• 22.09.2009, 12:29:13
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  • OTS0166 OTW0166

Gesundheitsberufe warnen vor Einschnitten bei öffentlicher Versorgung

Gesundheitsberufe-Konferenz: 1,7 Milliarden Euro Kostendämpfung auf Kosten der im Gesundheitswesen Tätigen und Versicherten

Wien (OTS) - Vor überzogenen Erwartungen warnt die Österreichische
Gesundheitsberufe-Konferenz hinsichtlich der von der Bundesregierung
geplanten Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro im Gesundheitswesen.
Im Rahmen einer gemeinsamen Tagung in Wien äußerten die
Vertreterinnen und Vertreter der Gesundheitsberufe große Skepsis.
Eine Einsparung eines derartigen Milliardenvolumens könne nur durch
erhebliche Einschnitte erzielt werden. In der Folge werde es
unweigerlich zu Einschränkungen bei der Versorgung kommen, so die
einhellige Warnung.

In diesem Zusammenhang forderte die Gesundheitsberufe-Konferenz eine
baldige Entlastung der Krankenkassen von versicherungsfremden
Leistungen wie etwa Mutterschaftsgeld, Rezeptgebührenbefreiung oder
beitragsfreie Mitversicherung bzw. einen adäquaten finanziellen
Ausgleich für die dadurch entstandenen hohen Kosten durch den Bund.
Die Sozialtransfers wurden den Sozialversicherungen im Auftrag des
Bundes auferlegt, betreffen jedoch keine Gesundheitsleistungen für
erkrankte Menschen.

Die Österreichische Gesundheitsberufe-Konferenz machte darauf
aufmerksam, dass die Zahl betagter, mehrfach kranker und chronisch
kranker Menschen im Gesundheitswesen immer stärker wächst. Ziel
müsse es sein, die Menschen in ihrem eigenen Lebensumfeld so lange
wie möglich adäquat zu versorgen. Dafür sei es erforderlich, die
Versorgung im niedergelassenen Bereich auf längere Sicht auf eine
finanziell sichere Basis zu stellen. Dazu komme, dass aus den
Spitälern immer mehr Patienten immer früher in die häusliche Pflege
und Behandlung entlassen würden. Auch vor diesem Hintergrund werde
die Leistungserbringung im häuslichen Bereich immer aufwändiger.

Es sei zu beobachten, dass Betroffene zwischen Kostenträgern hin und
her geschoben werden. Entscheidungen zu Behandlung und Pflege
erfolgten immer stärker nicht nach Bedarf, sondern auf der Basis
reiner Finanzierungsüberlegungen. Aufgrund nicht ausreichender
Rückerstattung hätten die privaten Zuzahlungen ein für viele
Patienten zu hohes Maß erreicht.

Alarmiert zeigt sich die Gesundheitsberufe-Konferenz über die
zunehmende Abwanderung von Beschäftigten im Gesundheitswesen in
andere europäische Länder mit besseren Arbeitsbedingungen. Gewarnt
wird vor Nachwuchsproblemen in den Gesundheitsberufen und dadurch
entstehende Versorgungslücken.

Die Zahl der chronisch Kranken stieg zuletzt in drei Jahren um fünf
Prozent auf 19 Prozent. Das ist der höchste Anstieg in der gesamten
EU. Im Vergleich zu 1995 werden für 2025 allein 45 Prozent mehr
Diabeteskranke erwartet. Die Zahl der 80jährigen wird sich bis 2050
verdreifachen.

In Österreich leben über 500 000 Menschen von ihrem Arbeitsplatz im
Gesundheitsbereich. Aus dem Gesundheitswesen werden rund 30 Mrd. Euro
an Wertschöpfung generiert. Durch SV-Beiträge, Steuern und Abgaben
aus dem Gesundheitsbereich kommt es zu einem Mittelrückfluss aus dem
Gesundheitswesen von 10 Milliarden Euro an die öffentliche Hand.

Der Österreichischen Gesundheitsberufe-Konferenz gehören folgende
Institutionen und Organisationen der österreichischen
Gesundheitsberufe an: Österreichische Ärztekammer, Österreichische
Apotheker-Kammer, Österreichische Zahnärztekammer, Österreichisches
Hebammengremium, ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe,
Berufsverband der Österreichischen Psychologinnen und Psychologen,
Österreichischer Berufsverband für Psychotherapie, Österreichischer
Gesundheits- und Krankenpflegeverband, Berufsverband
Kinderkrankenpflege Österreich, Dachverband der gehobenen
medizinisch-technischen Dienste, dMTF-Verband, Bundesverband
österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeberufe,
Österreichischer Bundesverband der Heilmasseure und Medizinischen
Masseure, Österreichische Arbeiterkammer, Österreichischer Verband
der Heilmasseure und med. Kneipp-Bademeister, Österreichische
Gesellschaft für KardiotechnikerInnen, Österreichische
Tierärztekammer, Österreichischer Berufsverband der
MusiktherapeutInnen.

Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer,
Dipl.-Journ. Birgit Merz
Tel.: (++43-1) 513 18 33 - 45

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