• 17.09.2009, 11:44:41
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VAT: Glasfaserausbau darf nicht zu "stiller Enteignung" von Alternativen Telekom-Netzbetreibern führen

Mobiles Breitband speziell im ländlichen Raum als Alternative zu Glasfaser-Hurrapatriotismus

Wien (OTS) - "Über viele Jahre haben Alternative Festnetzbetreiber
trotz widriger Bedingungen erhebliche Investitionen auf sich
genommen, um mittels Entbündelung Wettbewerb am Markt zu schaffen.
Die jetzt von der Telekom Austria angekündigten Investitionen in
Glasfaserleitungen, die auch von den Alternativen
Telekom-Netzbetreibern begrüßt werden, dürfen aber nicht zu einer
"stillen Enteignung" des Mitbewerbs führen", erklärte heute Alfred
Pufitsch, Vizepräsident des Verbandes der Alternativen
Telekom-Netzbetreiber und CEO von Tele2. Hintergrund sind die
drohenden Qualitätsverschlechterungen für entbündelte ADSL-Leitungen,
wenn die Telekom Austria ihren Glasfaserausbau wie geplant
(Stichwort: "fiber to the curb") durchzieht. Gleichzeitig lässt
Telekom Austria den Einsatz neuer Breitbandtechnologien wie VDSL2
durch alternative Netzbetreiber nicht zu. Damit beschneidet sie den
Mitbewerber und drängt ihn aus dem Markt. Die
Telekom-Regulierungsbehörde sehe diesem Vorgehen tatenlos zu und
fördere damit einmal mehr Tendenzen zur Remonopolisierung des
Festnetzes.

VAT-Geschäftsführer Thomas Faast trat erneut für eine
differenziertere Betrachtungsweise der Glasfasertechnologie ein: "Die
aktuelle Imagekampagne der Telekom Austria weckt die
Erwartungshaltung, dass mit der Investition von 1 Mrd. Euro selbst
die Erschließung entlegener ländlicher Gebiete mit Glasfaser
bevorstehe. Das würde aber ein Vielfaches dieser Summe verschlingen
und exorbitante Endkundenpreise nach sich ziehen müssen, die niemand
bezahlt. Im aktuellen Glasfaser-Hurra-Patriotismus geht auch unter,
dass mobiles Breitband weit besser geeignet ist, den ländlichen Raum
kostengünstiger und den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden
entsprechend zu erschließen. Mobiles Breitband wird unterschätzt -
gerade vor dem Hintergrund bevorstehender Technologiesprünge mit
deutlich höheren Datenübertragungsraten und unter der Voraussetzung,
dass die Mobilfunkbetreiber Zugang zur Digitalen Dividende erhalten,
stellt mobiles Breitband aber eine besondere Chance dar, die digitale
Kluft zu schließen." Nur durch gemeinsame Österreich-Investitionen
von Alternativen Telekom-Netzbetreibern könnten Versäumnisse
aufgeholt werden.

Irritiert zeigte sich Faast über den Telekom Regulator Georg
Serentschy, der im Rahmen eines Pressgesprächs des BMVIT mit Telekom
Austria-CEO Hannes Ametsreiter auftrat, um die Glasfaserausbaupläne
als Jahrhundertprojekt zu loben: "Offenbar ist der Geschäftsführer
der Regulierungsbehörde nicht einmal mehr um den Anschein von
Äquidistanz zu Betreibern bemüht", sondern stelle sich auf die Seite
des Ex-Monopolisten. Die in der Zielsetzung der Telekom-Regulierung
unmissverständlich festgelegte Technologieneutralität werde von
Serentschy nicht genügend ernst genommen.

Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber (VAT)

Der VAT, ein Netzwerkpartner des Fachverbandes der Elektro- und
Elektronikindustrie (FEEI), wurde 1997 gegründet und ist die
Interessenvertretung der im Zuge der Telekom-Liberalisierung neu in
den Markt eingetretenen Betreiber. Zu seinen Mitgliedern zählen
Unternehmen aus dem Festnetz- und Mobilbereich. Die dem Verband
angehörenden Unternehmen erzielen pro Jahr insgesamt ca. 2,35
Milliarden Euro Umsatz. Von den neuen Betreibern wurden in den
letzten Jahren rund 5,5 Milliarden Euro investiert. Die Mitglieder
des VAT sind Colt, Hutchison, Orange, T-Mobile, Tele2 und Verizon.

Rückfragehinweis:

Verband Alternativer Telekom-Netzbetreiber
   Mag. Thomas Faast, Geschäftsführer
   Tel: +43 1 588 39-44
   Mobil: +43 676 588 39 31
   E-mail: [email protected]
   www.vat.at

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