei der
Lohnschere: So arbeiten in Vorarlberg Frauen bereits ab dem 1.
September "gratis" (umgelegt auf ein Arbeitsjahr), in Wien erst ab
dem 5. Oktober. Diese Lohnunterschiede zwischen den Bundesländern
lassen sich auf die Unterschiede bei der
Kinderbetreuungsinfrastruktur und den damit verbundenen längeren
Berufsunterbrechungen zurückführen, aber auch auf die schwierigere
Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes.
Bei ungleicher Bezahlung trotz gleichwertiger Arbeit können
Betroffene auf Basis des Gleichbehandlungsgesetzes eine
Entgeltdiskriminierungen geltend machen. Das allein ist aber nicht
ausreichend. Zusätzlich braucht es Maßnahmen auf gesellschaftlicher
und betrieblicher Ebene.
Die AK fordert daher:
+ Einkommenstransparenz und Maßnahmen gegen Lohnunterschiede in
Betrieben.
+ Koppelung der Auftragsvergabe an Gleichstellung, wie dies derzeit
Wien plant.
+ Verbreiterung der Berufswahl von Frauen, aber auch eine bessere
Bewertung der vorwiegend von Frauen ausgeübten Tätigkeiten.
+ Mehr Anreize für eine partnerschaftlichen Aufteilung von
Kinderbetreuung und Beseitigung von Barrieren einer Väterbeteiligung.
+ Weiters braucht es Verbesserungen bei der Kinderbetreuung von
Kleinkindern bis zu Schulkindern.
Rückfragehinweis:
Cornelia Breuß AK Wien Kommunikation tel.: (+43-1) 501 65-2152 mobil: (+43) 664 845 41 58 mailto:[email protected] http://wien.arbeiterkammer.at
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