• 30.07.2009, 07:14:53
  • /
  • OTS0006 OTW0006

EANS-News: WACKER spürt im 2. Quartal 2009 stärkere Kundennachfrage

- Konzernumsatz verbessert sich mit 926 Mio. € um 6 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2009 - Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen steigt gegenüber dem 1. Quartal um 8 Prozent auf 170 Mio. € - Sonderabschreibungen aus Strukturmassnahmen in Höhe von 121 Mio. € führen zu Quartalsverlust von 75 Mio. € - Polysilicium-Geschäft bleibt mit einer EBITDA-Marge von über 50 Prozent im 2. Quartal anhaltend ertragsstark

--------------------------------------------------------------------------------
  Corporate News übermittelt durch euro adhoc. Für den Inhalt ist der
  Emittent/Meldungsgeber verantwortlich.
--------------------------------------------------------------------------------

München (euro adhoc) - 30. Juli 2009 - Die Wacker Chemie AG hat im 2. Quartal
2009 von der gestiegenen Nachfrage ihrer Kunden profitiert. Zwar haben die
Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise im Berichtszeitraum die
Geschäftsentwicklung des Münchner Chemiekonzerns nach wie vor beeinträchtigt.
Der Umsatz liegt mit 925,5 (Vj. 1.123,0) Mio. EUR um 18 Prozent unter Vorjahr.
Im Vergleich zum 1. Quartal 2009 (872,5 Mio. EUR) haben die Umsatzerlöse aber um
6 Prozent zugenommen. Ursache für den Anstieg gegenüber den ersten drei Monaten
des laufenden Geschäftsjahres sind höhere Absatzmengen in allen
Geschäftsbereichen. Niedrigere Preise haben das Umsatzwachstum dagegen gebremst.

Einsparungen bei den Personal- und Sachkosten sowie die im Vergleich zum Vorjahr
niedrigeren Preise für die Rohstoffe Ethylen und Methanol haben im 2. Quartal
2009 dazu beigetragen, die Ergebnisentwicklung zu stabilisieren. Auf der anderen
Seite belastet in vielen Bereichen die nach wie vor niedrige Auslastung der
Produktionskapazitäten weiterhin die Profitabilität des Geschäfts. Das
Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im
Berichtszeitraum auf 170,1 (Vj. 317,9) Mio. EUR. Es lag damit um 47 Prozent
unter dem Vergleichswert des starken Vorjahres, aber um 8 Prozent über dem Wert
des Vorquartals (157,8 Mio. EUR). Im EBITDA des 2. Quartals sind Rückstellungen
in Höhe von 15 Mio. EUR für den anstehenden Stellenabbau bei Siltronic und im
Geschäftsbereich WACKER SILICONES enthalten. Dieser Sondereinfluss hat die
Ergebnisentwicklung gebremst. Die EBITDA-Marge erreichte 18,4 (Vj. 28,3)
Prozent, nach 18,1 Prozent im 1. Quartal 2009.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging auf -53,7 (Vj. 224,9) Mio. EUR
zurück. Ausschlaggebend für den überproportionalen Rückgang des EBIT war eine
Sonderabschreibung im Anlagevermögen der Siltronic von 121,3 Mio. EUR. Diese
Abschreibung trägt der geplanten Konzentration der Waferproduktion von Siltronic
auf Leitstandorte und der voraussichtlichen Entwicklung des Halbleitermarktes
Rechnung. Bereinigt um diesen Sondereffekt und die für den Stellenabbau
gebildeten Rückstellungen hätte im 2. Quartal 2009 das EBIT 82,6 Mio. EUR
betragen, 42 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres
2009. Das Periodenergebnis des 2. Quartals belief sich auf -74,5 (Vj. 152,6)
Mio. EUR. Das Ergebnis je Aktie beträgt -1,47 (Vj. 3,08) EUR.

Den größten Ergebnisbeitrag lieferte im 2. Quartal 2009 das Geschäft mit
Polysilicium. Das EBITDA des Geschäftsbereichs WACKER POLYSILICON stieg im
Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 136,0 (Vj. 104,8) Mio. EUR. Trotz
niedrigerer Umsätze als im Vorquartal lag die EBITDA-Marge erneut über 50
Prozent. Die übrigen Geschäftsbereiche schnitten beim operativen Ergebnis besser
ab als im 1. Quartal 2009.

