• 08.07.2009, 11:25:11
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Werbewirtschaft sieht laut Werbe-Optimismus-Index Licht am Ende des Tunnels

Drössler: "Werbetreibende Wirtschaft in Österreich atmet wieder etwas auf" - "Relative Stabilität in Sachen Beschäftigung trotz großen Drucks"

Wien (PWK541) - "Wir haben sehr turbulente Monate hinter uns, die
oft alles andere als einfach waren. Die pessimistische Stimmung in
der österreichischen Werbewirtschaft war im letzten Jahr signifikant.
Nun gibt es Anzeichen, dass die Talsohle bereits erreicht sein
könnte. Das Stimmungsbild in der österreichischen Werbewirtschaft hat
im Juni 2009 nach kontinuierlichem Rückgang erstmals seit August 2008
wieder einen leichten Aufwärtstrend erlebt: Immerhin sehen mehr als
27 Prozent der Werbetreibenden und Werbeagenturen der Zukunft mit
vorsichtigem Optimismus entgegen" - so fasste Peter Drössler, Obmann
des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der
Wirtschaftskammer Österreich, den aktuellen Werbe-Optimismus-Index
zusammen.

Der Werbe-Optimismus-Index analysiert Entwicklungen und
Erwartungen in einem mehrstufigen System aus insgesamt vier
Blickwinkeln, nämlich von den österreichischen Top 500-Auftraggebern,
den Werbeagenturen, den Konsumentinnen und Konsumenten sowie den
Medien. Der aktuelle Werbe-Optimismus-Index zeichnet ein umfassendes
Bild der Branchenkonjunktur im zweiten Quartal 2009 und gibt einen
Ausblick auf die nächsten 12 Monate.

Bilanz zum Vorjahr: Spürbarer Rückgang der Werbeetats

Die allgemeine Stimmung ist zwar nach wie vor angespannt. Mehr als
62 Prozent der Befragten berichten von einem Rückgang der
Werbeaktivitäten von durchschnittlich 20 Prozent gegenüber dem
Vergleichszeitraum des Vorjahres. "Das ist immerhin eine
Verschlechterung um 10 Prozentpunkte im Verhältnis zum März 2009",
ergänzte Drössler. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die
Werbe- und Kommunikationswirtschaft spiegeln sich damit in der
aktuellen Befragung deutlich wider. "Rund 72 Prozent der
Werbetreibenden melden einen deutlichen Rückgang der Werbeetats.
Knapp 60 Prozent der Werbeagenturen berichten von einer signifikanten
Abnahme der Werbeaktivitäten. Als Gründe für die Abnahme führen die
Befragten eindeutig Einsparungen als Folge von Budgetkürzungen an",
erklärte Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com.

Heimische Wirtschaftsentwicklung wichtigster Impulsgeber

Sowohl die österreichische als auch die internationale
Wirtschaftsentwicklung sind wichtige Indikatoren für die Werbe- und
Kommunikationsbranche. "Es zeigt sich deutlich, dass die heimische
Wirtschaftsentwicklung und das Krisenmanagement der Bundesregierung
als dominierender Faktor wahrgenommen wird", konstatierte Drössler.

Hoffnungsschimmer am Horizont

Einen ersten Lichtblick zeigt dagegen der Blick in die Zukunft.
Mehr als ein Viertel der Befragten erwarten eine Zunahme der
Werbeaktivitäten bis Mitte 2010. "Damit ist dieser Wert fast doppelt
so hoch wie noch im Dezember 2008", stellte Schwabl fest. Sowohl
Agenturen als auch Werbetreibende sind deutlich optimistischer
gestimmt als in den vergangenen drei Quartalen.

Werbebudget: Klassische Werbung weiter tonangebend

Online-Werbung wird weiterhin das größte Potential zugesprochen.
Fast 18 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass dieser
Medienbereich auch in Zukunft rasant weiter wachsen wird.
Interessanter Weise wird kein Wachstum für öffentlich-rechtliches
Fernsehen bzw. nur geringeres Wachstumsraten für Privat-TV gesehen.
"Wobei laut der Erhebung mit mehr als 60 Prozent der größte Anteil
des Budgets weiterhin in klassische Werbemedien wie Plakate,
Inserate, TV und Radio fließt. Direkt- und Dialogmarketing und die
neuen Werbestrategien (Online-Werbung, Targeted Media, Viral-,
Buzz-Marketing) folgen mit Respektabstand", führte Schwabl aus.

Agenturen bemühen sich trotz Krise den Mitarbeiterstand zu halten

"Eine Erweiterung des Teams steht für die Mehrheit nach wie vor
nicht zur Debatte, aber es herrscht in der Werbewirtschaft eine
relative Stabilität in Sachen Beschäftigung trotz großen Drucks", so
Drössler. Die schwierige Werbekonjunktur hinterlässt aber Spuren am
Arbeitsmarkt. Gaben im ersten Quartal 2009 lediglich 5 Prozent der
Agenturen an, die personellen Ressourcen zu reduzieren, sahen am Ende
des zweiten Quartals 2009 bereits fast 15 Prozent der Befragten diese
Notwendigkeit als letztes Mittel.

Prospekte/Flugblätter sowie Internet bei Konsumenten ganz vorne

Als Informationsquelle vor der Anschaffung eines Produktes sind
Prospekte und Flugblätter im Spitzenfeld, dicht gefolgt von
Internetsuchmaschinen. Jeder vierte Konsument holt sich über diese
Kanäle die notwendige Auskunft, um letztendlich eine Kaufentscheidung
zu tätigen. Gerade bei Lebensmitteln sind Prospekte und Flugblätter
die attraktivsten Helfer bei Kaufentschlüssen.

Konsumenten setzen verstärkt auf persönliche Kontakte

Bei Kaufentscheidungen wird entsprechend der aktuellen Erhebung in
die Empfehlungen von Freunden, Bekannten und innerhalb der Familie
das größte Vertrauen gesetzt. Bei der unmittelbaren Kaufentscheidung
von Kleidern/Schuhen, Kosmetik/Körperpflege, KFZ/Auto, Möbeln,
Telekommunikation, Sport/Hobbies, Haushalts-, Unterhaltungs- sowie
Gartengeräten zählt vor allem die kompetente Beratung im Geschäft.
Hingegen verlassen sich bei Finanzdienstleistungen mehr als 32
Prozent der Befragten auf die Empfehlungen von Experten. "Das ist
fast der doppelte Wert derer, die auf Familie und Freunde hören. Auch
und gerade vor dem Hintergrund schwieriger wirtschaftlicher und
sozialer Rahmenbedingungen setzten die Konsumenten verstärkt auf
umfassende Qualifikation und Beratung durch die Experten der
Finanzdienstleistungsbranche", so Österreichs oberster Werber.
(JR/CR)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Werbung & Marktkommunikation
Mag. Markus Deutsch
Tel.: 05 90 900-3539
E-Mail: [email protected]

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