- 29.07.2009, 13:37:04
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Androsch und Sorger in NEWS: "Die neun Landtage hinterfragen"
Industrie-Präsident und früherer Finanzminister für milliardenschweres Sparpaket, bei dem Bund, Länder und Gemeinden redimensioniert werden.
Wien (OTS) - Ein drastisches Sparpaket, in dessen Rahmen die
Verwaltung von Bund, Ländern und Gemeinden redimensioniert werden und
sogar die neun Landtage hinterfragt werden sollen, fordern der
Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger, sowie der
langjährige Finanzminister und Industrielle Hannes Androsch in der
morgen erscheinenden Ausgabe das Nachrichtenmagazins NEWS. "Man muss
darüber diskutieren, in welcher Form die verschiedenen
Verwaltungsebenen parallel noch leistbar sind", so Sorger im
NEWS-Doppelinterview. "Wir werden einen nationalen Schulterschluss
brauchen, der ein Gesamtpaket schnürt", erklärt Androsch in NEWS.
"Was das Sparpaket insgesamt betrifft, werden schlussendlich alle
beitragen müssen", zeigt sich Sorger im NEWS-Gespräch überzeugt. Dies
beginne bei einer entsprechenden Vereinfachung der Verwaltung.
Angesprochen, ob die Landtage verzichtbar wären, meinte Sorger:
"Also wenn man über eine gesamte Reform nachdenkt, sollte man alle
Bereiche hinterfragen. In der Größe, in der Ausstattung, und in der
Funktionalität", so der IV-Präsident in NEWS.
Deutliche Strukturschwächen sieht Androsch: "Wir haben eine viel
zu große, zersplitterte Verwaltung. Aber auch riesige Ineffizienzen
und ein nicht mehr tolerierbares Ausmaß an Missbräuchen in den
Sozialeinrichtungen", so der frühere Vizekanzler in NEWS. Für alle
öffentlichen Bereiche inklusive der sozialen Einrichtungen schätzt
Androsch gestützt auf aktuelle Daten das Einsparungspotenzial auf
rund 20 Milliarden Euro.
Beide Wirtschaftsexperten sprechen sich im NEWS-Doppelinterview
strikt gegen Steuererhöhungen oder neue Steuern aus. Einhellige
Kritik üben die beiden am aktuellen politischen Geschehen. Androsch:
"Dieser Kurs mit Volldampf in den Nebensachen ist provokant." Und
Sorger erklärt in NEWS: "Ich möchte ja die Bedeutung von Kasachstan
nicht wegdiskutieren. Aber nicht in der gegenwärtigen politischen
Auseinandersetzung. Wir sollten uns auf Dinge konzentrieren, die uns
mehr als genug zu schaffen machen: Arbeitslosigkeit und
Minderauslastung in der Industrie. Einige gute Nachrichten mögen uns
dazu verleiten, zu glauben, dass diese Wirtschaftskrise vorbei ist.
Ich bin anderer Ansicht.
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Sekretariat NEWS
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Tel.: (01) 213 12 DW 1103
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