Für das Gesamtjahr 2009 rechnet WACKER weiterhin mit einem Umsatz und einem
operativen Ergebnis deutlich unter Vorjahr. Zwar gehen die aktuellen Prognosen
für die Weltkonjunktur zunehmend davon aus, dass sich die Wirtschaftsleistung
langsam stabilisiert. Angesichts der momentanen wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen agieren die Kunden bei ihren Bestellungen aber nach wie vor
sehr vorsichtig. Sie bestellen kleinere Mengen oder schließen Verträge mit
kürzeren Laufzeiten ab. Deshalb bleibt es schwierig, vorherzusagen, in welchem
Umfang sich die stärkere Kundennachfrage des 2. Quartals im weiteren
Jahresverlauf fortsetzen wird.

"In einigen für WACKER wesentlichen Abnehmerbranchen hat sich die Nachfrage
wieder etwas belebt", sagte Konzernchef Rudolf Staudigl am Donnerstag in
München. "Aus heutiger Sicht ist jedoch noch nicht klar abzuschätzen, wie
dauerhaft diese bisher auf die Absatzvolumina beschränkte Erholung sein wird.
Deshalb arbeiten wir weiter daran, unsere Kostenstrukturen zu verbessern und
unsere Prozesse und Ressourcenallokation zu optimieren. Das hilft uns dabei,
unsere Ergebnisentwicklung zu stabilisieren."

Regionen
Auch im 2. Quartal 2009 blieb Asien mit einem Umsatzvolumen von 325,1 (Vj.
367,5) Mio. EUR größter Absatzmarkt für den WACKER-Konzern. Der Anteil am
Gesamtumsatz beträgt 35 (Vj. 33) Prozent. In dieser Region hat die
Kundennachfrage seit Jahresanfang wieder deutlich zugenommen. Dennoch lag der in
Asien erzielte Umsatz knapp 12 Prozent unter dem Vorjahreswert. In Deutschland
betrugen die Umsatzerlöse des WACKER-Konzerns im Berichtszeitraum 192,6 (Vj.
248,4) Mio. EUR. Dies sind 23 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im übrigen
Europa lagen die Umsätze mit 230,2 (Vj. 266,5) Mio. EUR um 14 Prozent hinter dem
Vorjahr zurück. In der Region Amerika verringerten sich die Umsätze des
WACKER-Konzerns im 2. Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahreswert um 28 Prozent auf
148,7 (Vj. 205,5) Mio. EUR. Ursächlich für diesen niedrigeren Umsatz war in
erster Linie der rückläufige Absatz von Siliciumeinkristallen und
Restmaterialien aus der Produktion von Halbleiterwafern in die Solarindustrie.
In den Übrigen Regionen betrug der Umsatz im 2. Quartal 2009 28,9 (Vj. 35,1)
Mio. EUR.

Investitionen und Netto-Cashflow
Trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds hat WACKER im
Berichtszeitraum sein strategisches Ausbauprogramm fortgesetzt. Im 2. Quartal
2009 investierte der WACKER-Konzern insgesamt 194,3 (Vj. 181,4) Mio. EUR.
Gleichzeitig ging der Netto-Cashflow auf -110,2 (Vj. 104,8) Mio. EUR zurück. Im
Vergleich zum 1. Quartal 2009 (70,9 Mio. EUR) hat sich hier neben der
fortgeführten Investitionstätigkeit auch ausgewirkt, dass die Mitarbeiter im
April erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile in Höhe von 66,8 Mio. EUR für das
Geschäftsjahr 2008 erhalten haben. Dabei wurde der Großteil der
erfolgsabhängigen Vergütung nur zur Hälfte ausbezahlt. Die verbleibenden 50
Prozent werden so lange einbehalten, bis sich die wirtschaftliche Situation
nachhaltig und substanziell verbessert hat.

