• 18.09.2009, 09:00:00
  • /
  • OTS0027 OTW0027

Forschungssymposium von internationaler Bedeutung

Nationalpark Hohe Tauern: Kärnten, Salzburg, Tirol

v.l.: Dr. Guido Plassmann, ALPARC, DI Wolfgang Urban, gastgebender Direktor Nationalpark Hohe Tauern, Dr. Michael Vogl, Präsident ALPARC, Dr. Leopold Füreder, Universität Innsbruck und Mag. Peter Rupitsch, gastgebender Direktor Nationalpark Hohe Tauern. Das 4. Forschungssymposium ist für die alpinen Schutzgebiete ein wichtiges Instrument zum gemeinsamen Austausch und Richtungsweisung.

Matrei in Osttirol (TP/OTS) - Von der Erhaltung der Biodiversität
zum zeitgemäßen Wildtiermanagement, von der ökologischen Vernetzung
zwischen Schutzgebieten bis hin zur Integration von touristischen
Angeboten: Schutzgebiete leisten einen immensen Beitrag zur Erhaltung
des europäischen Natur- und Kulturerbes. Die aktuell
gesellschaftspolitisch relevanten Themen Biodiversität,
(Klima)wandel, ökologischer Verbund und Naturraum-Management stehen
im Focus des 4. internationalen Forschungssymposiums des Nationalpark
Hohe Tauerns auf der Burg Kaprun, Salzburg.

Mehr als 180 Fachleute, Praktiker und Studenten aus 13 Nationen
nehmen vom 17. - 19. September 2009 an dem dreitägigen
Forschungskongress teil. 40 Wissenschaftler gestalten das spannende
Vortragsprogramm. 59 Fachposter geben einen guten Überblick zu
aktuellen Forschungsprojekten und Konzepten. Die
Schutzgebietsforschung leistet einen international nicht
unwesentlichen Beitrag zu aktuell wichtigen Fragestellungen.

Schutzgebiete ein wichtiger Eckpfeiler zur Erhaltung der
Biodiversität

Eines der wichtigsten Ziele von Großschutzgebieten ist die
Erhaltung ihrer Biodiversität. Dies schließt neben der Artenvielfalt
die Vielfalt der Lebensräume, deren natürliche, dynamischen
Entwicklung und den Erhalt der Ökosystemfunktionen mit ein. Die
Erforschung und Dokumentation der Biodiversität ist hier von
unschätzbarem Wert für unsere Gesellschaft. Je umfassender solche
Archive zur Natur sind, umso eher sind sie dazu geeignet, der Lösung
weiterführender Forschungs- und Gesellschaftsagenden zu dienen.

Schutzgebiete sind keine Inseln

Schutzgebiete stehen in enger Wechselwirkung mit ihrer Umgebung
und den dort vorherrschenden menschlichen Einflüssen. Die Erhaltung
oder die Wiederherstellung von verbindenden Strukturen und
Lebensräumen im intensiv genutzten Raum zwischen den Schutzgebieten
stellen ein Gebot der Stunde dar, wenn dem Verlust an Biodiversität
erfolgreich begegnet werden soll. Schutzgebiete für sich alleine sind
- auch bei entsprechender Größe - nicht in der Lage, diese
Herausforderung zu meistern. "Der ökologische Verbund von
Schutzgebieten ist sicher das Thema des Umweltschutzes in den Alpen
dieses Jahrhunderts", betont Dr. Guido Plassmann, von ALPARC(Netzwerk
der alpinen Schutzgebiete). "Alle Umweltminister der Alpenstaaten
haben diesen Beschluss gefasst. Als politische Plattform wurde der
ökologische Verbund der Alpenkonvention eingerichtet. Die
Finanzierung folgt über das Eu-Projekt ECONNECT sowie einem großen
privaten Sponsor (MAVA / CH). Wir stehen hier vor einem
Langzeitprojekt, welches sicher an die 30 Jahre braucht, bis es zur
Gänze umgesetzt ist. Denn ganz besonders Wichtig ist die Mitwirkung
und Akzeptanz jedes Einzelnen, damit die sich die Arten - besonders
in Zeiten der Klimaerwärmung - anpassen bzw. in das für sie optimale
Gebiet wandern können." Die Forschung auf diesem Gebiet ist nun
gefordert, die Daten, Fakten und Maßnahmenempfehlungen, die diese
neuen Schutzkonzepte benötigen, zu liefern.

Klimawandel macht auch vor Schutzgebieten nicht halt

Aktuelle laufende Forschungen zur Klimaveränderung versuchen jene
Mechanismen und Parameter nachzuweisen, welche jeweils entscheidenden
Einfluss auf die Biodiversität haben. Damit könnten Indikatoren
klassifiziert werden welche sogar als Frühwarnsysteme geeignet sein
könnten, wie beispielsweise Biozönosen hochalpiner Quellen.

Aktuell wurde hierzu im Nationalpark Hohe Tauern gerade das
mehrjährige Projekt "Gewässermonitoring" (Monitoring alpine rivers)
gestartet. Denn besonders Vergletscherungen im Einzugsgebiet
hochalpiner Gewässer haben große Auswirkungen auf das Artenvorkommen
in den Gewässern. "Die vorkommenden Tierarten sind hochentwickelte
Spezialisten und schon kleinste Veränderungen können sie nicht gut
vertragen. Dieser Lebensraum ist das optimale Forschungsgebiet für
uns, besonders da es über diese Gebiete noch so gut wie keine
Untersuchungen gibt", so Dr. Leopold Füreder, von der Universität
Innsbruck, welcher das Projekt wissenschaftlich betreut. "Wir wissen
über diese Tierchen noch so gut wie nichts, bzw. sind sicher einige
Arten noch nicht bekannt. Hochinteressant wird es daher sein zu
beobachten was passiert, wenn die Gletscher schmelzen. Welchen
Einfluss wird dies auf die Wasserfauna haben? Ziel des Projektes ist
es, ein Indikatorensystem aufzubauen und die Biodiversität von
hochalpinen Gewässern zu erheben. Mit den erarbeiteten Parametern
soll es dann weiters möglich sein, ein Frühwarnsystem für mögliche
Biodiversitätsveränderungen bzw. -verluste zu haben. Natürlich ist
dies auch gesellschaftspolitisch relevant, denn ohne Vielfalt kein
Leben".

Die Wichtigkeit eines internationalen Austausches von
Schutzgebieten in Forschungsagenden ist unumstritten. ALPARC hat
daher zusammen mit ISCAR in den letzten Jahren eine
"Forschungsplattform der Schutzgebiete" (ISCAR-P) aufgebaut, um die
Internationalität und Interdisziplinarität der Schutzgebietsforschung
im Alpenraum zu fördern. Die vom Nationalpark Hohe Tauern bereits zum
vierten Mal organisierten Kapruner Symposien sind eines der
Instrumente dieser neuen Initiative, die diese notwendige
Zusammenarbeit der Forschenden in Bezug zu Schutzgebieten aktiv und
erfolgreich im Alpenraum unterstützen.

Denn ohne die Ergebnisse einer zielgerichteten Forschung ist auch
kein zielgerichtetes Management möglich!

Die Zusammenfassung der wissenschaftlichen Beiträge sowie Fotos
von der heurigen Veranstaltung werden ab 1. Dezember 2009 unter
http://www.hohetauern.at/symposium2009 zu finden sein.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .

Rückfragehinweis:
Helene Mattersberger
Öffentlichkeitsarbeit Symposium 2009
Nationalpark Hohe Tauern
Tel.: +43 (0)4875 5112-23
Mobil: +43 (0)664 2516166

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | TMP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel