OTS0066 / 11.09.2009 / 10:00 / Channel: Chronik / Aussender: Lebensministerium
Stichworte: Berlakovich / Finale / Klimaschutz / Radtour / Umwelt / Ökobilanz


BERLAKOVICH: Vorarlberg ist Rad-Spitzenreiter in Österreich!


Utl.: Radgipfel und Finale der "Wadel Mit!"-Tour von Umweltminister
      Niki Berlakovich "Vom Neusiedlersee zum Bodensee" in Bregenz =

   Wien (OTS) - Mit einem Radgipfel ging heute, Freitag, die Radtour
von Umweltminister Niki Berlakovich "Vom Neusiedlersee zum Bodensee"
in Bregenz zu Ende. "Vorarlberg ist mit 15 Prozent Radverkehrsanteil
absoluter Spitzenreiter in  Österreich. Im Ländle hängen 1.100 Jobs
am Fahrrad und die direkte Wertschöpfung aus der Radwirtschaft
beträgt hier 53 Millionen Euro. Mit dem heutigen Radgipfel wollen wir
das Radland Vorarlberg als Musterbeispiel für eine gelungene
Radverkehrsförderung vorstellen und alle Österreicherinnen und
Österreicher einladen, das Fahrrad als gesundes, umwelt- und
klimafreundliches Verkehrsmittel auch im Alltag stärker zu nutzen."
Das erklärte Umweltminister Niki Berlakovich bei einer
Pressekonferenz mit Landesrat Mag. Karlheinz Rüdisser
(Verkehrsreferent der Vorarlberger Landesregierung), Vizepräsident
Erwin Mohr (Vorarlberger Gemeindeverband), Präsident Manfred Rein
(Wirtschaftskammer Vorarlberg), Direktorin Dr. Susanne Oberrauch-Odar
(Allgemeine Unfallversicherungsanstalt AUVA, Landesstelle Salzburg)
und Geschäftsführer Dr. Martin Hagen (Verein Offene Jugendarbeit
Dornbirn).

   Die  Ökobilanz des Fahrrads ist beeindruckend. Es kommt ohne
fossile Energie aus, verursacht weder Feinstaub, noch Stickoxide oder
Treibhausgase und praktisch keinen Lärm. Wie groß das Potenzial für
das Radfahren in Österreich ist, wird anhand der mit dem Auto
durchschnittlich zurückgelegten Wegstrecken klar: 25 Prozent aller
Autofahrten sind kürzer als zwei Kilometer - eine Distanz, die mit
dem Fahrrad in 8 Minuten zurückgelegt werden kann - und 50 Prozent
aller Autofahrten sind kürzer als 5 Kilometer, die mit einer 20
minütigen Radfahrt bewältigt werden könnten. Für kurze Distanzen auf
das Fahrrad umzusteigen nützt aber nicht nur der Umwelt und dem
Klima, auch Gesundheit und Wirtschaft profitieren. 

   Gesundheitsfaktor Radfahren

   Regelmäßiges Radfahren reduziert das Risiko für Herzinfarkt,
Diabetes, Bluthochdruck, Krebs und Depressionen. Die WHO schätzt das
Sterbe-Risiko in der Altersgruppe der 20 bis 60 Jährigen bei
RadfahrerInnen um 28 Prozent geringer ein. Bei einer Verdoppelung des
Radverkehrs in Österreich auf 10 Prozent, wie das im Masterplan
Radfahren des Lebensministeriums angestrebt wird, wäre eine
Entlastung des Gesundheitssystems um 810 Millionen Euro jährlich
möglich. Für das Bundesland Vorarlberg wäre ein Gesundheitsnutzen von
über 54 Millionen Euro pro Jahr erreichbar.

   Radfahren sichert Green Jobs

   Die Studie "Wirtschaftsfaktor Radfahren" von Lebensministerium und
WKÖ beziffert die direkten und indirekten Wertschöpfungseffekte durch
die Radwirtschaft in Österreich mit 882,5 Millionen Euro und geht von
über 18.000 gesicherten Arbeitsplätzen aus. Vorarlberg
erwirtschaftet  durch Fahrradproduktion, -handel und -tourismus mehr
als  53 Millionen Euro jährlich und rund 1.100 Arbeitsplätze hängen
direkt oder indirekt am Fahrrad. 

