- 12.08.2009, 11:11:35
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Das Ende des Hauses auf dem Hohen Haus Nach neun Jahren ist die Restaurierung der Quadrigen abgeschlossen
Wien (PK) - 2000 Jahre würden sie halten und Wind und Wetter trotzen,
meinte Carl Turbain, in dessen Bronzegießerei die acht Quadrigen auf
dem Parlamentsgebäude entstanden. 120 Jahre später mussten sie einer
gründlichen Restaurierung unterzogen werden. Nach fast neunjähriger
mühevoller Detailarbeit ist die Restaurierung jetzt abgeschlossen.
Das "Haus auf dem Hohen Haus" wird abgebaut.
Seit Oktober 2000 hatte das Haus auf dem Dach des Parlaments bei
Touristen und Bürgern für so manche erstaunte Blicke gesorgt. Es
diente einzig der Restaurierung jener acht Pferdegespanne. Denn die
von der Siegesgöttin Nike gelenkten Quadrigen würden einen Transport
nicht überstehen, hatten Experten vor Beginn der Arbeiten befürchtet.
Um ein Auseinanderbrechen zu verhindern, hat man sich dafür
entschieden, sie vor Ort zu restaurieren und dafür "einzuhausen".
Dass die Entscheidung, die Figuren nicht abzuheben, richtig war,
hatte sich gleich nach Beginn der Restaurierungsarbeiten an der
ersten Quadriga gezeigt. "Wir haben gewusst, die Quadrigen sind in
einem schlechten Zustand", sagte dazu Projektleiter Ing. Josef
Andres, "aber wie schlecht dieser wirklich ist, haben wir erst bei
der Demontage einzelner Teile gesehen". So hat man zwar bei
Voruntersuchungen festgestellt, dass die Eisenkonstruktion rostig ist
- "Wir haben ein Pferd zur endoskopischen Untersuchung aufgebohrt, da
ist uns nur rostbrauner Schlamm entgegengekommen!" -, aber dass fast
sämtliche Verbindungselemente "auf Null abgerostet" und auch die
übrigen Schrauben ziemlich angegriffen waren, hat man erst bei der
schrittweisen Zerlegung der immerhin acht Tonnen schweren
Figurengruppe realisiert. Ein Blick in den Bauch eines Pferdes zeigte
es auch deutlich: überall nur Rost.
Warum die Quadrigen überhaupt noch zusammengehalten haben? "Aus
Gewohnheit", meinte die Leiterin des Restauratorenteams Mag.
Elisabeth Krebs, und weil die Außenhülle doch noch relativ stabil
war. Aber auch der Bronzeguss wies an vielen Stellen Schäden auf. Das
Hauptproblem war Krebs zufolge, dass die Eisenteile durch das Rosten
ihr Volumen vergrößert hatten und dadurch die Bronze an mehreren
Stellen aufgeplatzt war. Es war also höchste Zeit für eine
Restaurierung der Skulpturengruppen, die Ende des 19. Jahrhunderts
nach einem Entwurf des Parlamentsarchitekten Theophil Hansen vom
Bildhauer Vincent Pilz modelliert und von Carl Turbain in Bronze
gegossen worden waren.
Fotos vom Abbau des "Hauses auf dem Hohen Haus"siehe Homepage des
Parlaments (www.parlament.gv.at ), Fotoalbum. (Schluss)
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