- 26.08.2009, 10:10:31
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Ärzte-Appell: Vorschuluntersuchungen nicht auslassen
Schulschwierigkeiten durch ärztliche Untersuchung vermeidbar - Anreizsystem für Eltern notwendig
Wien (OTS) - Viel zu wenige Eltern nehmen die Möglichkeit wahr,
ihre Kinder vor Schuleintritt noch einmal untersuchen zu lassen.
Darauf machte der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK),
Walter Dorner, Mittwoch in einer Aussendung aufmerksam.
"Schwierigkeiten in der Schule können nicht zuletzt gesundheitlich
bedingt sein. Deshalb raten wir, die kostenlose Vorschuluntersuchung
im Rahmen des Mutter-Kind-Passes zu nutzen", so ÖÄK-Präsident Dorner.
So werde beispielsweise nur mehr bei einem Drittel aller Fünfjährigen
in Wien eine Vorschuluntersuchung in Anspruch genommen. Dabei könnten
mithilfe dieser Präventionsmaßnahme zahlreiche gesundheitliche
Probleme frühzeitig erkannt werden. Eltern gingen jedoch vielfach
erst dann zum Arzt, wenn aus vermeintlichen
Umstellungsschwierigkeiten auf die Schulzeit massive
Beeinträchtigungen oder gesundheitliche Beschwerden werden. Dorner:
"Kinder weisen häufig individuelle Entwicklungsunterschiede auf. Das
macht eine Überprüfung der Lernvoraussetzung vor dem Schulstart
notwendig. Bei etwa zehn Prozent der behandlungsbedürftigen Kinder
wird im ersten Schuljahr eine rechtzeitige Förderung verabsäumt, weil
vor der Einschulung keine entsprechende Schulreifeuntersuchung
durchgeführt wird. Diese Kinder haben dann etwa Schwierigkeiten beim
Erlernen des Schreibens."
Um die Beteiligung zu erhöhen, könnte ein Prämienmodell Anreize
schaffen. In Oberösterreich erhalten Eltern eine Prämie von 370 Euro
aufgeteilt in zwei Teilen, sofern bei den Kindern alle
Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen durchgeführt wurden. Die Wirkung:
Mehr als die Hälfte (65 Prozent) der Kinder wird in Oberösterreich
zur Vorschuluntersuchung gebracht.
Dabei werden mögliche Sprachentwicklungsverzögerungen und die soziale
und psychosoziale Entwicklung der Kinder überprüft, die integrale
Voraussetzungen für das Verhalten in der Schule darstellen. Auch nach
den vorgeschriebenen Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sollten Kinder
einmal im Jahr vom Arzt vorsorglich untersucht werden. Die
Präventionsmedizin reduziert wesentlich die Auswirkungen vieler
Erkrankungen und kann daher nicht früh genug beginnen.
Großes Lob kam von der Österreichischen Ärztekammer für die neue
Trans-Fett-Verordnung des Gesundheitsministeriums. Da die
Dickleibigkeit von Kindern und Jugendlichen ein immer größeres
Problem werde, sei die Begrenzung des Anteils schädlicher Fette in
der Nahrung auch mit Blick auf diese Gruppe äußerst sinnvoll. "Rund
jedes fünfte Kind ist übergewichtig. Da ist es im Sinne der Vorsorge
wichtig und richtig, überbordenden Fettkonsum auf dem Verordnungsweg
dort einzudämmen, wo es möglich ist", so Dorner abschließend. (jg)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Dipl.-Journ. Birgit Merz
Tel.: (++43-1) 513 18 33-45
Email: [email protected]
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