Im Mittelpunkt der Investitionstätigkeit stand im Berichtsquartal die
Erweiterung der Produktionsanlagen für polykristallines Reinstsilicium an den
Standorten Burghausen und Nünchritz. Dadurch soll die aktuelle Nennkapazität von
15.000 Jahrestonnen sukzessive und im Einklang mit der Nachfrageentwicklung auf
mehr als 35.000 Jahrestonnen erhöht werden. Für die im Bau befindliche
Polysilicium-Produktion am Standort Nünchritz hat sich WACKER einen
langfristigen Investitionskredit über 400 Mio. EUR von der Europäischen
Investitionsbank gesichert. Dieses Darlehen ist ein wichtiger Bestandteil der
Projektfinanzierung. WACKER plant am Standort Nünchritz Investitionen von
insgesamt rund 800 Mio. EUR und wird dort voraussichtlich etwa 450 neue
Arbeitsplätze schaffen.

Mitarbeiter
Der WACKER-Konzern beschäftigte zum Stichtag 30. Juni 2009 15.721 (31. März
2009: 15.851) Mitarbeiter. Davon arbeiteten an den Standorten in Deutschland
12.002 (31. März 2009: 12.103) Mitarbeiter. International zählte der
WACKER-Konzern zum Ende des 2. Quartals 3.719 (31. März 2009: 3.748)
Beschäftigte. Anfang Juli 2009 gab das Unternehmen weitere Schritte bekannt, um
seinen weltweiten Produktionsverbund zu optimieren. Bei Siltronic wird künftig
die Herstellung von Siliciumwafern unterschiedlicher Durchmesser an
Leitstandorten konzentriert. Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES setzt
Strukturverbesserungen um, die darauf abzielen, die Kosten zu reduzieren, die
Flexibilität zu erhöhen und die Anlagenauslastung zu steigern. Insgesamt werden
bei Siltronic und WACKER SILICONES im Zuge dieser Maßnahmen bis Ende 2010
gegenüber dem 31. März 2009 knapp 800 Stellen wegfallen. Der Stellenabbau soll
sozialverträglich erfolgen. Ziel ist es, dabei ohne betriebsbedingte Kündigungen
auszukommen und stattdessen natürliche Fluktuation, Altersteilzeit,
Abfindungsverträge und Versetzungen zu nutzen. Speziell der weitere Ausbau des
Polysilicium-Geschäfts bietet gute Möglichkeiten für neue
Beschäftigungsverhältnisse. Beim Aufbau neuer Stellen in diesem Bereich werden
Mitarbeiter aus den eigenen Reihen vorrangig berücksichtigt.

Geschäftsbereiche
Der Geschäftsbereich WACKER SILICONES erwirtschaftete im 2. Quartal 2009 einen
Gesamtumsatz in Höhe von 304,9 (Vj. 380,6) Mio. EUR. Im Vergleich zum 1. Quartal
2009 mit einem Umsatzvolumen von 264,9 Mio. EUR ergibt sich eine Steigerung um
15 Prozent. Während das Geschäft mit Elastomeren im Berichtszeitraum weiterhin
verhalten verlief, profitierten die Silicone für Bauanwendungen von der
saisonalen Belebung der Nachfrage aus der Baubranche. Gut entwickelten sich auch
die Umsätze in den Segmenten Medizintechnik sowie Energieübertragung und
-verteilung. WACKER SILICONES erzielte im Berichtszeitraum ein EBITDA in Höhe
von 37,2 (Vj. 60,5) Mio. EUR. Das entspricht einer EBITDA-Marge von 12,2 (Vj.
15,9) Prozent. Während die Vorjahreswerte nicht erreicht werden konnten, fällt
die Quartalsentwicklung gegenüber den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres
2009 (EBITDA: 27,7 Mio. EUR, EBITDA-Marge: 10,5 Prozent) positiv aus. Vor allem
niedrigere Absatzmengen als im Vorjahr haben die Ergebnisentwicklung von WACKER
SILICONES im 2. Quartal 2009 belastet. Dagegen beeinflussten geringere
Betriebskosten und günstigere Währungseffekte das Ergebnis positiv.

