• 24.08.2009, 15:23:20
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Forschungsrat: "Strukturbruch in der Wirtschaft überwinden"

"Strategie 2020" berücksichtigt neue Rahmenbedingungen für F&E

Wien (OTS) - Der Rat für Forschung und Technologieentwicklung hat
heute seine "Strategie 2020" für das nationale Innovationssystem der
Öffentlichkeit präsentiert. Darin sind die Anregungen und
Empfehlungen, die vom 14. Mai bis zum 7. Juni 2009 von der
interessierten Öffentlichkeit auf www.forschungsstrategie.at zum
Entwurf abgegeben wurden ebenso berücksichtigt wie die Ergebnisse der
von BMVIT und BMWFJ beauftragten Systemevaluierung sowie jene des vom
BMWF durchgeführten Forschungsdialogs.

Ziel der Strategie ist es, Österreich in den kommenden Jahren als
erfolgreiche und international anerkannte Innovationsnation zu
etablieren. Dieser Vision entsprechend legte der Forschungsrat seine
Vorschläge und Empfehlungen für die künftige Forschungs- und
Innovationspolitik vor. Diese sollen - gerade auch in den Turbulenzen
der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise - der generellen
Orientierung dienen.

"Stockerlplatz" für Österreichs F&E

Ziel ist nach wie vor, Österreich vom "Innovation Follower" zum
"Innovation Leader" zu machen, d.h. unter die ersten drei Nationen im
Ranking zu kommen. Bereits heute zählt Österreich zu den wenigen
Ländern in der EU, die eine realistische Chance haben, die im
Barcelona- bzw. Lissabon-Prozess vorgegebenen Zielmarken auf
nationaler Ebene zu erreichen. Mit einer Forschungsquote von 2,73
Prozent im Jahr 2009 hat Österreich den EU-Durchschnitt bereits
deutlich übertroffen.

Schwächen des nationalen Innovationssystems zeigen sich vor allem
in der Transformation von Input in Output (d.h. Österreich steckt
überdurchschnittlich viele Ressourcen in das FTI-System und generiert
damit im Vergleich nur einen unterdurchschnittlichen Output) sowie in
den unterdurchschnittlichen Werten beim Anteil der Bevölkerung mit
tertiärem Bildungsabschluss und der Anzahl von
naturwissenschaftlichen und technischen HochschulabsolventInnen.

Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es laut Rat grundlegender
Reformen in den acht Strategieelementen:

- Menschen                  - Gesellschaft
 - Input/Output              - Infrastruktur
 - Schwerpunkte              - Instrumente
 - Governance                - Internationalisierung

Strukturbruch schafft neue Rahmenbedingungen

Die Tatsache, dass der momentane Strukturbruch in der
Weltwirtschaft Angebots-, Produktions- und Nachfragestrukturen global
deutlich verändern wird, schafft für F & E auch in Österreich neue
Rahmenbedingungen (prognostizierter BIP-Rückgang um 4,3% für 2009;
Industrie-Umsatzeinbrüche von 30% in Q1/2009; Außenhandelsdefizit von
1 Mrd. Euro in Q1/2009). Die "Strategie 2020" trägt diesem Umstand
insoferne Rechnung, als dadurch bestimmte Planungskriterien anders
bewertet werden müssen.

So erachtet der Rat eine 3% Forschungsquote gemessen am BIP für
das Jahr 2013 als Durchgangsziel und spricht sich dafür aus, die
angestrebten 4% für 2020 neu zu bewerten. Zudem ist zu erwarten, dass
sich die Relation der F&E-Finanzierung (2/3 Wirtschaft 1/3
öffentliche Hand) in einigen Ländern - auch in Österreich - in
Richtung 50:50 verschieben wird. Dem entsprechend sollte die
indirekte Forschungsförderung auf ein Instrument fokussiert werden -
eine erhöhte Forschungsprämie (Korridor: 10-20%), die je nach
Wirtschaftslage bedarfsorientiert festzulegen ist. Die nicht
abgerufenen Beträge bei der indirekten Förderung sollten so rasch wie
möglich in die direkte Förderung übergeführt werden.

FTI-Struktur 2013

Mehr Effizienz ist laut Strategie 2020 auch bei Österreichs
FTI-Struktur gefordert: Der Rat spricht sich in diesem Zusammenhang
für maximal zwei zuständige Fachressorts aus, die gemeinsam die
Strategieebene bilden sollen. Darunter sollen die Lenkungsstrukturen
der anwendungsorientierten Forschungsagenturen (FFG, AWS, Christian
Doppler Forschungsgesellschaft) zusammengefasst werden. Die
grundlagenorientierte Forschung umfasst in einer Verwaltungseinheit
die Ludwig Boltzmann Gesellschaft, die ÖAW und den FWF. Damit wird
jedoch keine zusätzliche Verwaltungsebene geschaffen - die
bestehenden Lenkungsorgane agieren in Personalunion. Das stärkt
Effizienz, Flexibilität und Synergien, da auch die finanziellen
Mittel je nach Schwerpunkt bedarfsorientiert zugeordnet werden
können.

Mit der Strategie 2020 wurden breit abgestimmte Empfehlungen unter
Einbeziehung zahlreicher ExpertInnen aus den unterschiedlichsten
Beriechen geschaffen, die der Politik als Grundlage für weiteres
strategisches Planen und Handeln dienen soll, hält der Rat
abschließend fest.

Rückfragehinweis:
Rat für Forschung und Technologieentwicklung
DI Dr. Ludovit Garzik
Tel.: 01 - 7131414
mailto: [email protected]
http://www.rat-fte.at

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