• 02.09.2009, 10:14:00
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10 Jahre Caritas-Rückkehrhilfe: Chance auf Rückkehr in Würde und mit Perspektiven

Caritas fordert Erhöhung der nationalen Reintegrationsmittel / Eröffnung der Fotoausstellung "On my way" in Wien

Wien (OTS) - Die Hoffnungen von Flüchtlingen und MigrantInnen, die
nach Österreich kommen, erfüllen sich nicht immer. Manchmal verändert
sich auch die Situation in ihrem Heimatland und macht eine Rückkehr
möglich. Seit 10 Jahren berät die Caritas-Rückkehrhilfe die
Betroffenen und ermöglicht jenen, die freiwillig in ihre Heimat
zurück wollen, eine Rückkehr in Würde und mit neuen Perspektiven.
Entstanden ist dieses Angebot vor dem Hintergrund der Bosnien-Krise
zum Jahreswechsel 1998/99. "In einer Zeit, in der es bei einer
Abschiebung sogar zu einem Todesfall kam, war die Rückkehrhilfe
innovativ und bahnbrechend", betont Caritas-Präsident Franz Küberl
anlässlich des 10-jährigen Jubiläums: "Bisher konnten wir insgesamt
mehr als 16.300 Menschen beraten und mehr als 8.800 RückkehrerInnen
bei ihrer freiwilligen Rückreise in ihr Herkunftsland unterstützen."
Im Vorjahr kehrten die Menschen vor allem in den Kosovo, in die
Türkei, nach Tschetschenien, Serbien, Mazedonien und Armenien zurück.

Der Großteil der RückkehrerInnen - nämlich 7.900 in der Beratung
und 5.000 bei der Rückkehr - wurden von der Caritas der Erzdiözese
Wien betreut. Die Stärke der Caritas-Rückkehrhilfe liege in einer
umfassenden Perspektivenabklärung - rechtlich, sozial und
länderspezifisch - betont Michael Landau, Caritasdirektor der
Erzdiözese Wien: "Wir sind kein Last-Minute-Reisebüro ohne
Rückfahrschein. Jeder Fall muss individuell geprüft werden, denn wir
haben hier eine enorme Verantwortung. Eine Rückkehr darf Menschen
niemals in Gefahr bringen! Andererseits kann nicht jeder Asyl
erhalten, als Caritas müssen wir hier auch enttäuschen und falsche
Erwartungen beseitigen, mit der Menschen nach Österreich gekommen
sind."

Insgesamt ist die Rückkehrhilfe auch "ein wichtiger Baustein der
österreichischen und europäischen Migrationspolitik", ist
Caritas-Präsident Küberl überzeugt: "Vorausgesetzt natürlich, die
Menschen haben sich freiwillig zu einer Rückkehr entschieden und sie
erhalten auch eine ausreichende Unterstützung beim Neustart." Der
Caritas-Präsident kritisiert in diesem Zusammenhang den -
vergleichsweise niedrigen - Reintegrationszuschuss von maximal 370
Euro, die das Innenministerium zur Verfügung stellt. Küberl fordert
deshalb die Einrichtung eines Reintegrationsfonds, aus dem vor allem
Menschen in besonderen Notlagen - AlleinerzieherInnen, kinderreiche
Familien, Kranke - mit einem Betrag von bis zu 1000 Euro unterstützt
werden sollten.

Mit einer nachhaltigen Reintegrationshilfe kann ein Drehtüreffekt
vermieden werden: Denn wenn man Menschen unfreiwillig und ohne
Perspektive außer Landes schafft, werden sie höchstwahrscheinlich
wieder versuchen, nach Österreich zurückzukommen. Caritasdirektor
Michael Landau kritisiert in diesem Zusammenhang die massive
Einschränkung der persönlichen Freiheit bei der Schubhaft: "Schubhaft
darf immer nur das letzte Mittel sein. Es ist mehr als beschämend,
dass laut BMI allein im Vorjahr 181 Minderjährige in Schubhaft
genommen wurden. Keine Schubhaft für Kinder!"

Eine europäische Migrationspolitik, die ihren Namen verdient,
müsse an drei Hebeln ansetzen, ist Küberl überzeugt: "Es braucht eine
menschenwürdige und vernünftige Asyl-Fremden- und
Integrationspolitik, zweitens die Förderung einer Rückkehr in Würde
samt Unterstützung beim Neustart und drittens eine
Entwicklungszusammenarbeit, die die weltweite Armutsbekämpfung in den
Mittelpunkt stellt." Denn: "Ungewollte Migration wird es solange
geben, solange es Armut und soziale Ungerechtigkeit gibt. Es gilt,
das Elend im gobalen Dorf zu beseitigen", so Küberl.

Fotoausstellung "On my way"

Im Wiener Restaurant Inigo (Bäckerstraße 18, 1010 Wien, Mo-Sa:
9.30-24.00) illustriert bis zum 21. September die Fotoausstellung "On
my way" auf beeindruckende Weise das Leben der Betroffenen. Konkret
haben fünf RückkehrerInnen aus Indien, dem Kosovo, der Republik
Moldau, Nepal und Serbien ihre Rückkehr mit Fotos dokumentiert. Der
Eintritt ist frei.

Rückfragehinweis:
Mag. Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich
Tel: 01/488 31 - 417 oder: 0664/82 66 909

Mag.(FH) Klaus Schwertner, Caritas Erzdiözese Wien
Tel. 01/87812-221 oder: 0664/848 26 18

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | CAR

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