• 13.08.2009, 12:49:25
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AUGE/UG zu Hundstorfer/Überstunden: "Glücklich ist, wer vergisst ..."

Ausgerechnet unter ÖGB-Präsident Hundstorfer Möglichkeit zu Überstunden-Ausweitung beschlossen! AUGE/UG fordert höhere Krankenversicherungsbeiträge bei Überstunden.

Wien (OTS) - "Es ist ja ausgesprochen erfreulich, wenn nun auch
der Arbeits- und Sozialminister Hundstorfer erkennt, dass der Kampf
gegen krank machendes Überstundenwesen aufgenommen werden muss. Wir
erinnern uns allerdings auch daran, dass unter der Ära des
ÖGB-Präsidenten Hundstorfer eine Arbeitszeitflexibilisierung im
Parlament beschlossen worden ist, welche die Möglichkeiten zu einer
deutlichen Ausweitung der Überstundenarbeit geschaffen hat. Nicht
gegen, sondern mit voller Zustimmung der Gewerkschaften, die dieses
Gesetz auch noch als ganz großen Wurf gefeiert haben. Nach dem Motto
'Glücklich ist, wer vergisst' will das Hundstorfer nun offensichtlich
vergessen machen," erinnert Klaudia Paiha, Bundessprecherin der
AUGE/UG - Alternative und Grüne GewerkschafterInnen/Unabhängige
GewerkschafterInnen und Bundessekretärin der UG-Unabhängige
GewerkschafterInnen im ÖGB.

"Dass die österreichischen ArbeitnehmerInnen in Punkto
Arbeitszeiten eine Spitzenposition in Europa einnehmen, regelmäßiges
Ableisten von Überstunden gesundheitsschädigend ist und private
Beziehungen darunter leiden ist ja keine neue Erkenntnis, sondern
seit Jahren bekannt. Umso unverständlicher war die Zustimmung des ÖGB
zu einer möglichen Ausweitung der Überstundenarbeit", so Klaudia
Paiha weiter.

Dass selbst in Krisenzeiten und bei steigender Arbeitslosigkeit
die Zahl geleisteter Überstunden nicht wesentlich gesunken ist,
belegt für die Alternativen, Grünen und Unabhängigen
GewerkschafterInnen einmal mehr, dass Überstunden unabhängig von der
konjunkturellen Lage erbracht werden. "Überstunden sind damit längst
ein strukturelles Problem. Ein radikaler Abbau von Überstundenarbeit
würde zu einer gerechteren Verteilung von bezahlter und unbezahlter
Arbeit führen und wäre vor allem ein wesentlicher Beitrag zur
Bekämpfung der Erwerbsarbeitslosigkeit. Ein konkretes und
wirkungsvolles Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Überstundenunwesens
ist Hundstorfer allerdings schuldig geblieben", kritisiert Paiha.

Progressive Krankenversicherungsbeiträge pro zusätzlich geleisteter
Überstunde

Die AUGE/UG fordert als erste Maßnahme gegen das
Überstundenunwesen eine progressive Steigerung der
arbeitgeberseitigen Krankenversicherungsbeiträge ab der 41.
Wochenstunde: "Für jede zusätzlich geleistete Überstunde sollen die
Krankenversicherungsbeiträge progressiv und deutlich steigen. Das
macht Überstundenarbeit für Arbeitgeber unattraktiver und wäre ein
wesentlicher Beitrag zur Finanzierung unseres Gesundheitssystems. Da
lange Arbeitszeiten auf Kosten der Gesundheit und damit auch des
Gesundheitssystems gehen, ist es nur gerecht, wenn höhere Beiträge
geleistet werden." Zusätzlich fordert die AUGE/UG ein Ende der
steuerlichen Begünstigung von Überstundenarbeit. Paiha:
"Gesundheitsschädigendes Verhalten soll nicht auch noch steuerlich
belohnt werden." Prinzipiell sei die Anzahl zulässiger Überstunden
gesetzlich wieder stärker einzuschränken.

Im Rahmen des Arbeitsrechts will die AUGE/UG Möglichkeiten
schaffen, Unternehmen ab einem bestimmten Ausmaß von regelmäßig und
dauerhaft erbrachten Überstunden, zur Einstellung neuer Arbeitskräfte
zu verpflichten. Der Gesetzgeber soll zu entsprechenden Verhandlungen
die Kollektivvertragsparteien ermächtigen: "Verpflichtungen zu
Neueinstellungen bei dauerhafter Überstundenarbeit sollen über
Kollektivverträge und darauf basierende gesetzlich neu zu verankernde
erzwingbare Betriebsvereinbarungen erfolgen. Jedenfalls reicht es
nicht, nur zu appellieren und zu bedauern", schließt Paiha.

Rückfragehinweis:
Alternative und Grüne GewerkschafterInnen/
Unabhängige GewerkschafterInnen
Klaudia Paiha, Bundessprecherin, Tel: 0664/614 50 14
Internet: www.auge.or.at

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