• 21.08.2009, 10:29:29
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Science Lounge greift im internationalen Jahr der Astronomie nach den Sternen

Hahn: "ESO-Beitritt war Trägerrakete für mehr öffentliches Interesse an Wissenschaft"

Wien (OTS) - Mehr als 250 Interessierte lockte die Science Lounge
zum Thema "Der Griff nach den Sternen" auf den Wiener Donaukanal.
Unter der Moderation von Presse-Redakteur Rainer Nowak diskutierten
Wissenschaftsminister Johannes Hahn, Dr.in Katrien Kolenberg vom
Institut für Astronomie der Universität Wien, Universitätsprofessorin
Dr.in Sabine Schindler, Österreichische Gesellschaft für Astronomie
und Astrophysik, und der erste österreichische Kosmonaut DI Franz
Viehböck Fragen zu Astronomie und Astrophysik und die Einflüsse des
Kosmos auf unsere Welt. Wissenschaftsminister Hahn bezeichnete den
Beitritt Österreichs zur europäischen Südsternwarte ESO als
"Trägerrakete für breites Interesse für Wissenschaft und Forschung in
der Öffentlichkeit." Obwohl in der Wissenschaftskommunikation "ein
Boom zu verzeichnen ist, müssen wir die Bedeutung der
Grundlagenforschung im täglichen Leben noch stärker bewerben."

Universitätsprofessorin Schindler bezeichnete den ESO-Beitritt als
"Meilenstein", weil dadurch auch mehr Professor/innen berufen werden
können. Zu den Fragen aus den Publikum zur Entstehung des Universums,
der Galaxien und der Sterne meinte sie: "Im Universum ist sehr viel
los und das alles wollen wir erforschen. Ich sehe unseren Planeten
als integralen Bestandteil des Kosmos. Es herrschen überall die
gleichen physikalischen Gesetze. Wir sind eines von vielen
Planetensystemen im Kosmos. Mit neuer Technik kann besser beobachtet
werden. Ich erwarte mir in den nächsten Jahren einige
Überraschungen." Für die Beobachtung sei vor allem das Schwarze des
Weltalls wichtig, und das sei in Chile, wo sich die Südsternwarte
befindet, ideal. In Europa sei die Lichtverschmutzung dafür zu groß.
Während in Chile 360 Tage im Jahr für die Beobachtung günstig seien,
wären es in Europa nur etwa 50.

Die auf dem Gebiet der Astroseismologie arbeitende Wissenschafterin
Kolenberg begeisterte das Publikum durch die "Musik" der Sterne, ihre
Schwingungen. Kolenberg: "Sterne verhalten sich instabil. Sterne
können zu schwingen beginnen und damit ändern sich auch die
Temperatur und die Helligkeit." Die Schwingungen seien langsam, aber
sichtbar. Dadurch kann herausgefunden werden, wie sie aufgebaut sind.
"Das ist so ähnlich, wie wenn man eine Stradivari vor sich hat", so
Kolenberg, die die "Chellos" unter den Sternen am meisten liebt.

"Der Ausblick auf die Erde und der Eindruck der Zerbrechlichkeit
haben mich überrascht", so Franz Viehböck zu seinem Weltraumflug
1991, bei dem ihn das Schwarze des Weltalls sehr beeindruckt habe.
Grüne Männchen habe er hingegen nicht gesehen, wie aus dem Publikum
nachgefragt. Dennoch sei die Frage nach Lebewesen sehr aktuell, so
Kolenberg, die auf entsprechende Forschungsarbeiten der NASA verwies.

Fragen wie "Gibt es ein Ende des Weltraums? Wie warm oder kalt ist es
im Weltall? Wie kann sich etwas ausdehnen, das schon unendlich ist?
Was ist, wenn die Fliehkraft aufhört?" Wie wird Energie zu Materie?"
wurden von den Wissenschafterinnen gerne beantwortet und Hahn dankte
für die anschaulichen Einblicke in die Forschungsarbeit. "Je mehr
Verständnis bei den Menschen für Forschung vorhanden ist, desto
größer sind künftig auch die Chancen für mehr Geld für Forschung und
Entwicklung."

Die Veranstaltung wurde vom Bundesministerium für Wissenschaft und
Forschung (BMWF) und Science2Public in Kooperation durchgeführt.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung
Minoritenplatz 5, 1014 Wien
Pressebüro
Tel.: +43/1/53120-9007

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