- 16.07.2009, 17:52:28
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Wiener Zeitung: Unterbergers Tagebuch: "Mutig in die neuen Zeiten"
Ausgabe vom 17. Juli 2009
Wien (OTS) - Was hätten sich die AUA-Mitarbeiter alles erspart,
hätten sie einst einen Teil dessen akzeptiert, was sie jetzt unter
einem demütigenden Diktat der Lufthansa alles schlucken! Wie klug
wäre ein Ja zum Plan des damaligen Vorstandschefs Sørensen gewesen,
schrittweise vom Luxuskollektivvertrag der AUA auf den der Tyrolean
umzusteigen. Das aber hat man mit wilden Streikdrohungen und Hilfe
der Herren Verzetnitsch und Leitl abgewendet . . .
*
Ähnliches dürfte der Ankündigung der kurzfristig überraschend
mutigen ORF-Führung passieren, den Spartenkanal "Sport plus"
zusammenzustreichen. Denn nur Stunden später war die definitiv
verkündete Ankündigung nur noch ein "Vorschlag". Also ORF wie gehabt.
Dieses "Sport Plus" war - trotz des Aufschreis aller
Sportlobbyisten - nur eine lieblose Restlverwertung. Erst vor wenigen
Wochen surfte der Tagebuchautor in der Pause eines österreichischen
Fußballländerspiels auf ORF1 auch auf jenen Kanal. Und was gab es
dort zu sehen? Ein anderes - älteres - Fußballländerspiel
Österreichs! Eine wahrlich professionelle Kontrast-Programmierung.
Typisch ist auch die Reaktion eines
Verwaltungsgerichtshof-Juristen. Dieser hielt sofort dem ORF vor,
gesetzlich zum Betrieb von Sport Plus verpflichtet zu sein. Nur hat
der Gute - nicht untypisch für jenes Gericht - das oberste
juristische Grundprinzip vergessen, dass niemand über seine
Möglichkeiten hinaus in die Pflicht genommen werden kann. Mögen
solche Pflichten auch noch so schön im Gesetz stehen. "Ultra posse
nemo tenetur", heißt jenes Prinzip im Juristenlatein.
*
Nur nicht mutig sein, gilt künftig auch für die Veranlagung
öffentlicher Gelder: Weil in der Krise - wie bei fast allen Anlegern
- auch für Bund, Länder und Gemeinden nach Jahren dicker Gewinne
etliches schiefgegangen ist, kündigt nun der Finanzminister an, dass
keine risikoreichen Veranlagungen mehr vorgenommen werden dürfen.
Man darf gespannt sein, wo er künftig Geld anlegen wird. Denn
selbst Sparbücher bergen ein Risiko. Es sei denn, die Republik tarnt
sich als Privater und zerlegt ab 1. Jänner ihre Einlagen in lauter
100.000-Euro-Sparbücher. Für die gilt dann die Einlagensicherung.
Letztlich durch niemand anderen als eine gewisse Republik Österreich
. . .
Rückfragehinweis:
Wiener Zeitung
Sekretariat
Tel.: 01/206 99-478
mailto:[email protected]
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