Auch WACKER POLYMERS profitierte im Berichtszeitraum von einer saisonal
steigenden Nachfrage nach Dispersionen und Dispersionspulvern für die
Bauindustrie. Mit einem Gesamtumsatz von 206,5 (Vj. 244,6) Mio. EUR blieb der
Geschäftsbereich um knapp 16 Prozent hinter dem Vergleichswert des
Vorjahreszeitraumes zurück. Er verbesserte sich aber gegenüber dem 1. Quartal
2009 (172,3 Mio. EUR) um fast 20 Prozent. WACKER POLYMERS erwirtschaftete im 2.
Quartal 2009 ein EBITDA in Höhe von 42,9 (Vj. 37,3) Mio. EUR. Damit liegt das
EBITDA sowohl über dem Vergleichswert des Vorjahres als auch über dem des
Vorquartals (21,5 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge verbesserte sich im
Berichtszeitraum auf 20,8 Prozent, nach 15,2 Prozent im 2. Quartal 2008 und 12,5
Prozent im 1. Quartal 2009. Niedrige Rohstoffkosten, geringere operative Kosten
und eine bessere Anlagenauslastung haben die Ergebnisentwicklung positiv
beeinflusst.

Der Geschäftsbereich WACKER FINE CHEMICALS hat im laufenden Geschäftsjahr 2009
seinen Umsatz stabilisiert. Dieser lag im 2. Quartal 2009 bei 22,1 (Vj. 24,3)
Mio. EUR. Im 1. Quartal 2009 waren es 21,6 Mio. EUR. Das EBITDA verbesserte
WACKER FINE CHEMICALS nach 1,9 Mio. EUR im 1. Quartal 2009 auf 3,3 (Vj. 3,3)
Mio. EUR im Berichtszeitraum. Dadurch stieg die EBITDA-Marge von 8,8 Prozent im
Vorquartal auf jetzt 14,9 (Vj. 13,6) Prozent. Positiv entwickelte sich das
Geschäft mit biotechnologisch hergestelltem Cystein sowie mit Cyclodextrinen für
den Pharmabereich. Auch die Geschäftsentwicklung bei Pharmaproteinen (Biologics)
verläuft zufriedenstellend.

Das Polysilicium-Geschäft von WACKER POLYSILICON blieb im Berichtszeitraum
weiter auf Wachstumskurs. Der Geschäftsbereich erzielte im 2. Quartal 2009 einen
Gesamtumsatz in Höhe von 269,1 (Vj. 194,2) Mio. EUR. Die Steigerung um 39
Prozent gegenüber dem Vorjahr resultiert aus den zusätzlichen
Produktionskapazitäten am Standort Burghausen, die im 2. Halbjahr 2008 in
Betrieb gegangen sind. Die Bestmarke von 315,0 Mio. EUR aus dem 1. Quartal 2009
konnte jedoch nicht erreicht werden. Die Gründe dafür waren im Wesentlichen die
sinkenden Spotmarkt-Preise für Solarsilicium und das saisonal bedingt fehlende
Geschäft mit Streusalz. Im 1. Quartal dieses Jahres hatte das Salz-Geschäft rund
20 Mio. EUR zum Bereichsumsatz beigetragen. Das EBITDA von WACKER POLYSILICON
betrug im Berichtszeitraum April bis Juni 2009 136,0 (Vj.104,8) Mio. EUR, nach
168,1 Mio. EUR im 1. Quartal 2009. Die EBITDA-Marge ging von 54,0 Prozent im 2.
Quartal 2008 auf 50,5 Prozent im 2. Quartal 2009 zurück. 

