- 15.09.2009, 12:56:31
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Gesundheit: Skeptische Ärzte zu Koalitionskompromiss
1,7 Milliarden-Sparziel ohne Leistungskürzung "mutig" - Dorner-Appell: "Nicht das Augenmaß verlieren"
Wien (OTS) - Mit Skepsis wird das vorläufige Ergebnis der
koalitionsinternen Verhandlungen zur Kassensanierung heute seitens
der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) beurteilt. Es sei bedauerlich,
dass den Kassen wiederum kein ausreichender finanzieller Ausgleich
des Bundes für die versicherungsfremden Leistungen bereit gestellt
worden sei, gab sich ÖÄK-Präsident Walter Dorner in einer ersten
Stellungnahme reserviert. Zwar sei es ein wichtiges Signal der
Bundesregierung, den Kassen finanzielle Mittel zur Verfügung stellen
zu wollen. Die Milliardenlast der Kassen für kassenfremde
Sozialtransfers, die im Auftrag des Bundes erfolgten, bleibe aber
bestehen. Daher sei es "eher mutig" zu behaupten, es könne ohne
diesen Ersatz ein Betrag von 1,7 Milliarden Euro ohne Einschnitte bei
der Versorgung eingespart werden. Die Länder müssten jedenfalls als
Spitalserhalter in die Diskussion eingebunden werden.
Generell gelte es, in der Debatte über die Finanzierung der Kassen
nicht das Augenmaß zu verlieren, appellierte Dorner. Die Ärzteschaft
sei bereit, Kostendämpfungen mitzutragen und habe dies durch maßvolle
Vertragsabschlüsse in der Vergangenheit - auch ohne Vorschriften
seitens des Gesetzgebers - unter Beweis gestellt. Für die
Weiterentwicklung dieses Weges benötigten die handelnden Kräfte aber
Vertrauen. Dorner: "Dazu gehört, dass man zugesteht, dass das
Gesundheitswesen nicht geschaffen wurde, um Kosten zu verursachen,
sondern dass eine immer stärker steigende Zahl betagter,
multimorbider und chronisch kranker Menschen medizinisch versorgt
werden muss."
Die Patienten erwarteten sich bei dem sensiblen Thema Gesundheit eine
besonders behutsame Vorgangsweise, zumal finanziell angeschlagene
Banken und staatsnahe Unternehmen zuletzt eher anstandslos und ohne
Milliarden-Sparauflagen staatlich unterstützt wurden. "Darüber hinaus
wünschen sich die Patienten, dass das Leistungsangebot im
Gesundheitssystem mit ihren Bedürfnissen Schritt hält und nicht
zurückgefahren wird. Wie dies gewährleistet werden soll, ist
weiterhin fraglich, da die Kassen offenbar gerade soviel Mittel
erhalten sollen, dass sie nicht in Konkurs gehen müssen", so Dorner
abschließend.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Dipl.-Journ. Birgit Merz
Tel.: (++43-1) 513 18 33 - 45
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