- 13.08.2009, 17:05:20
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Österreichische Zahnärztekammer lehnt Zahnmedizin-Studium an der DPU in Krems entschieden ab
Qualität der zahnärztlichen Ausbildung in Gefahr
Wien (OTS) - Mit großem Befremden und großer Verwunderung hat die
Österreichische Zahnärztekammer den Medien - genau genommen der
Sendung NÖ heute am 12. August d. J. - entnommen, dass die
zahnärztliche Ausbildung an der Danube Private University (DPU) in
Krems genehmigt wurde. Bei dieser handelt es sich um eine
Privatuniversität und somit um eine auf Gewinn gerichtete
wirtschaftliche Einrichtung.
Dies, obwohl sich das Bundesministerium für Gesundheit, sämtliche
Professoren der österreichischen Universitätszahnkliniken, die
Österreichische Hochschülerschaft, die Landeszahnärztekammer für NÖ
sowie die Österreichische Zahnärztekammer dezidiert dagegen
ausgesprochen haben.
Noch letztes Jahr wurde eine Akkreditierung abgelehnt, warum sie
jetzt ohne Beiziehung der genannten Institutionen genehmigt wurde,
entzieht sich unserer Kenntnis.
Bedenklich ist, da dem Akkreditierungsrat weder ein Arzt noch ein
Zahnarzt angehört, in wie weit dieses Gremium die Fähigkeit besitzt,
die von uns angezweifelte EU-Konformität und Qualität der Ausbildung
schlussendlich zu beurteilen. Auch die Aussage von
Wissenschaftsminister Dr. Hahn, dass hier eine Abstimmung mit der EU
stattgefunden hätte und er sicherstellt, "dass hier aus Brüssel keine
Turbulenzen zu erwarten sind" ist für uns nicht nachvollziehbar und
wäre noch zu hinterfragen.
Festhalten möchten wir unmissverständlich: eine derartige
Institution ist zur Versorgung der österreichischen Bevölkerung in
keiner Weise erforderlich und sinnvoll. Studiengebühren in der Höhe
von Euro 144.000,- sind nur für ganz wenige Menschen in Österreich
finanzierbar. Wenn man dazu noch die Lebenshaltungskosten (unter
Zugrundelegung der jetzt diskutierten Mindestsicherung) rechnet,
betragen die Gesamtstudienkosten mehr als Euro 200.000,-.
Zu befürchten ist, dass damit eventuelle Wartefristen und
Zulassungsprüfungen der öffentlichen Universitäten mit Geld umgangen
werden können.
Die Österreichische Zahnärztekammer lehnt jegliche Verantwortung
für diese Institution ab und wird bei Auftreten von Mängeln auf die
dafür verantwortlichen Politiker hinweisen, die auch dann die
Konsequenzen zu tragen haben werden. Wir wiederholen noch einmal,
dass diese Institution nicht nötig ist und wir uns des Eindruckes der
Geschäftemacherei nicht völlig erwehren können.
Rückfragehinweis:
Österreichische Zahnärztekammer
Tel.: 05 05 11 - 0
mailto: [email protected]
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