Das Halbleitergeschäft von Siltronic hat sich im 2. Quartal 2009 gegenüber den
ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres etwas verbessert. Siltronic
erzielte im Berichtszeitraum einen Gesamtumsatz in Höhe von 153,1 (Vj. 351,7)
Mio. EUR und konnte sich damit im Vergleich zum schwachen Vorquartal mit 126,0
Mio. EUR um 22 Prozent steigern. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage waren die
Produktionsanlagen im Berichtszeitraum besser ausgelastet als im 1. Quartal
2009. Der Auslastungsgrad liegt nun wieder über 50 Prozent. Dagegen hat sich der
starke Druck auf die Preise bei allen Scheibendurchmessern nochmals
intensiviert. Zwar haben die Maßnahmen zur Reduzierung der Gesamtkosten,
insbesondere der Personalkosten sowie günstige Wechselkurseffekte das Ergebnis
gestützt. Die niedrigeren Marktpreise und die insgesamt weiterhin
unbefriedigende Anlagenauslastung sowie die Rückstellungen für den geplanten
Stellenabbau in Höhe von 8,7 Mio. EUR haben jedoch dazu geführt, dass das EBITDA
von Siltronic auch im aktuellen Berichtszeitraum mit -58,2 (Vj. 112,0) Mio. EUR
im negativen Bereich blieb. Bereits im 1. Quartal 2009 hatte Siltronic
umfangreiche Maßnahmen eingeleitet, um die Personal- und Sachkosten zu senken.
Anfang Juli 2009 wurden nun weiter reichende Maßnahmen bekanntgegeben, um die
Produktionskapazitäten zu optimieren. So soll künftig die Herstellung von
Siliciumwafern unterschiedlicher Durchmesser an den Leitstandorten mit der
jeweils besten Kostenposition konzentriert werden.

Ausblick
WACKER erwartet auch für das 2. Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2009,
dass die weltwirtschaftliche Rezession anhält. Die aktuellen Prognosen für die
Weltkonjunktur gehen zunehmend davon aus, dass sich die Wirtschaftsleistung
langsam stabilisiert und es im Jahr 2010 zu einer leichten Belebung kommt. Nach
dem drastischen Einbruch der Geschäftsentwicklung zu Jahresbeginn werden aber im
Gesamtjahr 2009 Umsatz und operatives Ergebnis des WACKER-Konzerns deutlich
hinter den Werten des Jahres 2008 zurückbleiben. Angesichts der momentanen
Rahmenbedingungen agieren die Kunden bei ihren Bestellungen weiterhin sehr
vorsichtig. Sie bestellen kleinere Mengen oder schließen Verträge mit kürzeren
Laufzeiten ab. Deshalb bleibt es schwierig, vorherzusagen, in welchem Umfang
sich die stärkere Kundennachfrage des 2. Quartals 2009 im Jahresverlauf
fortsetzen wird.

Die Maßnahmen, die WACKER sehr früh ergriffen hat, um den negativen Auswirkungen
der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gegenzusteuern, zeigen Wirkung. Zu
diesen Maßnahmen zählen vorrangig Budgeteinsparungen, Kurzarbeit, Zurückhaltung
bei der Einstellung neuer Mitarbeiter, Verzicht auf Vergütungsbestandteile sowie
eine modifizierte Investitionsplanung und die Sicherung ausreichender
finanzieller Spielräume für das operative Geschäft. Mit den jüngsten
Entscheidungen, seinen weltweiten Produktionsverbund und seine Prozesse in den
Geschäftsbereichen WACKER SILICONES und Siltronic zu optimieren, will der
Münchner Chemiekonzern seine Leistungskraft und Wettbewerbsfähigkeit weiter
absichern. Der mit den Umstrukturierungen verbundene Abbau von etwa 800 Stellen,
der sozialverträglich umgesetzt werden soll, wird die Kostenstrukturen des
Unternehmens weiter entlasten.

Um die Finanzierung des operativen Geschäfts zu sichern und zu stärken, hat
WACKER bereits im Jahr 2008 eine syndizierte Kreditfazilität von 300 Mio. EUR um
ein weiteres Jahr bis 2013 verlängert. Darüber hinaus wurden im 1. Quartal 2009
neue dreijährige Kreditlinien in Höhe von knapp 200 Mio. EUR abgeschlossen. Für
den Bau der neuen Polysilicium-Produktion am Standort Nünchritz hat WACKER im
Mai 2009 von der Europäischen Investitionsbank die Zusage für einen
langfristigen Investitionskredit über 400 Mio. EUR zu günstigen Konditionen
erhalten. Die entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen sind in der
Zwischenzeit unterzeichnet worden. Im Berichtsquartal konnte außerdem ein
Schuldschein-Darlehen erfolgreich am Markt platziert werden. Bis zum 30. Juni
2009 wurden Mittel in Höhe von 155 Mio. EUR bereitgestellt, weitere 25 Mio. EUR
flossen WACKER im Juli zu. Insgesamt verfügt der Konzern derzeit über
Finanzierungen in Höhe von 1,2 Mrd. EUR.

