• 31.08.2009, 11:07:11
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  • OTS0076 OTW0076

"Stadt muss leben" - Leitbild Nordwestbahnhof

Grundstein für Neunutzung des heutigen Frachtenbahnhofes

Wien (OTS) - Der Nordwestbahnhof wird derzeit noch als
Frachtenbahnhof genutzt. Bis 2025 soll auf dem Areal ein neuer
Stadtteil entstehen, der alle Qualitäten des innerstädtischen Wohnens
und Arbeitens mit höchstem Freizeit und Erholungswert vereint.
Herzstück dieses Stadtviertels ist eine Grüne Mitte. Die Neunutzung
des Nordwestbahnhofes bietet die historisch einmalige Chance, die
beiden bislang durch Bahnanlagen getrennten Bezirkshälften der
Brigittenau zu verbinden. Das nun vorliegende Leitbild bildet den
Grundstein für die weiteren Planungen im Gebiet. Federführend bei den
Planungen ist die MA 21 A - Stadtteilplanung und Flächennutzung.

"Wien wächst. Deshalb brauchen wir zusätzliche, hochwertige
Wohnungen, Schulen, Kindergärten und Dienstleistungseinrichtungen mit
guter Verkehrsanbindung. Hier kommt uns sehr gelegen, dass einige
innerstädtische Frachtenbahnhöfe, wie zukünftig etwa auch der
Nordwestbahnhof, betrieblich nicht mehr benötigt werden. Sie können
zu attraktiven Stadtteilen in zentraler Lage entwickelt werden",
betonte am Montag Stadtrat Rudi Schicker. Und weiter: "Die
Realisierung wird sich über mehr als ein Jahrzehnt erstrecken. Das
Leitbild muss deshalb flexibel und robust genug sein, um auf
geänderte Vorgaben, Bedürfnisse oder Anforderungen reagieren zu
können".****

Der Bezirksvorsteher der Brigittenau, Hannes Derfler, ergänzt:
"Auch wenn es sich hier um eine mittel- bis langfristige Realisierung
handelt, so ist eine Auseinandersetzung mit dem Thema bereits heute
mehr als sinnvoll. Der bisherige Planungsprozess war von einer
unglaublich positiven und harmonischen Stimmung geprägt. Diese
Euphorie war bei allen Beteiligten zu spüren: bei den PlanerInnen,
den beteiligten Bürgerinnen und Bürgern , den politischen
EntscheidungsträgerInnen und beim Grundstückseigentümer ÖBB. Der
einzige Wermutstropfen ist, dass wir uns mit der Umsetzung noch
einige Jahre gedulden müssen".

Claus Stadler, Geschäftsführer ÖBB-Immobilienmanagement GmbH,
hebt hervor: "Die ÖBB wollen zur Zukunft Wiens beitragen. Wir
entwickeln deshalb gemeinsam mit der Stadt nicht mehr benötigte
innerstädtische Bahnhofsareale. Ein solches Gebiet ist auch der
Nordwestbahnhof, der mittelfristig Platz machen wird für ein modernes
Stadtviertel. Am Nordwestbahnhof läuft eines der spannendsten
Stadtentwicklungsprojekte Europas. Die Ergebnisse des
Ideenwettbewerbes zeigen, welches Potenzial dieser Raum hat. Wir als
ÖBB sind stolz, Teil dieses großen und zukunftsweisenden Projektes zu
sein!"

Architekt Bertram Ernst ist wichtig, dass sich der
Nordwestbahnhof zu einem lebendigen Stadtquartier entwickelt: "Mitten
in Wien, offen für alle, voller Lebensqualität und Lebensfreude".

Neuer Güterterminal künftig am südlichen Stadtrand

Das derzeit noch auf dem Nordwestbahnhofareal abgewickelte
Güterverkehrsvolumen und die damit verbundenen Logistikfunktionen
sind ein bedeutender Faktor des Wirtschaftsstandortes Wien. Sie
sollen zum Güterterminal Inzersdorf verlagert werden. Der Ausbau
dieses Standortes bildet die Voraussetzung für die städtebauliche
Umnutzung des Nordwestbahnhofes. Zugleich müssen natürlich die Erlöse
aus der Verwertung des Areals zur Finanzierung des neuen Standortes
beitragen. Mit der Entscheidung der ÖBB, die Abwicklung des
Güterverkehrs an den südlichen Stadtrand - nach Inzersdorf - zu
verlagern, wird ein städtebaulich bedeutendes Grundstück der Stadt
Wien zurückgegeben.