   Masterplan Radfahren will Radverkehr in Österreich verdoppeln

   2006 hat das Lebensministerium als nationale Radverkehrsstrategie
den "Masterplan Radfahren" vorgelegt. Dieser beinhaltet einen
umfassenden Maßnahmenkatalog zur Förderung des Radverkehrs durch
Bund, Länder und Gemeinden. So soll der Radverkehrsanteil in
Österreich auf zehn Prozent verdoppelt werden. Das Lebensministerium
bietet Städten, Gemeinden, Betrieben, Tourismus- und
Freizeiteinrichtungen, Schulen sowie der öffentlichen Verwaltung zur
Umsetzung des Masterplans Radfahren Beratungs- und Förderprogramme
an. Bislang wurden 11,8 Millionen Euro für Radverkehrsprojekte von
der Radverkehrsplanung bis zur Errichtung von Infrastruktur
eingesetzt, die ein Investitionsvolumen von 48 Millionen Euro
ausgelöst haben. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme eine
CO2-Einsparung bewirkt. 133 Gemeinden, Schulen, Betriebe,
Verwaltungen und Tourismuseinrichtungen sparen derzeit mit ihren
Radprojekten jährlich über 49.000 Tonnen CO2. 

   Vorarlberg ist beim Radverkehr top

   Vorarlberg ist mit einem Radverkehrsanteil von 15 Prozent (2008)
absoluter Spitzenreiter beim Radfahren in Österreich. Im
Landesmobilitätskonzept 2006 wurde sogar die Erhöhung des
Radverkehrsanteils auf 17 Prozent als Ziel definiert. Für die
Umsetzung wurde im Frühjahr 2009 die neue Landesradverkehrsstrategie
"Frischer Wind" präsentiert, die 57 Einzelmaßnahmen beinhaltet. Das
Land hat zwei Radverkehrsbeauftragte (einen für Infrastruktur, einen
für Bewusstseinsbildung), und hatte schon Ende der achtziger Jahre
die Bewusstseinsbildungskampagne "FahrRad" gestartet. Die drei großen
Städte Bregenz, Dornbirn und Feldkirch haben eigene
Radverkehrsbeauftragte in den Stadtverwaltungen installiert und
liefern sich einen kreativen Wettbewerb in der Radverkehrsförderung.
Um auch kleineren Gemeinden Rad-Know-How zur Verfügung zu stellen,
sollen nun weitere Radverkehrsbeauftragte bei regionalen
Gemeindeverbänden angestellt werden. 

   Besonders innovativ ist der Plan des Landes, ein Netz von
überregionalen "Fahrradschnellstraßen" zu errichten. Diese
Fahrradschnellstraßen sollen eine Mindestqualität aufweisen (Breite,
Kurvenradien, etc.) und an Kreuzungen Vorrang gegenüber dem
Querverkehr bekommen. Vorbildhaft ist auch die intermodale
Verknüpfung mit dem Öffentlichen Verkehr. Am Bahnhof Dornbirn wurde
beim Umbau eine moderne Radabstellanlage mit Fahrradmietboxen
errichtet. Großzügige Fahrradabstellräume sind selbst in älteren
Wohnhausanlagen üblicher Standard. 

   LANDRAD - Vorarlbergs Elektrofahrrad

   Im Gegensatz zu anderen Bundesländern fördert das Land Vorarlberg
den Ankauf von Elektrofahrrädern nicht, unterstützt aber das Projekt
Landrad. In einem großen Flottenversuch mit 500 Elektrofahrrädern
wird ein Jahr lang das Potenzial von Elektrofahrrädern untersucht.
Das Lebensministerium  bietet im Jahr 2009 Gemeinden, Betrieben,
Tourismuseinrichtungen und Verbänden eine Sonderförderung für die
Anschaffung von Elektrofahrrädern an. Pauschal gibt es einen Zuschuss
von 200,- Euro, ÖkostrombezieherInnen erhalten sogar 400,- Euro.

   "Wadel mit!" vom Neusiedlersee zum Bodensee

   Mit dem Aufruf ,Wadel mit!’ hat Umweltminister Niki Berlakovich
die Vorteile des Fahrrads als schnellstes innerstädtisches
Verkehrsmittel, das noch dazu umweltfreundlich und gesund ist,
bekannter und erfahrbar gemacht. Im Rahmen seiner Radfahroffensive
"Österreichs Wadeln radeln!" bot der Minister dazu bei Radgipfeln in
allen Bundesländern eine ideale Informations- und Beratungsplattform
an. Die erfolgreiche Gesamtbilanz mit Rückblicken auf die Höhepunkte
der einzelnen Bundesländerveranstaltungen finden Sie in der Beilage. 

   Servicehinweis: Die Studie "Wirtschaftsfaktor Radfahren", der
"Leitfaden Radverkehrsförderung" und die WHO-Studie
"Gesundheitseffekte durch Radfahren" stehen unter
http://www.radfahren.klimaaktiv.at zum Download bereit.

Bildergalerie unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&dir=200909&u=69&a=event&e=20090909_r 

   
Rückfragehinweis:
   Lebensministerium
   Pressestelle
   Tel.: (++43-1) 71100 DW 6823

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