Auch wenn sich heute nicht absehen lässt, wann die globale Rezession überwunden
sein wird, bleibt WACKER optimistisch für die Zukunft. Langfristig sieht der
Chemiekonzern wichtige Megatrends weiter intakt, von denen das Unternehmen
nachhaltig profitieren wird. Die Zukunftsthemen Energiegewinnung und
Energiesparen bedient WACKER mit einer ganzen Reihe von Produkten. Die größten
Wachstumschancen eröffnen sich dort nach wie vor durch die Herstellung von
Polysilicium für die Solarindustrie. Regional kann das Unternehmen durch seine
hohe Präsenz in den Wachstumsmärkten Asiens und in Schwellenländern in anderen
Teilen der Welt eine Vielzahl an Produkten und Lösungen anbieten, die dafür
geeignet sind, den Wohlstand in diesen Regionen zu erhöhen. WACKER ist deshalb
zuversichtlich, wieder auf seinen Kurs des profitablen Wachstums zurückzufinden,
sobald die weltweite Konjunktur wieder anzieht.


Eckdaten WACKER-Konzern

|Mio. EUR |Q2 2009 |Q2 2008 |Veränd. |6M 2009|6M 2008 |Veränd.|
| | | |in % | | |in % |
|Umsatzerlöse |925,5 |1.123,0 |-17,6 |1.798,0|2.142,5 |-16,1 |
|EBITDA(1) |170,1 |317,9 |-46,5 |327,9 |609,0 |-46,2 |
|EBITDA-Marge(2) |18,4% |28,3% |-35,1 |18,2% |28,4% |-35,8 |
|EBIT(3) |-53,7 |224,9 |n.a. |4,5 |423,6 |-98,9 |
|EBIT-Marge(2) |-5,8% |20,0% |n.a. |0,3% |19,8% |-98,7 |
| | | | | | | |
|Finanzergebnis |-6,3 |-3,1 |>100 |-13,4 |-3,9 |>100 |
|Ergebnis vor Steuern |-60,0 |221,8 |n.a. |-8,9 |419,7 |n.a. |
|Periodenergebnis |-74,5 |152,6 |n.a. |-69,0 |283,2 |n.a. |
| | | | | | | |
|Ergebnis je Aktie in EUR|-1,47 |3,08 |n.a. |-1,30 |5,70 |n.a. |
| | | | | | | |
|Investitionen (inkl. |194,3 |181,4 |7,1 |371,1 |326,9 |13,5 |
|Finanzanlagen) | | | | | | |
|Auszahlungen für |0,0 |2,2 |-100,0 |0,0 |-171,2 |-100,0 |
|Akquisitionen | | | | | | |
|Netto-Cashflow |-110,2 |104,8 |n.a. |-39,3 |101,5 |n.a. |
| | | | |
|Mio. EUR |30. Juni|30. Juni|31. Dez.|
| |2009 |2008 |2008 |
| | | | |
|Eigenkapital |1.955,6 |1.906,1 |2.082,8 |
|Finanzverbindlichkeiten |424,1 |222,2 |272,4 |
|Pensionsrückstellungen |388,5 |379,2 |376,1 |
|Nettofinanzverbindlich- |81,5 |-101,6 |-32,9 |
|keiten | | | |
|Bilanzsumme |4.584,0 |4.225,0 |4.625,1 |
| | | | |
|Mitarbeiter (Anzahl am |15.721 |15.769 |15.922 |
|Stichtag) | | | |

1 EBITDA ist EBIT vor Abschreibungen/Zuschreibungen auf Anlagevermögen.

Emittent: Wacker Chemie AG
Hanns-Seidel-Platz 4
D-81737 München
Telefon: +49 (0) 89 6279 01
FAX: +49 (0) 89 6279 1770
Email: [email protected]
WWW: http://www.wacker.com
Branche: Chemie
ISIN: DE000WCH8881
Indizes: Midcap Market Index, MDAX, CDAX, Classic All Share, HDAX, Prime All
Share
Börsen: Regulierter Markt/Prime Standard: Frankfurt
Sprache: Deutsch

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | CND

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel