• 23.08.2009, 19:43:04
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Neues Volksblatt: "Frühstück" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 24. August 2009

Linz (OTS) - Politikberichterstattung ist für den ORF in jüngster
Zeit ein Fall für die Unterhaltungsabteilung geworden. Die
Sommergespräche auf Operetten- oder Theaterbühnen, der Kanzler
wiederum im Ö3-Frühstück. Zwei Stunden lang, am Sonntag Vormittag,
unter der werblichen Schirmherrschaft einer Kaffeefirma, durften
Werner Faymann und seine Gattin aus dem Nähkästchen plaudern. Ein
bisschen Ortstafelfrage, ein bisschen Präsidentschaftskandidatur,
dazwischen ein verweigerter Englischtest, das Eingeständnis,
zugenommen zu haben und das Bekenntnis, gläubig zu sein (aber, im
Fall von Frau Faymann, nicht der Kirche anzugehören): Mensch, das
menschelt.
So viel Softtalk zum Start der politischen Herbstarbeit - immerhin
steht morgen wieder ein Ministerrat an - mutet tatsächlich wie eine
Liebdienerei der ORF-Gewaltigen vor dem Kanzler an. Zu verstehen
wär's, denn immerhin liegt das Schicksal des mäßig erfolgreichen
Alexander Wrabetz maßgeblich in den Händen des Parteifreundes und
Kanzlers. Dass Wrabetz trotz sinkender Quoten aus der Sicht der SPÖ
schon wieder nicht mehr zur Disposition zu stehen scheint, ist schon
eine Einladung an den Frühstückstisch wert.
Deswegen muss man ja noch kein Frühstücksdirektor sein.

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