Grundsätze und Ziele des Leitbildes

Bis 2025 soll am Nordwestbahnhof ein neues Viertel entstehen,
das alle Qualitäten des innerstädtischen Wohnens und Arbeitens mit
höchstem Freizeit- und Erholungswert vereint. Über die Grüne Mitte,
ein großzügiger Grün- und Freiraum, der sich durch das gesamte
Stadtviertel zieht, werden Arbeiten und Wohnen, Einkaufen und
Erholen, Sport und Kultur, soziale Kontakte und zeitgemäßes Design
miteinander vernetzt.

Im Leitbild "Stadt muss leben" sind allgemeine Ziele formuliert.
Konkret widmet sich das Leitbild den Themen städtebauliche Struktur,
künftige Bebauung, Grün- und Freiraum, öffentlicher Raum und Verkehr.
Es werden auch Aussagen zu Umsetzung und Wirtschaftlichkeit gemacht.
Die Grundsätze und Ziele sind im Zuge des weiteren Planungs- und
Umsetzungsprozesses laufend zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Das Leitbild schafft größtmögliche Flexibilität unter dem Aspekt
"so viele Festlegungen wie nötig, so wenige wie möglich". Regeln
sichern die grundsätzliche Qualität des Leitbilds (großzügige
Freiräume, klare Adressbildung, vielfältige Nutzungsmischung).
Innerhalb dieser Regeln besteht größtmögliche Freiheit.
Unterschiedliche InvestorInnen können vielfältigste Architektur in
unterschiedlichen Nutzungsmischungen umsetzen. Dies sichert ein
vielfältiges und lebendiges Bild der Stadt und ermöglicht eine große
Flexibilität in der zukünftigen Entwicklung des Areals. Das Konzept
sieht eine Entwicklung in Etappen vor.

Die weiteren Planungsschritte

Die auf Basis des Leitbilds folgenden nächsten Planungsschritte
umfassen etwa Studien für einzelne Baufelder, Detailkonzepte für die
Themenfelder Freiraum und Verkehr, Flächenwidmungs- und
Bebauungspläne sowie die Durchführung von Wettbewerben für
Schlüsselbereiche. Der für das Leitbild gewählte interdisziplinäre
Planungsansatz ist Vorbild für alle weiteren Schritte.

Die im Leitbild formulierten Qualitäten sind Vorgabe für die
weitere Bearbeitung und sollen in künftige Wettbewerbe und
Ausschreibungen einfließen. So können sozialen Qualitäten zum
Beispiel durch Zieldefinitionen in Hinblick auf ausreichende
Besonnung/Beschattung oder ausreichend große Kinderspielplätze und
soziale Infrastruktur festgeschrieben werden.

Die Steuerung des weiteren Prozesses und die Sicherung der im
Leitbild festgeschriebenen Qualitäten soll auch durch ein
Gebietsmanagement (etwa eine Entwicklungsgesellschaft) erfolgen.

Einige der Zielvorstellungen des Leitbildes können durch die
Flächenwidmung nicht oder nur ungenügend sichergestellt werden - etwa
die Bildung gemeinsam von den BewohnerInnen nutzbarer Innenhöfe bei
mehreren Grundstückseigentümern sowie Gemeinschaftsgaragen. Im Zuge
zukünftiger Eigentumsübertragungen ist daher eine gemeinsame
Vorgangsweise zu finden, die diese Punkte berücksichtigt.

Im Zuge der ersten Entwicklungsphase im Bereich der
Hellwagstraße ist die Errichtung eines, das Bahnareal überbrückenden
Steges zwischen Wallensteinstraße und Traisengasse angedacht. Mit
diesem Steg könnte man frühzeitig die bestehende Barriere zwischen
den beiden Brigittenauer Bezirksteilen beseitigen und damit bereits
einen ersten "Mehrwert" für die BewohnerInnen des 20. Bezirkes
erzielen.

Die Bauprojekte der ersten Umsetzungsphase sollen auf der Ebene
der Architektur, des Städtebaus und der Nachhaltigkeit einen
innovativen und wegweisenden Beitrag liefern und so einen positiven
Start der Entwicklung des Stadtquartiers Nordwestbahnhof
gewährleisten. (Schluss) lay

Achtung: Zu dieser Meldung ist demnächst eine
Bildberichterstattung geplant. In einer OTS-Aussendung wird auf die
online-Abrufbarkeit noch hingewiesen.

Rückfragehinweis:

PID-Rathauskorrespondenz:
   www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
   DI Vera Layr
   Mediensprecherin StR DI Rudolf Schicker
   Telefon: 01 4000-81420
   E-Mail: [email protected]
   
   Mag. Herbert Ofner
   ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation
   Pressesprecher Wien und Burgenland
   Telefon: 01 93000 44278
   Mobil: 0664 617 15 11
   E-Mail: [email protected]

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