- 09.09.2009, 09:30:13
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Chemikalienprüfung kostet 54 Millionen Versuchstieren das Leben
Wien (OTS) - In den nächsten 10 Jahren werden in der EU 54
Millionen Versuchstiere allein zur Sicherheitsbewertung von
Chemikalien verbraucht. Zu diesem erschütternden Ergebnis kommen die
Wissenschafter Thomas Hartung und Costanza Rovida in ihrer jüngsten
Arbeit.(1) Damit wird das ursprüngliche Horrorszenarium von 7,5 - 45
Millionen vergifteten Versuchstieren gewaltig überschritten.
Aufgrund der 2006 beschlossenen EU-Chemikalienverordnung REACH
(Registration, Evaluation and Authorization of Chemicals) müssen auch
jene Chemikalien, die schon vor dem Jahr 1981 ab einer Tonne jährlich
in Verkehr gebracht wurden, nachträglich auf ihre Sicherheit für
Mensch und Umwelt bewertet werden. Ging man ursprünglich von fast
30.000 sogenannten Altstoffen aus, wurden jetzt tatsächlich - im
Rahmen der verpflichtenden Vorregistrierung, die Ende 2008 endete -
über 100.000 Chemikalien registriert.
Basierend auf dieser neuen Faktenlage und weiteren Faktoren, die
sich mittlerweile verändert haben, wie etwa die Erweiterung der EU
auf nun 27 Mitgliedstaaten, haben Hartung und Rovida ihre neuen
Berechnungen angestellt.
Demnach wird REACH in den nächsten 10 Jahren 54 Millionen
Versuchstieren zusätzlich das Leben kosten. Die EU-Kommission ist
ursprünglich von 7,5 Millionen Tieren ausgegangen. Und statt den
veranschlagten 1,2 bis 2,4 Milliarden Euro wird REACH nun etwa 9,5
Milliarden Euro Kosten verursachen.
Dabei sind Hartung und Rovinda von lediglich 68.000 Substanzen
ausgegangen und haben nur optimistische Verläufe aufgenommen und auch
die Anwendung von alternativen Methoden mit einbezogen.
Gerda Matias, Präsidentin des Internationalen Bundes der
Tierversuchsgegner (IBT), fordert die völlige Abkehr von
Tierversuchen, weil das systematische Vergiften von Millionen von
Tieren, von Mäusen, Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen, Fischen,
Hunden und Affen auf das Schärfste zu verurteilen und einer
Zivilisation unwürdig sei.
"Auch täuschen Tierversuche eine falsche Sicherheit vor, da sich die
Ergebnisse nicht auf die komplexe Umweltsituation umlegen lassen", so
die TierversuchsgegnerInnen. "Dagegen können zur Sicherheitsbewertung
der Altchemikalien, die ja schon mindestens 30 Jahre im Umlauf sind,
alle Daten, Informationen, der Wissens- und Erfahrungsstand ermittelt
werden, um dann die Gefährlichkeit zu beurteilen. Verdächtige
Chemikalien sind aus dem Verkehr zu ziehen und durch sichere zu
ersetzen."
(1) Costanza Rovida and Thomas Hartung: "Re-Evaluation of Animal
Numbers and Costs for In Vivo Tests to Accomplish REACH Legislation
Requirements for Chemicals - a Report by the Transatlantic Think Tank
for Toxicology." Ersch. in: ALTEX 26, 3/09, siehe unter:
http://www.altex.ch/resources/t4_RovidaHartungfinal1.pdf
Rückfragehinweis:
Mag. Romana Rathmanner
Internationaler Bund der Tierversuchsgegner (IBT)
Tel.: 01/713 08 23-11
E-Mail: [email protected]
Homepage: www.tierversuchsgegner.at
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